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Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG im Test
2,2-Kilo-Ultrabook mit DVD-Laufwerk?

von Michael Knott
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Der Test beweist: Das Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG ist gar kein Ultrabook. Aber vielleicht kann der 15-Zöller ja durch andere Qualitäten, wie durch die eingebaute Nvidia-Grafik punkten.

Trotz 15-Zoll-Display, DVD-Laufwerk und dedizierter Nvidia-Grafik verpasst Acer der Timeline Ultra M3-Serie den Ultrabook-Stempel. Und feiert die Ausstattung gleich auch noch als "Weltneuheit". Handelt es sich beim M3 um einen Technologieträger oder um eine Mogelpackung, die auf der Ultrabook-Welle schwimmt?

Klein, leicht und schick sollen sie sein, die Ultrabooks. Die meisten Geräte, bei denen viele noch immer das MacBook Air von Apple als Maß aller Bemühungen sehen, kommen daher ohne optisches Laufwerk, mit Displaygrößen von maximal 13,3 Zoll in den Handel. Frei nach dem Motto: Was nicht dran ist, kann auch nichts wiegen.

Acer bezeichnet auch das Timeline Ultra M3-581TG als Ultrabook, was ein wenig für Verwirrung sorgt. Immerhin bringt das Notebook stattliche 2,24 Kilogramm auf die Waage. Der Idee des stets verfügbaren Begleiters widerspricht allein schon diese Tatsache. Auch ist das Acer "Ultrabook" für den täglichen Gang zur Arbeit oder Universität deutlich zu sperrig.

Aber Ultrabooks sind "in", Intel bewirbt die Gattung kräftig und so ist mittlerweile vieles Ultra, was vor einem Jahr noch nicht mal als Subnotebook durchgegangen wäre. Dabei hat es das Timeline-Modell überhaupt nicht nötig, sich mit Federn einer fremden Gattung zu schmücken.

Der erste Kontakt mit dem Testmodell fällt angenehm aus. Der Deckel empfängt die Finger mit kühlem Aluminium, die anschließend allerdings verzweifelt nach einer Vertiefung im Gehäuse suchen, um den Displaydeckel anzuheben. Intakte Fingernägel sind von Vorteil, um den 15-Zoll-Bildschirm von der Basis-Einheit zu lösen.

Aufgeklappt zeigt sich das Acer-Notebook von seiner Schokoladenseite: Die sehr großformatige Tastatur mit einzeln aufgehangenen Tasten kommt zum Vorschein und ein Schriftzug mit den Worten "Dolby Theater / Professionally Tuned" weckt Lust auf den ersten Hörtest. Doch dazu später mehr.

Die Verarbeitung des Testmodells gibt keinen Anlass zur Kritik. Kaum etwas wackelt, der Bildschirm lässt sich leicht, aber zum Glück nicht zu leicht in der gewünschten Position arretieren. Die Tastatur gibt auch unter heftigem Druck kaum nach. Wenn man bedenkt, dass Acer die günstigsten Varianten des M3 für unter 600 Euro abgibt, kann man die Verarbeitungsqualität nur als gelungen bezeichnen.

Ausstattung und Anschlüsse

Eine kleine Besonderheit am Acer Timeline Ultra M3 ist die Anordnung der Anschlüsse: Strom-, Netzwerk-, drei USB- und Kopfhöreranschlüsse versammeln sich alle an der Geräterückseite. DVD-Laufwerk und Speicherkartenleser finden sich an der linken Geräteflanke, die rechte Seite ist völlig verwaist. Ungewöhnlich ist auch die Position des Power-Schalters auf der Front. Von den drei USB-Schnittstellen ist lediglich eine zum neuen 3.0-Standard kompatibel.

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15-Zoll-Display, DVD-Laufwerk, 2,2 Kilogramm: Eigentlich ist das Acer Timeline U gar kein Ultrabook, auch wenn Acer es als solches bezeichnet. (Bild: netzwelt)

Ergonomie und Umwelt

Die großformatige Tastatur, die sogar über einen separaten Nummernblock verfügt, gibt sich im Test kaum eine Blöße. Der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben ist groß genug, Hub und Druckpunkt stimmen. Positiv: Die Pfeiltasten liegen abgesetzt von der großflächigen Shift-Taste und dürften damit auch Spielern genügen.

Kleinere Hände könnten hingegen Probleme mit dem Tastenabstand bekommen, da etwa die Rücktaste mit dem kleinen Finger nur umständlich erreicht wird. Medientasten, etwa zur Lautstärkerregelung, sind doppelt belegt und der Nutzer erreicht diese Funktionen ausschließlich über die blaue FN-Taste. Leider ist die Tastatur nicht beleuchtet.

Das Touchpad empfanden wir im Test als unpraktisch. Ähnlich eines Digitalkamera-Auslösers verfügt es über zwei Druckstufen, die zudem nur schwammige Rückmeldung liefern. Auch erfordert es vergleichsweise große Anstrengung, das Touchpad in den Ecken voll durchzudrücken, um etwa einen Rechtsklick auszuführen. Kurzum: Verbesserungswürdig.

Positiv: Über eine Klappe im Unterboden des Acer-Notebooks erlangt der Nutzer Zugang zum Massen- und Arbeitsspeicher. Gute Voraussetzungen um das Ultrabook technisch auf dem neusten Stand zu halten. Auch die Tastatur-Einheit lässt sich, etwa zu Reinigungszwecken, bei Bedarf und mit etwas Geschick komplett aus der Basiseinheit herauslösen.

Die Abwärme wird zum größten Teil über Schlitze an der Hinterseite des Notebook abgeführt. Der Lüfter verhält sich bei Office-Tätigkeiten und beim Surfen im Internet angenehm unauffällig, ist streckenweise sogar völlig deaktiviert. Auch beim Betrachten hochaufgelöster Videos bleibt die Geräuschentwicklung in sehr engen Grenzen. Bei normaler Bürolautstärke ist er auch dann nicht zu hören. Unter Last fährt er jedoch streckenweise dermaßen hoch, dass besorgte Naturen etwas skeptisch werden könnten. Grund zur Sorge besteht natürlich dennoch nicht.

Leistung

Unser Testgerät (Acer Aspire Timeline U M3-581TG-52464G52Mnkk) verfügt über einen Intel Core i5-2467M-Prozessor (Dualcore) mit einer Taktrate von 1,6 Gigahertz. Zusätzlich verbaut Acer vier Gigabyte DDR3-RAM. Die Größe der Festplatte beträgt 500 Gigabyte, eine 20-Gigabyte-SSD-Partition sorgt für schnelle Systemstarts. Als Betriebssystem kommt Microsoft Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Variante zum Einsatz. Die dedizierte Grafik-Einheit dieser Konfiguration ist Nvidias GeForce GT 640M, die auf der aktuellen Kepler-Architektur des Grafikspezialisten basiert.

Unter Cinebench 11.5 erreicht diese Konfiguration im OpenGL-Test respektable 6,92 Bilder in der Sekunde. Der CPU-Test gibt einen Wert von vergleichsweise schwachen 1,50 Punkten aus. Vergleichswerte anderer Ultrabooks ordnen diese Werte besser ein. Ziehen wir das ebenfalls von netzwelt getestete Sony Vaio T zum Vergleich heran, bei dem Intels Ivy Bridge-Architektur und ebenfalls ein Core i5 von Intel zum Einsatz kommt: Das Vaio erreicht 6,32 OpenGL-Punkte und 2,36 Punkte im CPU-Test. Auch das Lenovo Ideapad U310 liegt in diesem Bereich.

Löst man ein paar Schrauben im Boden, steht die Tür zum Innenleben des Acer-Notebooks offen.

Im Vergleich zu "klassischen" Ultrabooks bietet die von netzwelt getestete Ausstattungsvariante des Acer Timeline Ultra M3 also schwächere CPU-Werte, kann dafür erwartungsgemäß bei der Grafik dank Nvidias GeForce GT 640M punkten.

In der Praxis bedeutet dies eine deutlich bessere Performance beim Gaming und bei der Videowiedergabe, was durchaus schlüssig ist - schließlich lädt das Acer-Notebook dank großem 15,6-Zoll-Display viel mehr zum Multimedia-Konsum ein.

Leider handelt es sich beim durch stromsparende LED hinterleuchtetem Display um ein Exemplar der Gattung Schminkspiegel. Die nervigen Reflexionen sorgen dafür, dass man selbst in geschlossenen Räumen ständig damit beschäftigt ist, den optimalen Displaywinkel zu finden. Die relativ geringen Blickwinkel, sowohl aus horizontaler als auch aus vertikaler Sicht, erschweren die Suche nach einem störungsfreien Bild zusätzlich.

Während hoch aufgelöste Animations-Filme wie Big Buck Bunny wenig Anlass zur Kritik geben, enttäuscht das Display bei näherer Betrachtung. Beim Surfen im Netz oder beim Verfassen von Texten sind einzelne Bildpunkte auch ohne Lupe erkennbar. Ein Tribut an die nicht mehr ganz zeitgemäße Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Der verbaute Drei-Zellen-Akku mit 4.850 Milliamperstunden war im Test für eine ununterbrochene Videowiedergabe (maximale Helligkeit, WLAN deaktiviert) von 4:48 Stunden gut.

Das Display gehört in die Kategorie "Schminkspiegel": Oft sieht man mehr von sich selbst als vom eigentlichen Inhalt

Klang und Multimedia

Für ein Notebook bietet das Acer Timeline Ultra M3 einen ordentlichen Klang. Acer positioniert die vergleichsweise großen Lautsprecher jeweils rechts und links im Unterboden des Gehäuses, sodass mit kleinen Einschränkungen tatsächlich ein Stereo-Effekt zustande kommt. Wer nicht weiter als 1,5 Meter vom Notebook entfernt sitzt, kann beim Filme schauen daher auch auf Kopfhörer verzichten, ohne von scheppernden Boxen behelligt zu werden.

Bauartbedingt fehlt es den kleinen Speakern an Bass, tiefe Frequenzen kommen daher Laptop-typisch fade rüber. Trotz des üppigen Platzangebots verzichtet Acer auf eigenständige Tasten zur Multimediasteuerung - schade. Gängige Funktionen zur Lautstärkeregelung und zum Titelsprung erreicht der Nutzer daher nur über eine separate Funktionstaste.

Ausstattungsvarianten und Preis

Kunden können sich dieses Timeline-Modell individuell zusammenstellen, die Preisspanne reicht dabei von knapp 600 Euro bis hin zu 1.200 Euro. Allen Varianten ist das 15-Zoll-Display gemeinsam. Für die von netzwelt getestete Version mit Core i5-Prozessor, 500-Gigabyte-Hybrid-HDD und vier Gigabyte RAM verlangt Acer laut unverbindlicher Preisempfehlung 799 Euro.

Zum Preis von 599 Euro liefert Acer das Basis-Modell mit Core i3-Prozessor und 320 Gigabyte großer Festplatte aus. Wer ein wenig mehr Leistung braucht, kann auch zur Top-Variante mit Core i7 und schneller SSD greifen. Dann werden allerdings 1.200 Euro fällig.

Eine Kaufempfehlung können wir für das von netzwelt getestete Modell daher nicht aussprechen. Dies gilt auch blind für die leistungsfähigere Top-Variante für 1.200 Euro - denn auch diese verfügt über dasselbe Display. Lediglich die Basis-Variante zum Preis von 599 Euro könnte für denjenigen interessant sein, der ein großformatiges 15-Zoll-Notebook mit DVD-Laufwerk und ausgewachsener Tastatur sucht und das Notebook nur am Schreibtisch, in abgedunkelten Zimmern nutzen möchte. Dann geht auch der Preis von knapp 600 Euro in Ordnung.

Aktuelle Testberichte zu Ultrabooks finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt. Eine Übersicht der letzten Notebook-Tests finden Sie hier.

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Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG
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Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG wurde als Notebook abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Notebooks". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Acer, Laptop, Acer Aspire, Acer Aspire, Review, Ultrabook und Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG .
Kommentare zu diesem Artikel

Der Test beweist: Das Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG ist gar kein Ultrabook. Aber vielleicht kann der 15-Zöller ja durch andere Qualitäten, wie durch die eingebaute Nvidia-Grafik punkten.

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  • Marek schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

    Gewährleistungsansprüche dürftest Du ja noch haben - oder? Ja die habe ich noch. Werde mir aber sowieso bald ein anderes Notebook zulegen, da es nicht einmal für ein Gelegenheits Spieler reicht, also was den Lüfter betrifft ...
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

    ... manche Tasten ... Das könnte ein mechanischer Defekt sein - würde Dir empfehlen damit mal zum Hersteller zu gehen. Gewährleistungsansprüche dürftest Du ja noch haben - oder?
  • Marek schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

    Ich habe das Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG letzten Sommer gekauft und war nach kurzer zeit schon enttäuscht. Nach einiger Zeit hielt der Akku bei weitem nicht das was er sollte, trotz guter "Akkupflege", sprich nur aufladen wenn er leer ist und wenn er voll ist nicht mehr. Dann hat es mich sehr geärgert das der Akku so oft überhitzt. Die Lüfterschächte sind größtenteils unten Rechts angebracht. Wenn sie das Notebook auf den Tisch stellen, merken sie das der Lüfter nach einiger Zeit laut wird. Dann müssten sie das Notebook erstmal 1 Stunde weglegen, damit sie vermeiden, dass es überhitzt. Seit paar Wochen funktionieren manche Tasten öfters nicht mehr, im Bereich um die Leertaste ( y, c, v, b, n, m und die Leertaste ) Wenn ich sie drück passiert einfach nichts, egal wie doll ich drück. Kann mir da vielleicht einer Helfen, zum Beispiel wie man die Tastetur komplett herausbekommt? Oder muss ich jede Taste einzelnd raus nehmen? Wenn ja dann bringt das nichts weil ich hab schon die Tasten abgemacht und auf diesen Sensor gedrückt. Allein dieser Text war aufwändig zu Schreiben wenn andauernd die Tasten spinnen. LG
  • princess15114 schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

    Ein Notebook darf dieses Zertifikat tragen wenn es von Intel festgelegte Anforderungen erfüllt.Die da u.a. wären (Intel Urfassung): - Gewicht von knapp über 1000 Gramm - Bauhöhe: 20 Millimeter - Akkulaufzeit: ca. 5 Stunden Insofern wäre dies in die Kategorie 'Ultraschleppbook' einzuordnen.
  • Thorsten schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

    Liebe Redaktion: "Ultrabook" ist eine eingetragene Marke von Intel. Ein Notebook darf dieses Zertifikat tragen wenn es von Intel festgelegte Anforderungen erfüllt. Das vorgestellte Modell erfüllt diese Anforderungen, ist damit ein reinrassiges Ultrabook. Nur weil andere Ultrabooks bisher meist kleiner ausgefallen sind, zeugt es doch von einem recht flachen redaktionellen Niveau dem Acer Modell die Ultrabook-Zertifizierung abzusprechen!
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Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG im Test
Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG im Test
Mit dem Aspire Timeline Ultra M3 hat Acer ein Ultrabook im Programm, das eigentlich gar keines ist - wie der netzwelt-Test beweist.
http://www.netzwelt.de/news/93012-acer-aspire-timeline-ultra-m3-581tg-test.html
2012-07-22 10:08:57
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/acer-aspire-timeline-ultra-m3-581tg-produktbild-114541.png
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