Soziales Netzwerk erhält nächste Abmahnung

Facebook: Verbraucherschützer kritisieren App-Zentrum

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wirft Facebook vor, den Datenschutz durch das kürzlich eingeführte App-Zentrum noch einmal zu verschlechtern. Vor der Nutzung der Anwendung würde der Nutzer weder ausreichend über die Weitergabe seiner persönlichen Informationen an Drittanbieter aufgeklärt, noch nach einer eindeutigen Einwilligung gefragt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Kritik an App-Zentrum
  2. 2Verstoß gegen Telemediengesetz
  3. 3Justizministerin fordert neuen Grundsatz

Seit Kurzem beschäftigt sich der vzbv intensiv mit den App Stores verschiedener Anbieter und hat bereits einige Mängel entdeckt. So reichte der Bundesverband bereits gegen Google und Apple Klage ein, da die zugehörigen App Stores gegen deutsches Recht verstößen.

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Kritik an App-Zentrum

Nun haben sich die Verbraucherschützer Facebooks erst kürzlich eingeführtes App-Zentrum genauer angeschaut. Sie kritisieren, dass vor der Nutzung einer App der Anwender nicht hinreichend auf die Weiterverarbeitung seiner Daten hingeweisen wird.

Lediglich unter dem Button "Spiel spielen" oder "An Handy schicken" sei in kleiner, hellgrauer Schrift eine Auflistung der Nutzungszwecke zu sehen. Einige Drittanbieter räumten sich dabei das Recht ein, auf den Chat des Nutzer, die Informationen über Freunde und die persönlichen Kontaktdaten zuzugreifen. 

Verstoß gegen Telemediengesetz

"Eine solche umfassende Datenweitergabe an Dritte, aber auch deren Verwendung ist nach deutschem Recht ohne die bewusste und informierte Einwilligung eines Nutzers nicht erlaubt", schreibt der vzbv in einer Pressemitteilung. Damit verstoße Facebook gegen das Telemediengesetz. Das Soziale Netzwerk erhielt daher eine Abmahnung und hat nun bis zum 4. September Zeit für eine Unterlassungserklärung. 

"Facebook muss das App-Zentrum so gestalten, dass der Nutzer weiß, dass er seine Daten freigibt und wofür diese verwendet werden", betont der vzbv.

Justizministerin fordert neuen Grundsatz

Auch Bundesjusitzministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger äußerte sich erneut zum Thema Facebook und Datenschutz. Auf Twitter kritisierte sie, dass irisches Recht bei dem Sozialen Netzwerk gelte. Sie fordert einen neuen europäischen Grundsatz: Wo der Nutzer ist, muss auch das Recht sein.

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