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Samsung Galaxy Note 10.1 im Test
Leistungsstark aber vergleichsweise teuer

von Jan Kluczniok
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Zum Mitschreiben in der Vorlesung oder bei einem Meeting brauchen Sie künftig kein Papier mehr, sondern nur noch ihr Tablet - zumindest wenn es nach Samsung geht. Doch hat das Galaxy Note 10.1 tatsächlich das Zeug zum digitalen Schreibblock? Und was bietet das Premium-Tablet außer der Note-Funktion noch für den vergleichsweise hohen Preis?

Samsung bringt mit dem Galaxy Note 10.1 ein Tablet auf den Markt, mit dem der Nutzer auch arbeiten können soll. Statt auf ein Keyboard-Dock setzt der südkoreanische Hersteller aber auf einen SPen genannten Bedienstift, der schon das Smartlet Galaxy Note zum Verkaufsschlager machte. Kann der Hersteller mit dem Galaxy Note 10.1 diesen Erfolg wiederholen?

Design und Verarbeitung

Das Note 10.1 sieht dem Galaxy Tab 2 10.1 zum Verwechseln ähnlich. Schade! Denn angesichts des höheren Preises hätte man sich doch eine hochwertigere Verarbeitung gewünscht: Egal ob Asus' Transformer Pad, Apples iPad, das BlackBerry PlayBook oder das Huawei MediaPad - alle fühlen sich in der Hand deutlich wertiger an als Samsungs Premium-Tablet. Das Note-Gehäuse besteht rein aus Plastik und bietet lediglich Klavierlack-Optik. Die Rückseite ist rutschig und zieht Fingerabdrücke und Schmutz an. Samsung hätte sich hier besser an der gelungenen Rückseite des Galaxy Tab 10.1V orientiert.

Gelungen ist dafür die Stifthalterung. Der SPen ist im Gehäuse des Note 10.1 fast unsichtbar und lässt sich problemlos herausnehmen und wieder in das Gehäuse einführen. Mit 8,9 Millimetern ist das Gerät trotz der Haltevorrichtung sogar noch dünner als das neue iPad und das Smartlet Galaxy Note.

Hardware

Das Innenleben hat Samsung gegenüber dem Galaxy Tab 2 deutlich aufgebohrt. Dank dem Exynos-Quad-Core-Prozessor und üppigen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher ist das Note 10.1 das bislang leistungsstärkste Samsung-Tablet und lässt in den gängigen Benchmarks wie AnTuTu oder Quadrant die Tegra 3-Konkurrenz in Form des Asus Transformer Prime hinter sich. Der interne Speicher ist auf 16 Gigabyte beschränkt. Weitere Speichervarianten wird es zunächst nur im Ausland geben, teilte Samsung mit. Per microSD-Karte kann der Nutzer das Note 10.1 aber um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Samsung Galaxy Note 10.1

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Das Display des Samsung Galaxy Note 10.1 misst in der Diagonalen 10,1 Zoll und bietet... (Bild: netzwelt)

Etwas enttäuschend fällt dagegen das Display aus. Zwar ist der Blickwinkel groß, die Farben könnten aber etwas knackiger sein. Mit einer Auflösung im Stile eines iPad 3 (2.048 x 1.536 Pixel) oder Asus Transformer Pad Infinity (1.920 × 1.200 Pixel) kann das Galaxy Note 10.1 zudem nicht aufwarten. Es bietet auf 10,1 Zoll 1.280 x 800 Pixel - eine Auflösung, die mitterweile fast Standard ist. Das Highlight des Bildschirms ist die sogenannte Digitizer-Schicht. Sie ermöglicht den Schreibprozess auf dem Note 10.1. Das Schreiberlebnis kam dabei im Test dem Schreiben mit Stift und Papier bereits deutlich näher als bei anderen Eingabestiften - ist aber natürlich noch immer weit davon entfernt.

Samsung hat zudem einige Kinderkrankheiten des Galaxy Note behoben. So ist ein Verschmieren beim Auflegen der Hand auf das Display nicht mehr möglich, da der Bildschirm den Stift in einem Abstand von bis zu 14 Millimetern erkennt und dann nicht mehr auf Fingereingaben reagiert. Der SPen selbst fällt deutlich dicker aus als beim Smartlet Galaxy Note. Er liegt nun so bequem in der Hand wie ein Bleistift. Bis sich gute Ergebnisse erzielen lassen, ist allerdings dennoch etwas Übung gefragt - bei Linkshändern noch etwas mehr als bei Rechtshändern.

Schade: Anders als beim HTC Flyer muss zum Schreiben oder Zeichnen erst eine spezielle App geöffnet werden.

Akkulaufzeit

Samsung verbaut im Galaxy Note 10.1 einen 7.000-Milliamperestunden-Akku, dieser lässt sich wie bei den meisten Tablets nicht wechseln. Angaben zur maximalen Akkulaufzeit macht Samsung nicht. Im Test kam netzwelt bei einer Mischnutzung (Surfen, Arbeiten, Spielen) je nach Nutzungsintensität auf eine Laufzeit zwischen sechs und acht Stunden.

Neben der Nutzungsintensität hängt die Akkulaufzeit aber auch stark von den Einstellungen ab. Neben klassischen Stromfressern wie aktiviertem WLAN oder GPS entpuppte sich im Test auch das Aktivieren der SmartStay-Funktion als Akku-Killer. Nutzer sollten sie daher nur beim Lesen von E-Books oder längeren Texten zuschalten und danach wieder abschalten. Standardmäßig ist die Option in den Einstellungen deaktiviert.

Software

Auf dem Note 10.1 läuft Android 4.0 Ice Cream Sandwich. Ein Update auf die aktuelle Version Jelly Bean wollte der Hersteller bei der Vorstellung in Hamburg nicht ausschließen, offiziell gibt es aber noch keine Entscheidung hierzu. Das Android-System ist mit Samsungs eigener TouchWiz-Oberfläche überzogen, die die bereits vom Galaxy Tab 10.1 bekannten Mini-Applikationen bietet. Zudem bietet das Note 10.1 eine Reihe von Funktionen, die bislang nur dem Galaxy S3 vorbehalten waren. Dazu zählt etwa Smart Stay. Die Funktion verhindert, dass sich das Display abschaltet, solange der Nutzer draufguckt, auch wenn er längere Zeit keine Eingabe tätigt.

Ebenso unterstützt das Note 10.1 das sogenannte "Pop up Play", in dem ein Video in einem kleinen Fenster weiterlaufen kann, während der Nutzer parallel seine Mails liest. Im Gegensatz zum S3 lässt sich dieses Fenster nun frei skalieren, steuern lässt sich das Video in diesem Modus aber leider nicht. Ein ähnliches Feature ist der "Mehrfachbildmodus". Er erlaubt es, den Tablet-Screen zu teilen und zwei Anwendungen parallel auszuführen. Dies funktioniert mit den Apps "Browser", "SNote", "Mail", "Video", "Galerie" und "Polaris Office". Leider kann man aber nicht zwei Mal dieselbe Anwendung öffnen, um beispielsweise zwei Dokumente auf dem Tablet zu vergleichen. Die Funktion ist aber praktisch, wenn man im Netz zum Beispiel ein Wort nachschlagen will.

Samsung Galaxy Note 10.1

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Im schlichten weißen Karton kommt das Galaxy Note 10.1 in die Redaktion. (Bild: netzwelt)

Neben Vollversionen von Polaris Office und Adobe Photoshop Touch erhalten Nutzer auch zwei Jahre lang 50 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz beim Onlinedienst Dropbox. Zudem stehen auf dem Note 10.1 die bereits vom Galaxy Note bekannten Apps S Note und S Planer bereit. SNote wandelt nun auf Wunsch auch Handschrift in Druckschrift um, begradigt krumme Formen oder berechnet mithilfe der Suchmaschine Wolfram Alpha mathematische Formeln.

Bücher, Spiele, Musik und Videos kann der Nutzer über die jeweiligen Samsung Hubs erwerben. Der bei der Präsentation des Note 10.1 in Hamburg beworbene Learning Hub wird dagegen erst später per Software-Update nachgeliefert. Nutzer sollen sich hier Selbstlernmaterialien herunterladen können. Aktuell umfasst das Angebot aber vor allem englischsprachige Materialien, in Deutschland steht Samsung noch in Verhandlungen mit Partnern. Fixe Verträge gibt es bislang nur mit Pons.

Insgesamt ein nettes Software-Paket, das für einige Zeit über die Schwächen von Android im Tablet-Bereich hinwegtäuschen kann. Denn die Mehrheit der Apps für Googles mobiles Betriebssystem ist auch noch knapp ein Jahr nach Honeycomb für kleinere Bildschirme optimiert. Zudem landet der Nutzer beim Surfen mit einem Android-Tablet häufig zunächst auf der mobilen Version einer Webseite und muss dann händisch in die Desktop-Ansicht wechseln.

Multimedia

In Sachen Multimedia hat Samsung das Note 10.1 hochgerüstet. Die rückseitige Kamera löst mit fünf Megapixeln auf, die Frontkamera mit 1,9 Megapixeln. Videos zeichnen beide Kameras maximal in HD auf. Die Bild- und Videoqualität ist in Ordnung, an die Qualität hochwertiger Handy-Kameras reicht sie aber nicht heran. Ein mit dem Samsung Galaxy Note 10.1 geschossenes Foto finden Sie hier.

Dank Infrarotsensor und der App "Smart Remote" wird das Note 10.1 auch zur Universal-Fernbedienung fürs Wohnzimmer. Musik-Fans dürften sich zudem über die Vielzahl von unterstützen Audio-Formaten freuen, zu denen auch OGG und Flac gehören. Die verbauten Stereo-Lautsprecher enttäuschen dagegen. Musik klingt aus ihnen blechern, außerdem scheppern die Boxen. Von einem Hörgenuss lässt sich hier nicht sprechen. Über Kopfhörer ist der Klang immerhin besser.

Eine Alternative zum Samsung Galaxy Note 10.1 ist der Tablet-PC HTC Flyer. Oder Sie greifen zu einem der zahlreichen Eingabestifte von Drittanbietern für das Tablet ihrer Wahl. Einen Vergleich entsprechender Stifte für Apples iPad finden Sie hier.

Aktuelle Preise
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netzwelt
5.8
Samsung Galaxy Note 10.1
Vorteile
  • Infrarot-Schnittstelle
  • Stiftbedienung
Nachteile
  • Verarbeitung
  • Haptik

Aufgeborhtes Tab 2

Das Samsung Galaxy Note 10.1 liefert das bislang beste digitale Schreiberlebnis. Die Note-Funktion dürfte jedoch nur für eine kleine Zielgruppe kaufentscheidend sein. Reduziert man das Gerät auf die Tablet-Funktion ist es leistungsmäßig zwar Spitze, in Sachen Display und Verarbeitung muss es sich aber dem iPad 3 und einigen anderen Android-Tablets geschlagen geben. Auch hinkt das Android-Ökosystem im Tablet-Bereich noch deutlich dem iOS-Universum hinterher. Das Preis/Leistungsverhältnis spricht in diesem Fall dann gegen das Galaxy Note 10.1.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Design
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Samsung Galaxy Note 10.1 von Samsung wurde als Tablet-PC abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Tablet-PCs. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, Samsung, Tablet-PC, Review, Samsung Galaxy, Android 4.0 und Samsung Galaxy Note 10.1 .
Kommentare zu diesem Artikel

Zum Mitschreiben in der Vorlesung oder bei einem Meeting brauchen Sie künftig kein Papier mehr, sondern nur noch ihr Tablet - zumindest wenn es nach Samsung geht. Doch hat das Galaxy Note 10.1 tatsächlich das Zeug zum digitalen Schreibblock? Und was bietet das Premium-Tablet außer der Note-Funktion noch für den vergleichsweise hohen Preis?

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  • Camster schrieb Uhr
    AW: Digitaler Notizblock: Samsung Galaxy Note 10.1 im Test

    Wenn ich mich für ein smartlap interessiere, dann wegen der Handy Basics und der Möglichkeit, handgeschriebene Notizen schnell zu machen, Beides zusammen in kleiner Größe bietet ein Tablet zZt. Wohl nicht. Samsung wird immer besser, cooler... Als bislang stetiger Apple-Fan bin ich nun ein Wechsler: iPhone 5, Mountain Lion : Enttäuschung ohne Ende. Geräte sollen Produktivität fördern, nicht den Akku leersaugen!
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Samsung Galaxy Note 10.1 im Test
Samsung Galaxy Note 10.1 im Test
Das Samsung Galaxy Note 10.1 wartet mit einem Stylus auf, mit dem sich auf dem Tablet schreiben lässt. Rechtfertigt dies allein den vergleichsweise hohen Verkaufspreis?
http://www.netzwelt.de/news/93290-samsung-galaxy-note-10-1-test.html
2012-08-10 17:04:22
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-note-101-produktbild-114822.png
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