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Kaufberatung: SSD oder Festplatte
Vor- und Nachteile

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Wer sich einen neuen Computer kauft, steht häufig vor der Wahl zwischen einer herkömmlichen Festplatte oder einem SSD-Speicher. Betrachtet man nur die Technologie, fällt die Entscheidung eindeutig aus, doch oft gibt auch noch der Geldbeutel den Ausschlag.

Die kleine, schnelle SSD oder doch lieber die große, behäbige HDD? Beim Kauf einer neuen Festplatte steht für den Nutzer die Wahl zwischen zwei verschiedenen Technologien. Rein technischen Gesichtspunkten zufolge kann es nur eine Entscheidung geben, die allerdings den Preisvorstellungen des Käufers häufig nicht standhalten kann.

Ein SSD-Speicher ohne Gehäuse, gut zu erkennen sind die verschiedenen Flash-Module.

HDD: Viel Kapazität für wenig Geld

Hard Disk Drives oder kurz HDDs sind nach wie vor am weitesten verbreitet unter den Massenspeichern, die sich über viele Jahre bewährt haben, technisch aber nicht mehr dem neuesten Stand der Forschung entsprechen.

Im Gehäuse der Festplatte befinden sich Magnetscheiben, die sich mehrheitlich mit 5.800 oder 7.200 Umdrehungen pro Minute drehen. Ein Schreib- und Lesekopf fährt über die sich drehenden Scheiben und bearbeitet die abgespeicherten Daten. Der mechanische Kopf ist auch für einige der Nachteile der Technologie verantwortlich.

Durch die bewegliche Mechanik verursacht ein Festplattenlaufwerk im Betrieb Geräusche, die je nach Modell und Nutzungsdauer unterschiedlich laut ausfallen. Zudem besteht bei Erschütterungen die Gefahr, dass der Schreib- und Lesekopf die empfindlichen Magnetscheiben zerkratzt und so Daten vernichtet. Moderne HDDs reagieren extrem schnell auf Bewegungen und heben den Kopf zur Sicherheit an. Für den Nutzer bedeutet dies allerdings auch eine Pause beim Zugriff auf die gespeicherten Daten.

SSD: Schnell, leise und sicher

Die Abkürzung SSD steht für Solid State Drive. Dabei handelt es sich um Speichermedien mit Flash-Modulen, vergleichbar mit USB-Sticks oder den SD-Speicherkarten für Kameras und Smartphones, die sich als Festplatten verbauen lassen. In der Regel stecken sie in einem 2,5-Zoll-Gehäuse, das bei Notebooks Standard ist und sich mit einer Adapter-Halterung auch in die größeren 3,5-Zoll-Einschübe eines Desktop-Gehäuses einbauen lässt.

Der Zugriff auf die Flash-Module erfolgt über einen Controller, der nicht nur schneller arbeitet als die Schreib- und Lese-Köpfe einer herkömmlichen Festplatte, sondern auch deutlich höhere Transfergeschwindigkeiten erreicht. Auch aus diesem Grund werden SSD-Festplatten als Bootdatenträger immer beliebter. Das System fährt in der Regel nicht nur deutlich schneller hoch, sondern ermöglicht zudem viel schnelleres Verrichten alltäglicher Arbeiten.

Samsung SSD 470 im Test

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Flashbasierte Festplatte mit 256 Gigabyte Speicherkapazität. Norton Ghost soll für eine einfache Portierung der bestehenden Windows-Installation sorgen.

Aufgrund des technischen Vorsprungs arbeiten SSD-Festplatten nicht nur schneller, sondern auch leiser und verbrauchen weniger Strom. Gleichzeitig sind sie aufgrund des fehlenden Schreib- und Lesekopfs sowie anderer beweglicher Teile deutlich unempfindlicher gegenüber Erschütterungen.

Unterschiedliche Technik für verschiedene Geräte

Wer sich für eine SSD entscheidet, sollte vor allem auf den verwendeten Controller achten. Denn der richtige Controller ist entscheidend für die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Derzeit sind vor allem SSDs mit Controllern von Indilinx, Intel, Samsung und Sandforce zu empfehlen.

Bei den mobilen Geräten können die SSDs ihre Vorteile (geringer Stromverbrauch und fehlende empfindliche Mechanik) voll ausspielen. In Zeiten von Cloud-Speichern, externen Festplatten sowie Musik- und Video-Streaming sind die inzwischen günstigen, 128 oder 256 Gigabyte großen Flashspeicher in dieser Geräteklasse für die meisten Anwender bereits ausreichend. Diese Kontingente bewegen sich in noch erschwinglichen Preiskategorien.

Samsung SSD 470 im Test - Einbau

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Der Einbau gestaltet sich natürlich bei jedem Desktop-Gehäuse und Laptop anders - so dass die Bilder nur ein Beispiel von vielen sind.

Bei Desktop-Rechnern, die Platz für den Einbau mehrerer Festplatten haben, hat sich folgende Lösung bewährt: Eine “kleine” SSD mit mindestens 80 Gigabyte Kapazität dient zur Installation des Betriebssystems und der Programme. Für Dateisammlungen - egal ob Musik, Fotos, Videos oder Spielstände - kommt mindestens eine herkömmliche Festplatte mit einer Kapazität von beispielsweise einem Terabyte hinzu. Das System sollte anschließend nicht spürbar langsamer als eine reines SSD-System laufen.

Defragmentierung vs. Trim-Verfahren

Während eine Festplatte in regelmäßigen Abständen defragmentiert werden sollte, damit das Dateisystem die Betriebsgeschwindigkeit nicht ausbremst, kommen Solid-State-Drives ohne Defragmentierung aus. Solid-State-Drives können dafür neue Daten nicht über alte schreiben. SSDs müssen zunächst den Block löschen und anschließend wieder füllen. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig und bremst eine SSD mit zunehmender Laufzeit immer mehr aus. Dem entgegen wirkt Trim. Dieser Befehl löscht die Daten endgültig, die Speicherblöcke sind anschließend leer. Den Trim-Befehl unterstützen allerdings nur Windows 7/8 und aktuelle Linux-Kernel.

Für ältere Betriebssysteme wie Windows XP oder Vista bieten einige Hersteller deshalb entsprechende Software an. Diese Trim-Programme starten mit dem Betriebssystem und durchsuchen und bereinigen die SSD. Viele Solid-State-Drives unterstützen Trim erst seit kurzem, weshalb mitunter auch eine neue Firmware-Version benötigt wird. Dafür löschen die Flash-Speicher Daten nahezu permanent, weshalb die Wiederherstellung der Daten schwierig wird. Festplatten hingegen entfernen beim Löschen von Daten nur die Einträge im Inhaltsverzeichnis, weshalb die Datenrettung vergleichsweise einfach ist - solange die Daten nicht überschrieben wurden.

Fazit

Betrachtet man nur die technischen Aspekte, haben die SSDs eindeutig die Nase vorn. Die herkömmlichen Festplatten sammeln nur durch die größere Kapazität pro Datenträger und ihren niedrigeren Preis Punkte. Allerdings fallen auch die Kosten für Flashspeicher ständig, so dass der Vorteil beim Euro-pro-Gigabyte-Vergleich laufend kleiner wird. Gleichzeitig steigen auch die Kapazitäten der SSD-Speicher an. Das erste Exemplar mit vier Terabyte ist bereits vorgestellt worden, aber bisher nur für den Einsatz in Unternehmen gedacht.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer sich einen neuen Computer kauft, steht häufig vor der Wahl zwischen einer herkömmlichen Festplatte oder einem SSD-Speicher. Betrachtet man nur die Technologie, fällt die Entscheidung eindeutig aus, doch oft gibt auch noch der Geldbeutel den Ausschlag.

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  • _Macromonium_ schrieb Uhr
    AW: Kaufberatung: SSD oder Festplatte

    Sagen wir es so: In Fachforen werden OCZs "nicht uneingeschränkt empfohlen" :-?
  • yezz0212 schrieb Uhr
    AW: Kaufberatung: SSD oder Festplatte

    meine ocz hat bis knapp vor ende des garantiezeitraums gehebt. alternate erstattet mir aber immerhin den zeitwert des geräts - ohne ersatz. tragisch...
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Kaufberatung: SSD oder Festplatte
Kaufberatung: SSD oder Festplatte
SSD oder Festplatte? Wer sich einen neuen Computer kauft, steht vor dieser Frage, die am Ende nicht immer der Geldbeutel entscheidet.
http://www.netzwelt.de/news/93138-kaufberatung-ssd-festplatte.html
2012-07-29 09:16:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/ssd-speicher-ohne-gehaeuse-gut-erkennen-verschiedenen-flash-module-15459.jpeg
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