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Android: Googles mobiles Betriebssystem im Portrait
Offenheit ist Fluch und Segen zugleich

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Android ist im Smartphone-Bereich Marktführer. Das System ist vor allem wegen seiner Offenheit bei Herstellern und Kunden beliebt - diese Stärke ist aber auch eine entscheidende Schwäche des Systems.

Googles mobiles Betriebssystem Android erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das OS wird von einer Reihe verschiedener Hersteller auf Smartphone, Tablets und weiteren Geräten eingesetzt. Diese Vielfalt ist zugleich die größte Schwäche des Android-Ökosystems.

Googles Android-System erfreut sich großer Beliebtheit, bietet in der Praxis aber auch einige Tücken.

Wer heute ein Smartphone kauft, kommt an Googles Android-System fast nicht mehr vorbei. Alle namhaften Handy-Hersteller bis auf Apple (iOS) und Nokia (Windows Phone) setzen teilweise oder ausschließlich auf das mobile Betriebssystem des Suchmaschinenriesen. In Deutschland laufen nach Informationen des Branchenverbands BITKOM bereits 40 Prozent aller Smartphones mit Android. Googles System ist damit unangefochtener Marktführer. Android kommt aber nicht nur auf Smartphones zum Einsatz, sondern auch auf Tablet-PCs und weiteren Geräten wie Set-Top-Boxen oder Netbooks. Hier ist der Erfolg allerdings noch gering.

Vorteil Offenheit

Optisch und vom Bedienkonzept her ist Android an das vom Apple iPhone bekannte iOS-System angelehnt, was zuletzt zu diversen juristischen Streitigkeiten zwischen dem iPhone-Hersteller und Android-Handy-Herstellern geführt hat. Exemplarisch sei hier der Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung erwähnt.

Anders jedoch als Apples iOS ist Googles System offen: Applikationen muss der Nutzer nicht aus Googles Play Store laden, sondern kann sie auch aus anderen App Stores herunterladen oder von einer Speicherkarte installieren. Ein großer Online-Einkaufsladen neben Google Play ist beispielsweise der Amazon App Store - der jedoch in Deutschland noch nicht verfügbar ist.

Hersteller-spezifische Nutzeroberflächen

Nutzer steht damit eine Vielzahl von Inhalten zur Verfügung. Allein der Google Play Store umfasst über 500.000 Apps. Anders als bei Apples iOS müssen Nutzer aber auf ihrem Gerät mitunter mehrere Konten verwalten, da sie Musik, Videos oder Apps von unterschiedlichen Anbietern beziehen.

Festzuhalten ist auch, dass Android nicht gleich Android ist. Denn die Offenheit des Systems geht über die Installationsquellen für Apps hinaus. Die Hersteller haben die Möglichkeit, das System optisch und funktionell tiefgreifend an ihre Geräte anzupassen. Um sich von der Vielzahl der Konkurrenten abzuheben, statten zahlreiche Unternehmen ihre Systeme mit eigenen Nutzeroberflächen aus. Diese heben sich nicht nur optisch von Googles eigener Android-Nutzeroberfläche ab, sondern rüsten auch herstellerspezifische Funktionen und Dienste nach. Bekannte Nutzeroberflächen sind TouchWiz von Samsung und Sense von HTC.

Nachteil Fragmentierung

Diese Änderungen bringen dem Nutzer oftmals Vorteile, haben aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die tiefen Eingriffe ins System sind sehr zeitintensiv, sodass die Hersteller nicht mit Googles schnellem Veröffentlichungsrythmus bei Android mithalten können. Erscheint eine neue Android-Version, vergeht mitunter mehr als ein halbes Jahr, ehe die ersten Geräte die neue Software per Update erhalten. Dies führt dazu, dass es am Markt eine Vielzahl von Android-Versionen gibt.

Die aktuellste ist Android 4.1 mit dem Codenamen Jelly Bean. Sie ist erst vor kurzem veröffentlicht worden und findet sich noch auf kaum einem Gerät. Der Vorgänger Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich, erschienen im Oktober 2011, findet sich gerade einmal auf zehn Prozent aller Android-Geräte. Aktuell dominiert die im Dezember 2010 erschienene Version 2.3 mit einem Anteil von über 60 Prozent den Markt.

Android-Fahrplan auf netzwelt

Nicht alle Geräte, die aktuell erhältlich sind, werden ein Update auf die aktuellen Android-Versionen erhalten. Oftmals reichen Hersteller gar keine Updates nach. Der Nutzer muss dann mitunter mit später entdeckten Sicherheitslücken leben oder sein Handy rooten und eine so genannte Custom Firmware installieren - etwa das bekannte CyanogenMod.

Eine Übersicht über alle geplanten und verfügbaren Android-Updates liefert der stetig aktualisierte Update-Fahrplan von netzwelt. Außerdem listet netzwelt alle Modelle, die ein Update auf Android 4.0 beziehungsweise ein Update auf Android 4.1 erhalten werden. Welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Android-Versionen bestehen, verrät dieser Artikel.

Fazit

Android ist erfolgreich und das zu Recht. Durch seine Vielfalt gibt das System dem Nutzer die Möglichkeit, ein Gerät perfekt an seine Bedürfnisse anzupassen. Diese Flexibilität des Systems bringt aber auch eine Kehrseite mit sich, die sich etwa in der Update-Problematik zeigt.

Kommentare zu diesem Artikel

Android ist im Smartphone-Bereich Marktführer. Das System ist vor allem wegen seiner Offenheit bei Herstellern und Kunden beliebt - diese Stärke ist aber auch eine entscheidende Schwäche des Systems.

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  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Android: Googles mobiles Betriebssystem im Portrait

    Schöne Zusammenfassung, die mal leicht und verständlich die Problematik von Android zusammenfasst. Ich denke auch, dass Android auf dem Massenmarkt wegen seiner "Offenheit" so erfolgreich ist. Vor allem denke ich da (mal für den "Standard-User" gesprochen) an die Bedienung bzw. die Synchronisierung mit dem eigenen PC. Die meisten Leute wollen bspw. einfach mit einem popeligen Datei-Manger ihre Musik aufs Smartphone schieben. Wieviele Leute habe ich schon erlebt, die an iTunes verzweifelt sind (was aber vor allem daran lag, dass die eigene Musiksammlung nicht ordentlich getaggt war...). Na ja, viele User wollen eben kein iTunes oder Zune nutzen. Auch was das Thema "ältere Geräte" angeht, fährt man mit Android wohl besser. Hat man ein solches, weil es die eigenen Anforderungen bestens abdeckt und man nicht bei dem allgemeinen "Update-Wahn" mitmachen möchte, ist man gut damit bedient, auch Apps aus anderen Quellen installieren zu können. Ist man allerdings auf einen App Store angewiesen und nutzt noch ein "altes" Gerät, das vielleicht mit dem neuesten Update es Systems kompatibel ist, steht man schnell auf verlorenem Posten, wenn man Apps braucht, die nur mit neueren BS-Version kompatibel und die Vorgänger-Versionen eben dieser Apps nicht mehr verfügbar sind.
  • Student aus Düsseldorf schrieb Uhr
    AW: Android: Googles mobiles Betriebssystem im Portrait

    Ein großer Nachteil ist, dass es von Google und auch den jeweiligen Herstlellern immer Anwendungen usw gibt, die nicht deinstalliert werden können. Gerade auf günstigen Geräten, die nicht so viel Power haben, sind darum teilweise echt langsam. Es sollte mal über eine Möglichkeit nachgedacht werden, alle Roms frei zu bekommen und somit elbst zu entscheiden was man möchte und braucht...... Dann wäre auch ein Aufpreis fürs Os akzeptabel.

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Android: Googles mobiles Betriebssystem im Portrait
Android: Googles mobiles Betriebssystem im Portrait
Googles Android-System ist äußerst vielseitig und offen für Anpassungen. Die Stärke ist zugleich die größte Schwäche des Systems.
http://www.netzwelt.de/news/93181-android-googles-mobiles-betriebssystem-portrait.html
2012-07-30 16:27:32
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/ob-smartphone-update-verfuegbar-geplant--verraet-android-update-fahrplan-bild-netzwelt-14528.png
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