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WLAN-Waagen im Vergleichstest
Withings, Fitbit und Xavax

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Internetfähige Personenwaagen liegen voll im Trend. Doch wie viel Mehrwert bietet die Internetverbindung bei einer Waage und welches Modell auf dem Markt ist am besten? Der Vergleichstest verrät mehr.

Einfach nur Wiegen war gestern. Moderne Personenwaagen erkennen nicht nur ihren Besitzer anhand seiner körperlichen Maße, sondern übertragen sogar dessen Gewicht via WLAN an ein elektronisches Fitness-Buch. Zum Paket gehören Apps und Communitys. Wie viel Mehrwert diese Smart Scales haben und welche die beste Waage ist, verrät der Vergleichstest von netzwelt.

Welches Modell hat die Nase vorn? Fitbit, Xavax oder Withings.

Auf dem Markt befinden sich derzeit drei WLAN-Waagen-Modelle von unterschiedlichen Herstellern - Withings, Xavax und Fitbit. Die drei Geräte sind sehr ähnlich und unterscheiden sich in der Verarbeitung und ihrem Können nicht wesentlich. Alle drei messen neben dem Körpergewicht auch den Körperfettanteil, erkennen unterschiedliche Nutzer und senden die Daten via WLAN an den zugehörigen Account.

Unterschiede zeigen sich vor allem im virtuellen Zubehör der Anbieter. So gehört zu den Personenwaagen jeweils ein Online-Portal und eine Smartphone-App. Diese Dienste können zudem durch weitere Angebote von Drittanbietern wie Runtastic, Endomodo und Co. ergänzt werden. Doch dazu später mehr.

Wie genau ist die Körperfettmessung?

Bevor es in die Details geht, soll es jedoch noch kurz um die Präzision von Körperfettmessungen mittels einer einfachen Personenwaage gehen. Diese wird nämlich in der Sportliteratur angezweifelt.

Bei dieser Methode werden niedrige Stromimpulse von den Sensoren über den einen Fuß zum anderen geleitet. Der Körperfettanteil des Oberkörpers bleibt dabei in der Regel unbeachtet. Die Waage schätzt diesen lediglich, basierend auf dem Ergebnis aus den Beinen. Je nach Körperform - beispielsweise bei einer Person mit dickeren Beinen, aber dünnerem Oberkörper - kann dieser Wert stark von der Wahrheit abweichen. Für Schwangere und Personen mit Herzschrittmachern ist diese Form der Messung zudem komplett ungeeignet.

Wiegen Sie sich zur gleichen Zeit

Genauso sollte generell beim Wiegen auf einer Personenwaage darauf geachtet werden, den Wiegevorgang möglichst zu den gleichen Bedingungen durchzuführen. Es ist zu empfehlen, immer zur gleichen Zeit und gleich bekleidet den Gang auf das Messinstrument zu wagen. Das eigene Körpergewicht verändert sich nämlich je nach aktuellem Wasseranteil und dieser wiederum ist innerhalb eines Tages variabel.

Um einen ungefähren Wert und vor allem eine Tendenz in der Entwicklung des eigenen Gewichts und des Körperfettanteils zu messen, sind alle drei hier vorgestellten Waagen jedoch durchaus geeignet.

WiFi Body Scale von Withings

Die WiFi Body Scale von Withings ist in Weiß und Schwarz erhältlich. Die 2,3 Kilogramm schwere Waage ist gut verarbeitet und weist keine unsauberen Nähte auf. Zusätzlich ist im Lieferumfang ein Maßband enthalten. Allerdings gibt es auf dem zugehörigen Online-Portal My.Withings.com nicht die Möglichkeit, den Umfang von Hüfte, Bauch und Oberkörper einzutragen.

Die Anzeige der Waage ist deutlich und gut beleuchtet. Neben dem Körpergewicht wird auch der Körperfettanteil gemessen und der Wert im Body-Mass-Index berechnet. Allerdings erst, wenn der Nutzer sich ein Profil eingerichtet hat. Ist dies sowie die Einrichtung der Waage im WLAN-Netzwerk erfolgt, kann es auch schon losgehen.

Beim nächsten Gang auf die Waage erkennt diese den sich Wiegenden anhand der eingegegebenen Körpermaße und ordnet diese dem betreffenden Profil zu. Bis zu acht Nutzer können eine Waage nutzen. Im Test erkannte die Waage die unterschiedlichen Personen in der Regel problemlos. Sollten doch einmal Daten als unbekannt betitelt werden, hilft es, das Portal neu zu laden und sich erneut zu wiegen. Besteht während des Wiegens keine Internetverbindung, speichert die Waage die Daten und sendet sie später erneut.

Im Online-Portal genauso wie in der App wird das persönliche Gewicht und dessen Verlauf angezeigt. Des Weiteren ist es möglich, das Withings-Portal mit weiteren Geräten wie dem Blutdruckmessgerät des Herstellers zu verbinden oder auch Drittanbieter-Angebote hinzuzuziehen, wie beispielsweise Runkeeper. Die Daten dieser Anwendungen können mit dem Withingsportal verknüpft werden. Genauso ist es möglich, erreichte Ziele mit Freunden über Soziale Netzwerke wie Twitter zu teilen. Eine eigene Community ist an das Portal jedoch nicht direkt angeschlossen.

Kürzlich hat Withings eine weitere Anwendung auf den Markt gebracht. Der Withings Health Companion gibt zusätzliche Fitness- und Abnehm-Tipps und versendet Erinnerungsmails, um den Nutzer an sein persönliches Fitnessziel zu erinnern. Der Companion liegt aber bisher nur für iOS vor. Alle Angebote stehen bisher zudem nur auf Englisch zur Verfügung.

Die Withings WiFi Body Scale ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 129 Euro zu haben. Online ist sie für zehn Euro günstiger zu finden.

Withings WiFi Body Scale

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Die WLAn-Waage von Withings überzeugt durch ihr schlichtes Design und solide Verarbeitung. (Bild: netzwelt)

Aria von Fitbit

Die WLAN-Waage Aria von Fitbit verbindet sich genauso wie die Body Scale von Withings über WLAN mit dem Rechner und lädt Gewicht, Körperfettanteil und BMI-Angabe in das zugehörige Online-Portal von Fitbit hoch. Dem Nutzer stehen eine Desktop-Version sowie mobile Varianten für Android und iOS zur Verfügung. Hier kann nicht nur der Verlauf der eigenen Gewichtskurve verfolgt, sondern auch Buch über den persönlichen Aktivitätsgrad - besonders effektiv unter Verwendung des Fitbit Ultra Trackers - und Essegwohnheiten geführt werden. Die Anmeldung ist via Facebook oder auch unabhängig vom Sozialen Netzwerk möglich, wobei das Portal auch eine eigene Fitbit-Community aufweist.

Im Test gab es in der Verwendung der WLAN-Waage keinerlei Probleme. Die Einrichtung der Software wie auch die Übetragung der Daten gelangen problemlos. BMI, Körperfettanteil, Name und Gewicht des jeweiligen Nutzers wurden korrekt an das Fitbit Dashboard übermittelt und dort in einem Graphen dargestellt. Wie bei dem Produkt von Withings lassen sich mehrere Nutzer - bis zu sieben - auf einem Gerät einrichten. Die Anzeige ist beleuchtet, hell und gut leserlich. Besteht während des Wiegens keine Internetverbindung, speichert auch Fitbit Aria die Daten und sendet sie erneut.

Auch die Verarbeitung der Fitbit Aria überzeugt. Das 1,93 Kilogramm schwere Gerät erhält Strom durch vier 1,5 Volt AA-Batterien, die im Lieferumfang enthalten sind. Auch diese Waage ist in Weiß und Schwarz erhältlich. Fitbit gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 119,95 Euro aus.

Fitbit Aria

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In der Verarbeitung und Gestaltung ähnelt die Waage von Fitbit stark der Withings WiFi Body Scale. (Bild: netzwelt)

Youw8 von Xavax

Der günstigste Vertreter dieser Vergleichsreihe ist die Internetwaage Xavax Youw8 von Hama. Zwar liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 139 Euro. Im Netz ist das Produkt jedoch auch schon für 100 Euro zu finden.

In der Verarbeitung wie im Design unterscheidet sich das 1,8 Kilogramm schwere Modell von Xavax kaum von seinen Konkurrenten. Die Waage ist in Schwarz gehalten und mit silbernen Sensoren ausgerüstet. Betrieben wird sie mit vier AAA-Batterien, die im Paket enthalten sind. Im Lieferumfang findet sich ein zusätzliches Maßband, dessen Werte auch auf dem Portal Youw8.com eingetragen werden können.

In der Einrichtung ist die Youw8 allerdings ein bisschen komplizierter als die anderen Waagen. So muss der Nutzer nicht nur auf die Webseite gehen und den Einrichtungsassistenten starten, sondern ebenso den mitgelieferten Empfänger an den Strom anschließen und mit dem WLAN-Router verbinden. Nach der Eingabe von zwei Aktivierungscodes ist die Einrichtung dann abgeschlossen. Ein Nachteil: Wann immer der Nutzer das Gewicht der Waage an das zugehörige Online-Portal übertragen will, muss der Empfänger eingesteckt und aktiv sein. Auch dieses Modell speichert die Daten, wenn keine Verbindung zum Netz besteht und sendet sie später erneut.

Im Test gelang die Verbindung jedoch gut. Die Waage erkannte den Nutzer ohne Probleme, zeigte Gewicht, BMI und Körperfettanteil an und sendete die Daten fehlerlos. Dem Hersteller zufolge können bis zu zehn unterschiedliche Profile auf Youw8 eingerichtet werden.

Auf dem zugehörigen Portal bekommt der Nutzer seine gemessenen Daten angezeigt. Abgesehen davon wird ihm auch der Körperwasseranteil dargestellt. Allerdings handelt es sich dabei eher um einen Schätzwert, gemessen an der eingegebenen Körpergröße und dem Gewicht. Die Plattform ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet gut veranschaulichte Berichte über den Verlauf der eigenen körperlichen Verfassung. Allerdings finden sich in der deutschen Übersetzung des ursprünglich niederländischen Anbieters einige Fehler.

Andere Youw8-Nutzer, die ihr Profil veröffentlich haben, können zudem auf einer Karte angezeigt und als Freunde hinzugefügt werden. Eine Verbindung mit Anwendungen von Drittanbietern oder Verknüpfungen zu anderen Sozialen Netzwerken wie Facebook sind bisher jedoch nicht möglich. Eine App, um das Portal auch unterwegs bequem nutzen zu können, gibt es bisher zudem nur für iOS.

Xavax Youw8

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Die Youw8 von Xavax kann nur mithilfe eines externen Empfängers Daten an das Online-Portal senden. (Bild: netzwelt)

Fazit

Einen eindeutigen Sieger im Vergleich der drei WLAN-Waagen zu ermitteln, ist schwierig. In ihrer Verarbeitung, Ausstattung sowie in ihrem Funktionsumfang sind sie beinahe identisch. Lediglich das Modell von Xavax erhält hier Minuspunkte aufgrund der komplizierteren Einrichtung über einen externen Empfänger. Ansonsten erkannten alle Waagen unterschiedliche Nutzer und sendeten die Messungen korrekt an die zugehörigen Online-Portale.

Bei den Online-Plattformen und dem App-Angebot hat allerdings Fitbit ganz klar die Nase vorn. Nutzern stehen dort im Vergleich zur Konkurrenz mehr Möglichkeiten zur Dokumentation des persönlichen Fitness-Plans und der eigenen Essgewohnheiten zur Auswahl. Außerdem ist eine eigene Community angeschlossen, die Verbindung mit Drittanbietern und Sozialen Netzwerken möglich sowie eine App für iOS und Android erhältlich.

Grundsätzlich ist der Mehrwert einer internetfähigen Waage jedoch anzuzweifeln. Es ist praktisch, das eigene Gewicht nicht per Hand online eintragen zu müssen, und verringert mitunter auch die Schummel-Gefahr. Letztlich reicht es aber sicherlich auch, eine normale Waage zu kaufen und das Gewicht manuell in eine Sport-App oder in einem Online-Portal einzutragen. Zumal diese meist kostenlos sind.

Kostenlose Sport-Apps finden Sie hier auf netzwelt.

Kommentare zu diesem Artikel

Internetfähige Personenwaagen liegen voll im Trend. Doch wie viel Mehrwert bietet die Internetverbindung bei einer Waage und welches Modell auf dem Markt ist am besten? Der Vergleichstest verrät mehr.

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  • primavera schrieb Uhr
    die Wlanverbindung sollte zum Computer gehen und nicht zu einer Internet Seite die meine persönlichen Daten benutzen! Da eine solche Option nicht zur Verügung steht, kaufe ich solches Zubehör nicht.

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WLAN-Waagen im Vergleichstest
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Einfach nur wiegen war gestern: Neue Waagen sagen Ihnen nicht nur, wie schwer Sie sind, sondern teilen diese Information auch bei Facebook. Mehr dazu im Vergleichstest.
http://www.netzwelt.de/news/93269-wlan-waagen-vergleichstest.html
2012-08-15 17:11:29
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/welches-modell-nase-vorn-fitbit-xavax-withings-bild-xavax-fitbit-withings-montage-netzwelt-15689.jpg
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