Der alte Mann und der Mond

To the Moon: Im Kurztest

Mit "To the Moon" wollte sein Schöpfer Kan Gao eigentlich gar kein Spiel kreieren, sondern eine Geschichte erzählen, die teilweise durchaus autobiografische Züge trägt. Deshalb bietet sein Indie-Kleinod, das bislang nur online erhältlich war und Ende August auch im Handel landen wird, weder knifflige Rätsel noch eine technisch opulente Präsentation, sondern "nur" eine mitreißende, todtraurige und grundehrliche Kurzgeschichte.

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To the Moon: Im Kurztest - "To the Moon" ist mehr digitale Geschichte als Spiel. (Bild: Lace Mamba / Koch Media)
"To the Moon" ist mehr digitale Geschichte als Spiel. (Bild: Lace Mamba / Koch Media)
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Johnny ist alt und liegt im Sterben. Sein größter Wunsch war immer, einmal zum Mond zu fliegen. Die beiden Wissenschaftler Dr. Rosalene und Dr. Watts machen sich auf, um Johnny zu helfen. Nein, sie können ihn nicht per Rakete ins All schicken. Aber sie können seine Erinnerung manipulieren. Johnny soll einfach das Gefühl haben, dort oben gewesen zu sein. Doch wo hat dieses ungewöhnliche Verlangen nach einer Reise zum Erdtrabanten ihren Ursprung? Rosalene und Watts wühlen sich durch Johnnys Erinnerungen, um das herauszufinden.

"To the Moon" ist kein Adventure im herkömmlichen Sinne. Der Spieler arbeitet sich zwar per Point&Click-Interface mit der Maus durch die Geschichte und muss immer wieder Gegenstände einsammeln, die für Johnny Bedeutung haben. Aber er muss weder anspruchsvolle Puzzles lösen noch sich einem übermächtigen Gegner stellen.

Stattdessen erzählt Autor Kan Gao mit seinem Werk ganz einfach eine Geschichte, die weitab von gängigen Spieleklischees die Seele berührt. Man erforscht Johnnys Erinnerungen und erlebt, wie dieser um das Leben seiner großen, tragischen Liebe River kämpft, wie sie zusammenfinden, warum sie füreinander geschaffen sind. Immer wieder wird man dabei mit ganz essenziellen Fragen konfrontiert - etwa, was man anders machen würde, wenn man sein Leben noch einmal leben könnte. Trotzdem wirkt "To the Moon" nur selten schwermütig oder moralisierend - immer wieder blitzt spitzbübischer Humor auf und sorgt für ein befreiendes Schmunzeln.

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