Umgeben von Hightech
Verkehrte Netzwelt: Big Brother auf der Autobahn
Moderne Autos sind vollgestopft mit intelligenter Elektronik. Vom Spurhalte-Assistenten über das Head-up-Display bis zur eingebauten Spracherkennung, aktuelle Computertechnik soll die Fahrt noch sicherer machen. Doch dienen diese Systeme wirklich nur der Sicherheit? Oder steckt da mehr dahinter?
Inhaltsverzeichnis
- 1Das mobile Multimediabüro
- 2E-Mail schreiben bei Tempo 200
- 3Die mobile Überwachung
Schon erstaunlich, was moderne Autos alles können. Sie helfen beim Einparken, sie halten die Geschwindigkeit, sie halten die Spur, sie sehen Hindernisse in der Nacht, und bei Regen schalten sie die Scheibenwischer ein. Könnte ja sein, dass der Fahrer den Regen nicht bemerkt. Oder den Regen bemerkt, aber nicht die richtigen Schlüsse daraus zieht. Manchmal ist das Fahrzeug eben intelligenter als der Mensch. Fürsorglicher und aufmerksamer ist es allemal. Moderne Autos merken sogar, wenn der Fahrer einschläft und wecken ihn wieder auf. Das Navigationsgerät oder das DAB+-Radio mit MP3-Player muss man da gar nicht mehr erwähnen.
Das mobile Multimediabüro
Das ganze Arsenal aus Ultraschall-Sensoren, Kameras, Touch-Displays und Steuerungselektronik verwandelt das Automobil in eine Art rollendes Multimedia-Büro. Die besten Beispiele für solche Hightech-Kapriolen findet man natürlich bei renommierten deutschen Autoherstellern wie Mercedes, BMW, Volkswagen oder Audi. Das sind die besten Autos der Welt.
In BMWs 6er Gran Coupé gibt es Fahrerassistenz-Systeme, Parkassistenten, fünf Kamerasysteme und ein Head-up-Display, das die Geschwindigkeit und Navigationshinweise auf die Windschutzscheibe projiziert. Wer nachts unterwegs ist, dem hilft "Night Vision", Menschen am Straßenrand zu erkennen.
Der VW Jetta glänzt mit Multifunktions-Lenkrad, Berganfahr-Assistent, iPod-Anschluss und schlüssellosem Schließ- und Startsystem "Keyless Access". Die Mercedes S-Klasse hat Highlights wie aktive Spurhalte-Assistenten, einen Abstandsregel-Tempomat, adaptive Fernlichtassistenten, Nachtsicht-Assistenten und ein Intelligent Light System an Bord. Um nur einige zu nennen.
Man möchte hinzufügen: Da muss man ja gar nicht mehr Auto fahren können. Ist manchmal auch besser so.
Auf jeden Fall ist das ein schönes Geschäftsfeld für einen IT-Hersteller wie Toshiba, der beispielsweise mit kleinen Festplatten ganz groß im Autogeschäft ist.


Moderne Autos bieten neben den Assistenzsystemen wie ABS oder ESP auch immer mehr Unterhaltungselektronik. Diese lenken häufig vom Fahren ab und führen mitunter zu Unfällen. Muss Technik wie DVD-Player, Internetzugang oder Multimedia-Station in Autos verboten werden? Stimmen Sie ab?
Nur selten marktreif, dafür umso spannender: Auf der CES zeigten manche Autohersteller und Elektronikunternehmen, wie sie sich die Zukunft des Autos vorstellen.
Zwei Videos zeigen ein Roboter-Auto von Google in Aktion. Der Suchmaschinenanbieter hat seine autonom fahrenden Autos auf einem Parkplatz in der Nähe der diesjährigen TED-Konferenz vorgeführt. Einige Teilnehmer durften sogar mitfahren.
Auf der CES hat Audi ein System vorgestellt, mit dem Autos ohne Fahrer in Parkhäusern ein- und ausparken. Per App schicken die Fahrzeug-Besitzer ihr Vehikel in die Tiefgarage oder rufen es zurück.
In Kalifornien unterzeichnete Jerry Brown ein Gesetz, das Google den Einsatz von fahrerlosen Autos auf öffentlichen Straßen erlaubt. Für Notfälle muss jedoch noch immer ein Mensch im Auto sitzen.
Der für seine Spracherkennungssoftware Dragon Naturally Speaking bekannte Hersteller Nuance Communication wird Ende Juli zwei Applikationen veröffentlichen, die es ermöglichen iPhone, iPad und iPod Touch via Stimme zu bedienen. Beide Apps sind über Apples iTunes Store zunächst kostenfrei erhältlich.
Seit zwei Jahren sind in den USA autonom fahrende Autos von Google unterwegs. Dem Unternehmen wurde jetzt ein Patent zugesprochen, bei dem es um den Wechsel vom Fahrer zum automatischen Modus geht.




