Empfehlung von EBU

IFA: TV-Sender übertragen künftig in gleicher Lautstärke

Die Lärmbelästigung durch Lautstärkesprünge beim Umschalten des TV-Programms wird reduziert. Zum IFA-Start am Freitag senden öffentlich-rechtliche und private Sender in gleicher Lautstärke. Ursprung der Regelung ist eine Empfehlung der Europäischen Rundfunkunion.

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Jeder kennt das Phänomen: Beim Zappen von Sender zu Sender wird man von einer unheimlichen Lautstärke aus dem Sessel gerissen. Der nervige Volumensprung soll jetzt allerdings gemindert werden. Wie aus einer Pressemitteilung der ARD hervorgeht, senden die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender zum Start der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin ihre Programme in gleicher Lautstärke.

Werbung

Nach Angaben der ARD gilt der Lautstärkeabgleich für alle Sendungen, auch für Werbung und Trailer. Allerdings sind die Schrecksekunden durch erhöhte Lautstärke noch nicht völlig gebannt. Denn innerhalb eines Sendebeitrags dient die Klangregelung weiterhin als Gestaltungsmerkmal, wie die ARD betont. Das kann allerdings sinnvoll sein, denn ein Schrei soll auch als Schrei vom Zuschauer wahrzunehmen sein - natürlich hoffentlich ohne die Ohren zu beschädigen.

Richtlinie R128

Auch innerhalb von Werbung bleibt weiterhin Gestaltungsspielraum. Nervige Lautstärkesprünge dürften deshalb nach wie vor zum TV-Alltag gehören, denn die Werbeverantwortlichen werden weiterhin darauf setzen, durch Klangsprünge aufzufallen. Allerdings hat die Einebnung der Lautstärke die Folge, dass die Sprünge zumindest beim Zappen und zwischen Beiträgen eines Senders seltener werden.

Der Vorsitzende der Produktions- und Technik-Kommission ARD/ZDF (PTKO), Heinz-Joachim Weber (WDR), sagt zur Übereinkunft zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Veranstaltern: "Durch den technischen Fortschritt haben wir nun die Möglichkeit, lautheitsnormiert zu produzieren und die Lautheit unserer Programme zu harmonisieren. Ich verspreche mir davon, ein seit vielen Jahren bekanntes Ärgernis im Sinne unserer Zuschauer zu lösen oder zumindest zu verbessern." 

Ursprung der Anpassung ist die Richtlinie 128 der EBU (European Broadcasting Union, engl. für Europäische Rundfunkunion). Grundlage der Empfehlung ist die Lautstärkemessung nach Lautheit und nicht mehr nach Spitzenpegel. In die Messung der Lautheit fließt dabei die menschliche Wahrnehmung von Lautstärke ein. Die Aussteuerung nach Lautheit regelt nun, dass alle TV-Sendungen einen bestimmten Wert nicht überschreiten. 

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