Wegen Biometrie-Datenbank

Gesichtserkennung: Datenschützer gehen wieder gegen Facebook vor

Der Streit um Facebooks Gesichtserkennung geht in eine neue Runde. Offenbar ist das Sozale Netzwerk bei seiner Biometrie-Datenbank nicht zu weiteren Zugeständnissen an den Datenschutz bereit. Deshalb nimmt Hamburgs Datenschützer das Verfahren gegen Facebook wieder auf.

?
?

Facebook-Watchblog auf der Seite der Hamburgischen Datenschutzbehörde. (Bild: Screenshot datenschutz-hamburg.de)
Facebook-Watchblog auf der Seite der Hamburgischen Datenschutzbehörde. (Bild: Screenshot datenschutz-hamburg.de)

Das Soziale Netzwerk Facebook verzichte zwar auf eine weitere Erstellung von biometrischen Daten seiner Nutzer über die Gesichtserkennungsfunktion, habe eine Anfrage des Hamburger Datenschützer Johannes Caspar beim Unternehmen ergeben. Aber das Unternehmen lehne "weitergehende Verpflichtungen" ab. Die Biometrie-Datenbank, die Facebook ohne Erlaubnis seiner Nutzer angelegt hat, sei deswegen rechtswidrig. Das Verfahren gegen Facebook nimmt Caspar somit wieder auf.

Werbung

"Einvernehmliche Lösung nicht genutzt"

Der Datenschützer sieht ein immenses Risiko-und Missbrauchspotenzial, das von der Datenbank mit Gesichtsmodellen ausgehe. Daher sei eine Wiederaufnahme des Verfahrens unumgänglich. Als Kompromiss käme eine Einwiligungslösung in Betracht - Nutzer, die bereits erfasst wurden, müssten also gefragt werden, ob Facebook ihre Daten nutzen darf. Alternativ, sagte Caspar, wären die Daten zu löschen.

Der Datenschützer hatte Anfang Juni von einer gerichtlichen Anordnung abgesehen und das Verfahren ausgesetzt, weil man dachte, dass die Verhandlungen zwischen Facebook und der irischen Datenschutzbehörde zur Gesichtserkennung zu einer Einigung führen würden. "Bedauerlich ist, dass Facebook die Chance für eine einvernehmliche Lösung nicht genutzt hat und offenbar in dieser Frage auch weiterhin auf Zeit spielt. Facebook kennt unsere Rechtsauffassung und kann uns jederzeit über die Einführung eines Einwilligungsmodell oder über die Löschung der gesammelten Daten unterrichten", urteilt Caspar.

Mehr zum Thema »