Größer und tatsächlich besser

3D-Effekt in Übergröße: Nintendo 3DS XL im Test

Mehr Bildschirm gleich mehr Spielspaß, das dachte sich wohl Nintendo bei seinem Handheld Nintendo 3DS und brachte die tragbare Konsole noch einmal im XL-Format auf den Markt. Angesichts der nur mäßigen Verkaufszahlen des Vorgängers ein gewagter Schritt. Im Test zeigten sich beim 3D-Effekt des Nintendo 3DS XL zwar die gleichen Probleme wie beim kleineren Bruder, aber auf diese reduziert werden sollte der Handheld nicht.

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Nintendo 3DS XL: Der Nintendo 3DS XL ist der große Bruder des Handhelds 3DS, der bereits 2011 auf den Markt kam. Der Test zeigt, ob der 90 Prozent größere Bildschirm des 3DS XL wirklich mehr Spaß macht. Zum Video: Nintendo 3DS XL

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Erfolg in Deutschland
  2. 2Komfortabler Halt
  3. 3Größerer Bildschirm = mehr Spaß?
  4. 4Wackeln verboten
  5. 5Gutes und schlechtes 3D
  6. 6Längere Akkulaufzeit
  7. 7Sonstige Spielereien
  8. 83D-Videos und Fotos machen
  9. 9Fazit
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Der internationale Start des Nintendo 3DS missglückte dem japanischen Spiele-Entwickler gewaltig. Schon ein knappes halbes Jahr nach dem Start der Konsole musste Nintendo den Preis drastisch senken - von ursprünglich 250 Euro auf nur noch 170 Euro. Grund waren die schwachen Verkaufszahlen, die hinter den Erwartungen von Nintendo zurückblieben.

Erfolg in Deutschland

Lediglich in Deutschland wertete das Unternehmen den Start des Handhelds als Erfolg. Der Nintendo 3DS erzielte hierzulande sogar den besten Start einer tragbaren Konsole, den es je gab. Grund genug für den Konzern, es mit einer Neuauflage zu versuchen. Nintendo zufolge hörte man während der Entwicklung besonders auf das Feedback der Gamer-Community und entschied sich, die Display-Größe um satte 90 Prozent zu erweitern. Statt 3,53 beträgt die Bildschirm-Diagonale nun 4,88 Zoll. Damit ist der 3D-Screen nun fast so groß wie das Display der PlayStation Vita. Ein Zufall? Vielleicht. Doch war die Vergrößerung eine gute Idee?

Komfortabler Halt

Positiv fällt beim ersten In-die-Hand-nehmen auf, dass der 3DS XL trotz seiner mit 15,6 x 9,3 x 2,2 Zentimeter etwas größeren Abmessungen gut in der Hand liegt und alle Knöpfe gut zu erreichen sind. Diese reagieren zudem ausgezeichnet auf die Berührung des Spielers. Lediglich das Schiebepad hakte in seltenen Fällen für einen kurzen Moment.

Neben dem 3D-Bildschirm wurde auch der Touchscreen vergrößert, der sich nun auch mit dem Finger besser bedienen lässt. Der Stylus ist jedoch weiterhin mit an Bord und lässt sich beim 3DS XL an der rechten Seite des Gehäuses entnehmen, was den Zugriff im Vergleich zum Vörgänger erleichtert. Die 100 Gramm mehr Gewicht machten sich im Test nicht negativ bemerkbar.

Größerer Bildschirm = mehr Spaß?

Im Test sorgten der größere Bildschirm und kleinere Rand tatsächlich dafür, dass der Spieler besser ins dreidimensionale Spielgeschehen eintauchen kann. Trotzdem leidet der Handheld immer noch unter den gleichen Problemen wie sein Vorgänger. Der Spieler muss sich daran gewöhnen, dass nicht seine persönlichen Haltungsvorlieben den Abstand zwischen der Konsole und seinen Augen bestimmen, sondern der Blickwinkel, der es ihm ermöglicht, die drei Dimensionen des Bildschirms korrekt wahrzunehmen.

In der Praxis ist dies gar nicht so einfach. Wenn es bei Endgegnern heiß hergeht, ertappt man sich schon einmal dabei, wie schnell der 3D-Regler auf minimal oder gleich auf 2D geschoben wird, um im Eifer des Gefechts nicht den Überblick zu verlieren.

Wackeln verboten

Fast unmöglich war es, bei Spielen mit dem Eingabestift die Konsole die ganze Zeit im richtigen Abstand von ca. 35 Zentimetern von sich entfernt zu halten. Übung kann hierbei sicherlich helfen, aber verschwinden wird das Problem nicht.

Genausowenig wie die Mängel an der Grafik, die ebenfalls dem 3D-Modus zuzuschreiben sind. In 2D ist von ihnen zum Glück nichts zu sehen - hier bewegt sich die Grafik auf Nintendo Wii-Niveau. Figuren und Gegenstände, die in der Tiefe des Raumes angezeigt werden, sind hingegen oft stark verpixelt. Auch bei grafisch gut gelungenen Spielen wie Mario Kart 7 verschwimmt zudem der 3D-Effekt an den Rändern. Überhaupt varriiert die Qualität der grafischen Darstellung stark von Spiel zu Spiel. 

Nintendo 3DS XL im Test

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Gutes und schlechtes 3D

Sorgt die Dreidimensionalität bei Spielen wie Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance noch für ein Plus an Atmosphäre, verschwindet der 3D-Effekt schnell bei Titeln wie Mario Kart 7, sorgt für hässliche Schlieren bei Dead or Alive - Dimensions oder macht nur wenig Sinn bei Spielen wie New Art Academy, bei dem es darum geht, auf einer zweidimensionalen Oberfläche zu zeichnen.

Ein Highlight des 3DS XL sind wie schon beim Vorgänger die Bewegungs- und Beschleunigungssensoren sowie die Augmented Reality-Funktion. Seit dem Marktstart im letzten Jahr sind inzwischen ein paar mehr Spiele hinzugekommen, die diese Techniken integrieren, wie beispielsweise Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012 oder Resident Evil: Revelations

Das Potential, das in diesen Steuerungsfunktionen liegt, wird aber weiterhin in den wenigsten Spielen voll ausgenutzt, sondern ist eher schmückendes Beiwerk. 

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