Hauptsache anders

The Secret World: Im Kurztest

Mit einer mutigen Neuinterpretation will das norwegische Entwicklerstudio Funcom Schwung in das festgefahrene Online-Rollenspiel-Genre bringen. Dabei macht der Action-, Horror- und Survival-Trip "The Secret World" vieles, aber nicht alles besser, wie sich in den ersten Anspielstunden zeigt.

?
?



Test: The Secret World: Das Mystery-MMORPG The Secret World spielt in einer Gegenwart, in der Vampire, Untote und andere Kreaturen existieren. Der Spieler selbst ist ein übernatürlich begabter Mensch, der sich einem Geheimbund anschließt. Zur Auswahl stehen die Illuminaten, die Drachen und die Templer. Fortan werden, im Namen des gewählten Geheimbunds, Abenteuer erlebt. Zum Video: Test: The Secret World

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Wettstreit der Geheimbünde
  2. 2Fazit
  3. 3Datenblatt
Werbung

Orks? Magier? Mächtige Schwerter und dicke Rüstungen? Fehlanzeige. "The Secret World" pfeift weitgehend auf Genre-Standards. Anstelle von Grünhäutern und Spitzohren wird hier auf Seiten dreier Geheimbunde gegen Zombies, Vampire, Hexen und aus Dimensionslöchern kriechende Höllenhunde gekämpft: Ob man sich dabei den Illuminaten, den Templern und den Chaos-liebenden Drachen anschließt, ist reine Geschmackssache.

Dabei ist der Anfang stets identisch: Nach der Charaktergenerierung fliegt dem schlafenden Held ein leuchtendes Insekt in den Mund. Das sorgt nicht nur für einen ziemlich abgedrehten Traum, sondern auch für übersinnliche Fähigkeiten - was wiederum den Besuch eines Vertreters jener Fraktion zur Folge hat, für die man sich zuvor entschieden hat.

Wettstreit der Geheimbünde

Das große Ziel ist es, die Macht des eigenen Geheimbundes zu mehren. Doch der Weg dorthin ist gänzlich anders, als man das von "World of Warcraft" und Co. gewohnt ist. Genre-Experten werden bei ihren ersten Schritten durch das verfluchte US-Hafenstädtchen Kingsmouth staunen, denn es gibt keinerlei gelbe Fragezeichen über den Köpfen der Nicht-Spieler-Charakter (NSC), was für gewöhnlich einen Auftrag symbolisiert - und auch kein prall gefülltes Aufgabenheft. Es kann stets nur eine Mission aktiv sein. Ebenfalls Mangelware sind Stufenaufstiege und der Besuch von Trainern: Die maximal sieben aktiven Fähigkeiten werden von selbst nach und nach freigeschaltet.

Vorgegebene Charakterklassen gibt es ebenfalls nicht: Jeder Typ kann jede Waffe tragen und sich im Verlauf des Spiels über ein recht kompliziertes Kräfterad spezialisieren. Auf diese Weise darf man jederzeit den eingeschlagenen Pfad verlassen. Allerdings ist es (noch) nicht möglich, die vergebenen Punkte neu zu veteilen. Die Kämpfe selbst laufen Action-betont ab. Es ist also nicht sonderlich ratsam, stur an einer Stelle stehen zu bleiben. Stattdessen muss man durch die Gegend springen, schießen, zuschlagen und gegnerischen Attacken ausweichen. Zu den bereits genannten sieben aktiven Fähigkeiten wirken im Hintergrund noch weitere sieben passive auf das Kampfgeschehen ein.

The Secret World: Im Kurztest

  • Bild 1 von 11
  • Bild 2 von 11
  • Bild 3 von 11
  • Bild 4 von 11
  • Bild 5 von 11
  • Bild 6 von 11
  • Bild 7 von 11
  • Bild 8 von 11
  • Bild 9 von 11
  • Bild 10 von 11
  • Bild 11 von 11

Einfach ist der Einstieg allerdings nicht. "The Secret World" lässt den Spieler trotz komplexer Mechaniken gerne im Regen stehen. Bedeutet: Es gibt viel zu entdecken und herauszufinden - aber ohne Hilfe des Programms. Zudem ähneln sich die Abläufe und Aufgaben innerhalb der Fraktionen sehr, was den Wiederspielwert mit einem anderen Geheimbund deutlich mindert.

Dafür heben sich die Aufgaben in Kingsmouth und später in Ägypten und Transsilvanien wohlwollend von öden "Sammel X Gegenstände"- und "Töte X Monster des Typs Z"-Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen anderer Genre-Vertreter ab. Es gibt sogar Detektivaufgaben, in denen beispielsweise Morsezeichen dekodiert und Bibelzitate herausgefunden müssen. Gerne auch außerhalb des Spiels über eine Google-Suche. Das macht die Geschichte von "The Secret World", selbst wenn sie anfangs etwas abstrus erscheinen mag, zum größten Kaufargument - auch wenn die deutschen Sprecher teils unfreiwillig komisch wirken. Wer kann, sollte die englische Version spielen.

Technisch ist "The Secret World" eine runde Sache. Auf der höchsten Detailstufe mit aktiviertem Tesselation entwickelt das Programm jedoch knackige Ansprüche an die Hardware.

Fazit

Was bleibt unter dem Strich nach den ersten 30 Stunden Spielzeit? "The Secret World" setzt sich von Konkurrenztiteln bewusst ab. Einige Ansätze sind gut gelungen, bei manchen Elementen muss man sich jedoch fragen, ob man das (Kräfte)Rad unbedingt neu erfinden musste. Wo ein "World of Warcraft" dem Spieler zu viele Entscheidungen abnimmt, geht Funcoms Titel genau in die andere Richtung. Und ob das jedermanns Sache ist, darf bezweifelt werden.

Etwas mehr Aufmerksamkeit sollte Funcom mithilfe künftiger Patches dem Komfort zukommen lassen. Gleichzeitig könnten sich die Norweger bemühen, dem Spieler das Handwerk und das Player-versus-Player-System schmackhafter zu machen. Doch nachdem die Macher ohnehin angekündigt haben, monatliche Erweiterungen zu liefern, dürfte diesbezüglich durchaus Hoffnung bestehen.

Datenblatt

The Secret World
SpielnameThe Secret World
HerstellerFuncom
VertriebEA
GenreOnline
Erhältlich ab03.07.2012
Preisca. 50 Euro
EAN Code5030932107824
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene und Profis
Alterab 16 Jahren
Multiplayerja (WWW)
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemPC

Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst

Mehr zum Thema »

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Handy Mobile World Congress 2013 Die Messe-Neuheiten aus Barcelona

Der Mobile World Congress 2013 ist vorbei. Netzwelt zeigt welche Handys und Tablet-PCs in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen...

DSL AVM Neue Fritz!Box 3390 mit schnellem Dualband-WLAN

Die Fritz!Box 3390 spannt zwei Funkbänder mit bis zu 450 Megabit pro Sekunde parallel auf. Sie eignet sich vor allem für Anwender, die Wert auf...



Forum