Sie sind hier:
 

Acer Iconia Tab A700 im Test
Der aufgebohrte Bruder des A510

von Michael Knott
Share
Tweet
+1
Share
SHARES

Beim Acer Iconia Tab A700 dreht sich alles um das Display: Mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln liegt es deutlich über dem derzeitigen Durchschnitt unter den Tablet-PCs mit Android-Betriebssystem. Nvidias Tegra 3-Chipsatz sorgt in der Theorie für ausreichend Leistung, jedoch berichten zahlreiche Nutzer über Performance- und Hitze-Probleme beim A700. Netzwelt geht nicht nur diesen auf den Grund.

Das Acer Iconia Tab gleicht dem Schwestermodell Iconia Tab A510 wie ein Ei dem anderen. Der entscheidene Unterschied findet sich in der Display-Auflösung.

Apple stellt mit dem iPad der dritten Generation bei der Display-Auflösung noch immer den unangefochtenen Spitzenreiter. Schließlich löst das neue iPad auf seinem ebenfalls zehn Zoll großen Display mit 2.048 x 1.536 Bildpunkten auf. Da kann das Acer nicht mithalten. Dennoch: Mit seinen maximal 2.304.000 Pixeln steht es im Vergleich zu direkten Konkurrenzmodellen wie etwa Toshibas AT300 sehr gut dar. Doch nicht allein durch die Display-Auflösung will Acer mit dem A700, das es auch als Iconia Tab A701 in einer UMTS-Version gibt, punkten. Auch Zusatzfunktionen wie der sogenannte Acer Ring, der eine komfortable Bedienung häufig genutzer Funktionen ermöglicht, sollen Kunden vom etwa 450 Euro teuren A700 überzeugen.

Lieferumfang, Anschlüsse und Verarbeitung

Das A700 kommt in einem flachen Karton, in dem neben dem Tablet selbst auch noch Netzteil, Micro-USB-auf-USB-Adapter sowie diverse Schnellstartanleitungen Platz finden. Auf der Unterseite des A700 findet sich ein Micro-USB-Anschluss, der zum einen USB-Sticks mittels Adpater entgegennimmt und zum anderen Anschluss für das mitgelieferte Netzteil bietet. Dieses ist unterwegs zwingend notwendig, denn ein Aufladen mit einem herkömmlichen Smartphone-Ladegerät scheiterte im Test.

Daneben bietet das Iconia Tab A700 noch den obligatorischen Kopfhörer-Anschluss, SD-Kartenschacht sowie, lobenswert, eine HDMI-Schnittstelle. Auch Dank letzterer ist es ein Kinderspiel, den Bildschirminhalt des Tablet-Computers auf einem Fernseher zu spiegeln. Der Anfasstest fällt positiv aus. Höchstens das Gewicht von knapp 670 Gramm könnte für den ein oder anderen eventuell zu hoch sein. Andere Android-Tablets, wie das erst kürzlich von netzwelt getestete Toshiba AT300 sind wesentlich leichter.

An der generellen Verarbeitung des Testmodells gibt es nichts auszusetzen. Kaum verwunderlich, teilt es sich doch die technische Basis weitestgehend mit dem oft gelobten Acer Iconia Tab A510. Einen ausführlichen Testbericht zum A510 finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt. Genau wie beim kleineren und günstigeren Bruder ist daher auch die Rückseite des A700 angenhem strukturiert. Obwohl das Gehäuse vollständig aus Kunststoff besteht, hinterlässt das Iconia Tab in den Händen einen sehr guten Eindruck.

Display

Hauptverkaufsargument für Acer beim A700 ist natürlich der Full-HD-Bildschirm. Als einer der ersten Android-Tablets bietet er eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten. Derzeit liefert nur Apples aktuelles iPad eine höhere Pixeldichte. Obwohl es sich strenggenommen nicht um ein IPS-Panel handelt - Acer selbst spricht von einem "IPS-ähnlichen Panel" - zeigt das Acer-Display IPS-typische Vorteile wie geringe Blickwinkelabhängigkeit und sehr gute Farbwiedergabe. Der Unterschied zum HD-Bildschirm des Acer Iconia Tab A510 fällt bereits auf den ersten Blick auf. Der Unterschied zum iPad 3 fällt hingegen nicht so schnell ins Auge. Auch beim Iconia Tab A700 sind Pixel mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen.

Bild 1 von 10
Das Acer Iconia Tab gleicht dem Schwestermodell Iconia Tab A510 wie ein Ei dem anderen. Der entscheidene Unterschied findet sich in der Display-Auflösung. (Bild: netzwelt)

Dennoch muss sich das Display negative Kritik gefallen lassen. Subjektiv spiegelt es stärker als das des iPads. Auch die maximale Helligkeit dürfte beim mobilen Apple-Rechner höher ausfallen. Wer sein Tablet gerne im Freien einsetzt, sollte sich nach einem geeigneteren Kandidaten umsehen - auch wenn derzeit noch kein Hersteller matte Displays in einem Tablet-PC für den Massenmarkt einbaut.

Leistung und Hitze-Entwicklung

Wie derzeit alle Android-Tablets der gehobenen Klasse steckt auch im Iconia Tab A700 die Tegra-3-Plattform von Nvidia. Der Quad-Core-Prozessor taktet mit 1,3 Gigahertz und kann auf die Unterstützung des ein Gigabyte großen Arbeitsspeichers zählen. Im Antutu Benchmark erzielte das Testgerät einen Wert von 10.852 Punkten. Damit liegt es knapp hinter dem Acer Iconia Tab A510, aber noch immer in der Spitzengruppe der Android-Tablets.

Die guten Benchmark-Ergebnisse zeigen sich auch im Alltag: Das Starten und Wechseln von Anwendungen geht ohne merkliche Verzögerungen von der Hand. Auch aufwendigere Spiele wie GTA oder Shadow Gun laufen flüssig. Lediglich bei der Steuerung des Acer Ring, eine sepzielle Bedienmöglichkeit die Acer über das Android-Betriebssystem legt, kommt es zu Verzögerungen. Streicht man zum Beispiel im Acer Ring über die Lautstärkeregelung, dauert es eine ganze Weile, bis das Tablet diesen Befehl in die Tat umsetzt. Leider hakt und ruckelt es des Öfteren auch beim Surfen im Netz.

Über den so genannten Acer Ring kann der Nutzer bequem Shortcuts, etwa für häufig besuchte Webseiten, erstellen.

Viele Kunden und Rezensionen berichten von einer nahezu unerträglichen Hitze-Entwicklung des Iconia Tabs beim Spielen von Games oder bei der Wiedergabe von Full-HD-Filmen. Dies kann netzwelt nur zum Teil nachvollziehen.

Bei einer mehrstündigen, kontinuierlichen Wiedergabe eines Full-HD-Videos auf YouTube wurde der rechte, hintere Gehäuserücken zwar merklich warm - die Hitze-Entwicklung bewegte sich unserer Meinung nach aber im Rahmen des Üblichen. Lediglich bei einem etwas längeren Spiele-Abend (GTA und Shadow Gun), bei dem das Testmodell via HDMI mit einem Fernseher verbunden war und über einen Joystick bedient wurde, kam es zu einer merklich gesteigerten Gehäuse-Temperatur. Dennoch schaltete sich das Android-Tablet zu keinem Zeitpunkt von alleine aus. Wenn Sie bereits zu den Besitzern des A700 gehören und andere Erfahrungen gemacht haben, lassen Sie uns dies bitte in einem Kommentar unterhalb dieses Testberichtes wissen.

Der verbaute Lithium-Polymer-Akku verfügt über eine vergleichsweise hohe Kapazität von 9.800 Milliamperstunden. Bei maximaler Helligkeit und kontinuierlicher Videowiedergabe gingen im Test nach knapp sechs Stunden die Lichter aus. Für eine komplette Ladung benötigte das Acer-Tablet über das mitgelieferte Netzteil etwa fünf Stunden.

Betriebssystem und Steuerung

Als Betriebssystem kommt Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) zum Einsatz. Der bereits kurz angesprochene Acer Ring wird über eine separate Schaltfläche am unteren Display-Rand aufgerufen und ermöglicht den schnellen Zugriff auf Programme und Einstellungen. Maximal vier Shortcuts auf häufig verwendete Programme lassen sich hier vom Nutzer festlegen. Auch die Lautstärke lässt sich hier mit einem Klick regeln. Dabei kommt es allerdings zu den beschriebenen Verzögerungen. Alternativ kann der Nutzer auch über zwei Hardwaretasten am Gehäuse die Lautstärke regeln.

Kamera und Multimedia

Das Acer Iconia Tab A700 verfügt über zwei Kameras die auf der Front- und Rückseite verbaut sind. Dient die Frontkamera noch dem Videochat oder dem Anfertigen von Selbstportraits, soll der Nutzer mit Hilfe der rückseitig verbauten Kamera Fotos und Schnappschüsse aufnehmen. Die Auflösung beträgt klassenübliche fünf Megapixel. Auch Videos in Full-HD-Auflösung lassen sich mit dieser Kamera aufnehmen.

Das prinzipiell sehr gute Display könnte mehr Helligkeit vertragen. Auch spiegelt es stark

Die Qualität der Fotos ist schnappschusstauglich, aber auch nicht mehr. Leider verzichtet Acer auf eine LED-Hilfsleuchte, sodass der Tablet-Fotograf stets auf ausreichend Licht angewiesen ist. Wenig überraschend neigen die Bilder daher oft zum Rauschen. Stellt der Autofokus noch zufriedenstellend schnell scharf, ist der digitale Zoom hingegen kaum zu gebrauchen. Viel zu schnell sind die Aufnahmen körnig und nur noch in stark verkleinerter Auflösung betrachtbar.

Das Acer Tablet beherrscht auch die in Mode gekommenen Panorama-Aufnahmen. Im Test fügte die Software mehrere Bildausschnitte oft fehlerhaft zusammen. Full-HD-Videoaufzeichnungen gelingen der Kamera besser. Mit wechselnden Lichtsituationen kommt das Tablet besser zurecht, als viele aktuelle Smartphones. Leider kommt es bei der Wiedergabe über das Tablet zu störenden Rucklern.

Lob verdienen die eingebauten Stereo-Lautsprecher des Iconia Tab A700. Wer die richtigen Regler im Einstellmenü findet (unter anderem Dolby Mobile), kann den kleinen Boxen einen ungewöhnlich guten Klang entlocken. Leider sind die Speaker ein wenig schwach auf der Brust - für die Beschallung des Grillabends sind daher in jedem Fall zusätzliche Lautsprecher aus dem Zubehörhandel erforderlich.

Varianten und Preise

Das Testmodell in der Farbe Schwarz verfügt über einen 32 Gigabyte großen Flashspeicher und kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung seitens Acer 479 Euro. Alternativ ist eine technisch identische Version mit silberfarbenen Gehäuse zum gleichen Preis erhältlich. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro bietet Acer eine UMTS-fähige Variante als Iconia Tab A701 an. Die Preise werden aktuell von Online-Händlern um bis zu 50 Euro unterboten.

Wer mit dem A700 liebäugelt und auf eine Full-HD-Auflösung verzichten kann, sollte auf jeden Fall auch einen Blick auf das nochmals günstigere Iconia Tab A510 legen, das derzeit schon für unter 400 Euro den Besitzer wechselt. Auch das bereits erwähnte Toshiba AT300 ist in dieser Klasse einen Blick wert.

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 329,00 €
Keine Bewertung
Gebraucht ab ?
Keine Bewertung
netzwelt
7.0
Acer Iconia Tab A700
Vorteile
  • Full HD-Anzeige
  • Preis/Leistung
Nachteile
  • Bildschirmhelligkeit
  • Spiegelungen

Full HD-Tablet

Gerade der vergleichsweise günstige Preis wirkt sich beim A700 positiv auf das Gesamtergebnis aus. Zieht man einen Online-Preis von 430 Euro in Betracht so bekommen Käufer viel Full-HD-Tablet fürs Geld. Die kleinen Macken wie die leicht ruckelnde Videowiedergabe oder das verzögerte Ansprechen des Acer Ring lassen sich prinzipiell durch ein Software-Update ausbügeln. Nur mit der geringen Bildschirmhelligkeit und dem spiegelnden Display werden Käufer wohl dauerhaft leben müssen.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Design
7
Display
7
Leistung
6
Ausstattung
8
Multimedia
7
Einsortierung
Acer Iconia Tab A700 von Acer wurde als Tablet-PC abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Acer, Android, Tablet-PC, Full HD, Acer Iconia, Review und Acer Iconia Tab A700 .
Kommentarfunktion derzeit deaktiviert
article
35752
Acer Iconia Tab A700 im Test
Acer Iconia Tab A700 im Test
Netzwelt testet mit dem Acer Iconia Tab A700 eines der ersten Android-Tablets mit Full-HD-Auflösung.
http://www.netzwelt.de/news/93485-acer-iconia-tab-a700-test.html
2012-08-28 16:50:50
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/acer-iconia-tab-a700-produktbild-114818.png
ReviewHardwareTablet
Acer Iconia Tab A700 im Test