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Verkehrte Netzwelt: Biotechnik: Der Cyborg in uns
Der Mensch wird an den Computer angepasst

von Mehmet Toprak Uhr veröffentlicht

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Der Mensch ist an die digitale Gesellschaft nur unzureichend angepasst. Ständig möchte er beispielsweise lieber aufrecht gehen, statt nur vor dem Monitor zu kauern. Zum Glück haben wir modernste Technik und Medizin. Die bringen uns mit großen Schritten in die Zukunft!

Computerarbeit kann grausam sein. Viele Menschen klagen über Rückenschmerzen und steifen Nacken oder leiden unter einem Mausarm. Doch die Hightech-Medizin der Zukunft macht den Anwender fit für stundenlanges Arbeiten an PC, Tablet oder Smartphone. Netzwelt wirft einen Blick in ein Labor voller genialer Bio-Maschinen.

Hightech-Kapseln machen den Menschen fit für die Arbeit am Computer.

Haben Sie es nach acht Stunden am PC auch im Kreuz? Tun Ihnen am Freitagabend die Hände weh von Tausenden Mausklicks? Schmerzen eventuell die Augen ein wenig von langer Bildschirmarbeit? Da helfen die guten Ratschläge aus der Apothekerzeitschrift. Hier ein paar Stärkungsübungen für den Rücken, da ein bisschen Lockerung für den Nacken - und alle zehn Minuten den Kopf drehen und aus dem Fenster in die Ferne schauen. Das tut gut. Dabei öfter mal mit den Füßen wippen, wegen der Durchblutung. Auf Dauer helfen diese gut gemeinten Tipps aber doch nicht so viel. Doch haben Sie Geduld, in ein paar Jahren wird die Medizintechnik wahre gesundheitliche Wunder an uns vollbringen. Und noch ein paar Jahre später wird es möglich sein, den Menschen an die Erfordernisse der Computerarbeit anzupassen. Das ist nun mal leichter als umgekehrt.

Nie mehr Mausarm, nie mehr Rückenschmerzen

Es beginnt schon mit den Händen. Um dem gefürchteten Repetitive Strain Injury-Syndrom (RSI) vorzubeugen, wird es Nano-Kapseln mit speziellem Elasto-Gel geben, das die strapazierten Muskelfasern umhüllt und Entzündungen stoppt. Kräftige kleine Mikro-Roboter bringen die Kapseln durch die Blutbahn an Ort und Stelle. Dann setzen die Kapseln das Gel zeitgesteuert frei.

Für die Wirbelsäule wird man Stützmuskeln implantieren, die dann dafür sorgen, dass bei längerem Sitzen die Wirbelsäule immer schön gerade bleibt.

Die Problemzone Nacken und Schultern ist in Zukunft keine Problemzone mehr, sondern eine Wellness-Zone. Tausende von Nano-Massage-Modulen werden auf den Muskel platziert, geben rhythmische Stromstöße ab und sorgen dafür, dass sich Nacken-und Schultermuskulatur auch nach sechs Stunden Bildschirmarbeit jederzeit wohl fühlen.

Elektronische Kontaktlinsen

Mancher hat ja auch das Problem mit den Augen. Das stundenlange Starren auf den Bildschirm macht Augen müde. Da freuen sich am Ende nur der Augenarzt und die Optiker. In Zukunft bilden elektronische steuerbare Kontaktlinsen die perfekte Sehhilfe für den Bildschirmarbeiter. Sie fokussieren selbstständig auf das Display, ohne dass die Muskeln des Auges in Aktion treten müssen und sich dann verspannen.

Sehr praktisch wäre auch eine Kontaktlinse mit zusätzlicher Lupenfunktion. Die wird dann durch einfaches Reiben an den Augenwinkel aktiviert. So kann sich der Anwender beispielsweise bei der Installation von Software durch klein gedruckte Lizenzverträge lesen, ohne dauerhaft sein Augenlicht zu schädigen.

Fokussierungshilfen für das Auge sind übrigens gerade für mobile Anwender eine feine Sache. Die Smartphones und Tablet-PCs werden in Zukunft serienmäßig mit einem Gutschein für die Anpassung von elektronisch konfigurierbaren Gleitsicht-Kontaktlinsen beim Optiker geliefert. So kann man unterwegs den Blick auf das Smartphone richten und Facebook-Postings beantworten, während man gleichzeitig die Fernsicht behält und so nicht in Stolpern gerät oder gegen ein Straßenschild läuft.

Praktisch wäre unterwegs auch ein kleines Stützimplantat im Ellbogen, das emsigen Blackberry-und iPhone-Nutzern hilft, den Unterarm leicht nach oben geneigt - sagen wir, in einem 105 Grad-Winkel - zu arretieren, so dass der mobile Nutzer stundenlang ermüdungsfrei arbeiten können.

Interner Nahrungstank für Gamer

Auch für die Computerspieler wird gesorgt sein. Wir alle kennen die unschönen Bilder vom Zocker mit Pizzakarton und Colaflasche. Während eines Computerspiels kann man nun mal nicht gut essen. Das stört die Konzentration und macht schmierige Finger. Doch in Zukunft werden den Gamern extra Nahrungstanks in den Magen eingebaut. Diese entlassen langsam und in kleinen Dosen alles, was der Mensch zum Leben braucht: Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente, isotonische Flüssigkeiten und Ballaststoffe. Steuern könnte man die Nahrungstanks durch WLAN-Befehle. Der Inhalt reicht für mindestens 18 Stunden "World of Warcraft".

Steuersystem auf dem Kopf

Natürlich ist es notwendig, all diese kleinen Body Machines und elektronischen Bio-Supporter zentral zu steuern und zu konfigurieren. Dafür ist ein kleines Health-Admin-Modul zuständig, das sich auf dem Kopf unter den Haaren versteckt. Es misst Hirnströme und Körpertemperatur und registriert den Puls. Außerdem ist ein Beschleunigungssensor eingebaut, der dem Modul sagt, ob der Anwender gerade sitzt, steht oder sich bewegt. Hinzu kommt eine kleine Kamera, die auf dem Display des Notebooks, im Rahmen des Smartphones oder auf dem Monitor integriert ist. Das Betriebssystem sendet Informationen über die Anwendung, die gerade aktiviert ist. Mit all diesen Informationen kann das System dann die jeweils nötige Body Machine aktivieren.

Auch der Anwender selbst kann in das System eingreifen. Er benötigt dazu ein Android-Smartphone mit einer Body-Machine-App. In dieser App nimmt der Anwender alle nötigen Grundeinstellungen vor. Für jede Situation gibt es individuelle Voreinstellungen. Setzt sich der Anwender vor den PC, um ein längeres Computerspiel zu starten, wird nach etwa drei Stunden auf den internen Nahrungstank geswitcht. Bei längeren Arbeitssitzungen am PC aktiviert das System die rückwärtigen Stützmuskeln oberhalb der Lendenwirbelsäule. Zieht er unterwegs das Smartphone aus der Tasche, erhält die Kontaktlinse per Bluetooth den entsprechenden Fokussier-Befehl.

Der Mensch der Zukunft muss dann nicht mehr ins Krankenhaus. Er trägt sozusagen ein mobiles Krankenhaus inklusive eines kompletten Teams von Spezialisten und Ärzten ständig mit sich herum.

So entsteht aus Computer, Medizin und Mensch fast so etwas wie ein Cyborg. Oder auch ein Androide. Darum heißen die Smartphones ja auch Android. So oder so ähnlich muss sich ihr Schöpfer und Namensgeber das wohl gedacht haben…

Kommentare zu diesem Artikel

Der Mensch ist an die digitale Gesellschaft nur unzureichend angepasst. Ständig möchte er beispielsweise lieber aufrecht gehen, statt nur vor dem Monitor zu kauern. Zum Glück haben wir modernste Technik und Medizin. Die bringen uns mit großen Schritten in die Zukunft!

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  • Sally K. schrieb Uhr
    AW: Verkehrte Netzwelt: Biotechnik: Der Cyborg in uns

    Für mich hört sich das Ganze nach reiner Zukunftsmusik an, aber wer weiss...früher hätte man farbige Linsen genauso bezeichnet und mittlerweile ist das Tragen farbiger Linsen nichts aussergewöhnliches mehr. Ich habe das auch schon einmal ausprobiert und meine Linsen bequem und einfach online bestellt.

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Verkehrte Netzwelt: Biotechnik: Der Cyborg in uns
Verkehrte Netzwelt: Biotechnik: Der Cyborg in uns
Den PC an den Menschen anzupassen ist schwierig, kostet zu viel und dauert zu lange. Also passt man lieber den Menschen an seinen PC an.
http://www.netzwelt.de/news/93159-verkehrte-netzwelt-biotechnik-cyborg-uns.html
2012-07-28 11:09:32
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/hightech-kapseln-menschen-fit-arbeit-computer-bild-netzwelt-15495.jpg
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