2,2-Kilo-Ultrabook mit DVD-Laufwerk?

Acer Aspire Timeline Ultra im Test: Das Möchtegern-Ultrabook

Trotz 15-Zoll-Display, DVD-Laufwerk und dedizierter Nvidia-Grafik verpasst Acer der Timeline Ultra M3-Serie den Ultrabook-Stempel. Und feiert die Ausstattung gleich auch noch als "Weltneuheit". Handelt es sich beim M3 um einen Technologieträger oder um eine Mogelpackung, die auf der Ultrabook-Welle schwimmt?

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Acer Timeline U: Ein Multimedia-Notebook unter Ultrabook-Flagge: Nach Meinung von Acer ist das Timeline Ultra M3 trotz DVD-Laufwerk, 15-Zoll-Monitor und 2,2 Kilogramm Lebensgewicht ein Ultrabook. Aber unabhängig von der Namensgebung, hätte dieser Begleitung einen besseren Bildschirm verdient. Zum Video: Acer Timeline U

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ausstattung und Anschlüsse
  2. 2Ergonomie und Umwelt
  3. 3Leistung
  4. 4Klang und Multimedia
  5. 5Ausstattungsvarianten und Preis
  6. 6Fazit
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Klein, leicht und schick sollen sie sein, die Ultrabooks. Die meisten Geräte, bei denen viele noch immer das MacBook Air von Apple als Maß aller Bemühungen sehen, kommen daher ohne optisches Laufwerk, mit Displaygrößen von maximal 13,3 Zoll in den Handel. Frei nach dem Motto: Was nicht dran ist, kann auch nichts wiegen. 

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Acer bezeichnet auch das Timeline Ultra M3-581TG als Ultrabook, was ein wenig für Verwirrung sorgt. Immerhin bringt das Notebook stattliche 2,24 Kilogramm auf die Waage. Der Idee des stets verfügbaren Begleiters widerspricht allein schon diese Tatsache. Auch ist das Acer "Ultrabook" für den täglichen Gang zur Arbeit oder Universität deutlich zu sperrig. 

Aber Ultrabooks sind "in", Intel bewirbt die Gattung kräftig und so ist mittlerweile vieles Ultra, was vor einem Jahr noch nicht mal als Subnotebook durchgegangen wäre. Dabei hat es das Timeline-Modell überhaupt nicht nötig, sich mit Federn einer fremden Gattung zu schmücken. 

Der erste Kontakt mit dem Testmodell fällt angenehm aus. Der Deckel empfängt die Finger mit kühlem Aluminium, die anschließend allerdings verzweifelt nach einer Vertiefung im Gehäuse suchen, um den Displaydeckel anzuheben. Intakte Fingernägel sind von Vorteil, um den 15-Zoll-Bildschirm von der Basis-Einheit zu lösen. 

Aufgeklappt zeigt sich das Acer-Notebook von seiner Schokoladenseite: Die sehr großformatige Tastatur mit einzeln aufgehangenen Tasten kommt zum Vorschein und ein Schriftzug mit den Worten "Dolby Theater / Professionally Tuned" weckt Lust auf den ersten Hörtest. Doch dazu später mehr. 

Die Verarbeitung des Testmodells gibt keinen Anlass zur Kritik. Kaum etwas wackelt, der Bildschirm lässt sich leicht, aber zum Glück nicht zu leicht in der gewünschten Position arretieren. Die Tastatur gibt auch unter heftigem Druck kaum nach. Wenn man bedenkt, dass Acer die günstigsten Varianten des M3 für unter 600 Euro abgibt, kann man die Verarbeitungsqualität nur als gelungen bezeichnen.

Ausstattung und Anschlüsse

Eine kleine Besonderheit am Acer Timeline Ultra M3 ist die Anordnung der Anschlüsse: Strom-, Netzwerk-, drei USB- und Kopfhöreranschlüsse versammeln sich alle an der Geräterückseite. DVD-Laufwerk und Speicherkartenleser finden sich an der linken Geräteflanke, die rechte Seite ist völlig verwaist. Ungewöhnlich ist auch die Position des Power-Schalters auf der Front. Von den drei USB-Schnittstellen ist lediglich eine zum neuen 3.0-Standard kompatibel. 

Acer Aspire Timeline Ultra M3-581TG

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Ergonomie und Umwelt

Die großformatige Tastatur, die sogar über einen separaten Nummernblock verfügt, gibt sich im Test kaum eine Blöße. Der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben ist groß genug, Hub und Druckpunkt stimmen. Positiv: Die Pfeiltasten liegen abgesetzt von der großflächigen Shift-Taste und dürften damit auch Spielern genügen. 

Kleinere Hände könnten hingegen Probleme mit dem Tastenabstand bekommen, da etwa die Rücktaste mit dem kleinen Finger nur umständlich erreicht wird. Medientasten, etwa zur Lautstärkerregelung, sind doppelt belegt und der Nutzer erreicht diese Funktionen ausschließlich über die blaue FN-Taste. Leider ist die Tastatur nicht beleuchtet.

Das Touchpad empfanden wir im Test als unpraktisch. Ähnlich eines Digitalkamera-Auslösers verfügt es über zwei Druckstufen, die zudem nur schwammige Rückmeldung liefern. Auch erfordert es vergleichsweise große Anstrengung, das Touchpad in den Ecken voll durchzudrücken, um etwa einen Rechtsklick auszuführen. Kurzum: Verbesserungswürdig.

Positiv: Über eine Klappe im Unterboden des Acer-Notebooks erlangt der Nutzer Zugang zum Massen- und Arbeitsspeicher. Gute Voraussetzungen um das Ultrabook technisch auf dem neusten Stand zu halten. Auch die Tastatur-Einheit lässt sich, etwa zu Reinigungszwecken, bei Bedarf und mit etwas Geschick komplett aus der Basiseinheit herauslösen.

Die Abwärme wird zum größten Teil über Schlitze an der Hinterseite des Notebook abgeführt. Der Lüfter verhält sich bei Office-Tätigkeiten und beim Surfen im Internet angenehm unauffällig, ist streckenweise sogar völlig deaktiviert. Auch beim Betrachten hochaufgelöster Videos bleibt die Geräuschentwicklung in sehr engen Grenzen. Bei normaler Bürolautstärke ist er auch dann nicht zu hören. Unter Last fährt er jedoch streckenweise dermaßen hoch, dass besorgte Naturen etwas skeptisch werden könnten. Grund zur Sorge besteht natürlich dennoch nicht.