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Lenovo Ideapad U310 im Test
Leuchtender Alltagsbegleiter

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Mit dem Ultrabook Ideapad U310 hat Lenovo ein günstiges Arbeitsgerät für Schüler und Studenten im Programm. Im Test zeigen sich zwar ein paar heftige Schwächen, die aber angesichts des günstigen Preises verschmerzbar sind.

Das Lenovo Ideapad U310 fällt ein wenig aus dem Rahmen gängiger Ultrabooks. Denn es ist nicht nur bunter, sondern auch günstiger als viele Konkurrenzmodelle. Dafür wiegt es ein paar Gramm mehr und beschneidet den Besitzer an zwei weiteren, empfindlichen Stellen.

Multitouchpad aus Glas, Gehäuse aus farblich abgesetztem Aluminium - das Ultrabook U310 von Lenovo geizt nicht mit optischen Reizen. Und hat dennoch eine Zielgruppe im Visier, die nicht gerade bekannt ist für gut gefüllte Brieftaschen: Schüler und Studenten. Die Preise beginnen je nach gewählter Ausstattung bei rund 600 Euro. Wahrlich nicht zu viel für ein 13,3-Zoll-Ultrabook mit Intels aktueller Ivy-Bridge-Plattform.

Zumal die Erstbegegnung mit dem Testmodell sehr angenehm ausfällt: Keine Spur von Billigheimer. Kaum verwunderlich, präsentiert sich das U310 doch bereits im geschlossenen Zustand von seiner Schokoladenseite. Das in einem Blauton gehaltene Aluminiumgehäuse des Lenovo-Ultrabooks - weitere Farben wie ein dezenteres Grau sind ebenfalls verfügbar -  erinnert tatsächlich ein wenig an ein Buch und fühlt sich sehr gut an.

Mit nur einem Finger lässt es sich öffnen - wenn auch ein wenig umständlich, da eine entsprechende Vertiefung fehlt. Zum Vorschein kommt ein aufgeräumtes Innenleben, das mit seiner weißen Farbe und schwarzen Tasten einen guten Kontrast zum bunten Äußeren des Testmodells abgibt. Auch der weiß illuminierte Einschaltknopf aus Metall leistet seinen Beitrag zum gelungenen Gesamteindruck. Lediglich die weiß glänzende Display-Umrandung will nicht ganz zum restlichen Gehäuse-Design passen. Mit einem Gewicht von 1,7 Kilogramm ordnet sich das U310 auch leider in der Schwergewichtsklasse der Ultrabooks ein.

Lenovo Ideapad U310

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Das Ultrabook Lenovo Ideapad U310 bietet sich aufgrund des geringen Einstiegpreises auch für Studenten und Schüler an. (Bild: netzwelt)

Anschlüsse

Über mangelnde Anschlussoptionen können sich Käufer des U310 nicht beklagen. Auf der rechten Seite findet sich neben dem Stromanschluss noch ein USB-2.0-Port sowie ein Kopfhörer-Eingang. Gegenüber, auf der rechten Seite, platziert Lenovo zwei USB-3.0-Schnittstellen, den Netzwerkanschluss sowie einen HDMI-Ausgang. Zwei weiße LED geben Auskunft über den Betriebszustand des Ultrabooks und ein gut zugänglicher SD-Kartenleser auf der Vorderseite vervollständigt das Anschlussprogramm.

Ergonomie und Umwelt

Lenovo-Tastaturen genießen einen sehr guten Ruf, vor allem auf die Eingabebauteile der Thinkpad-Reihe schwören viele Nutzer seit Jahren. Die Erwartungen an die Buchstabenreihen des U310 sind dementsprechend hoch - werden aus Sicht von netzwelt aber nicht ganz erfüllt.

Zwar lassen sich die einzeln aufgehangenen Tasten dank ihrer leicht angeschrägten Form zielsicher treffen. Auch der vergleichsweise lange Hub gefällt. Jedoch gibt der gesamte Tastaturblock bei etwas beherzter Schreibweise nach. Wer wortwörtlich gerne und viel in die Tasten haut, sollte die Tastatur dieses Ideapads vor dem Kauf unbedingt ausprobieren. Denn auch die Position von Enter- und Rücktaste weichen vom Standard-Layout ab. Ein weiterer Minuspunkt: Die Tastatur ist nicht beleuchtet, was nächtliches Lernen und Tippen erschwert.

Touchpad

Das Touchpad aus edlem Glas überzeugt durch hohe Funktionalität und knackige Druckpunkte. Es ist multitouchfähig und unterstützt Gesten, wie das Schollen oder Vergrößern mithilfe von zwei oder mehr Fingern. Beim Zoomen und Verkleinern, beispielsweise von Webseiten, haben wir uns allerdings mehr Feingefühl vom Touchpad erhofft. Nur unter großer Anstrengung ist es mit Bordmitteln möglich, die gewünschte Zoomstufe auf Anhieb zu treffen.

Den Kühlkreislauf des Ideapad U310 hat Lenovo gut hinbekommen. Luftauslässe an der linken Seite sowie im Gehäuseboden und unterhalb des 13-Zoll-Displays sorgen für eine gute Zirkulation. Zwar ist der Lüfter kontinuierlich zu hören, fällt aber nur in Räumen auf, in denen auch Stecknadeln zu hören sind. Empfindliche Ohren könnten sich dennoch am hochfrequenten Pfeifen stören, das der Lüfter verursacht. Dafür erhöht er bei den von netzwelt durchgeführten Benchmark-Tests die Umdrehungszahl nur ein wenig. Längeres Abspielen von HD-Youtube-Videos führt jedoch mit der Zeit zu einem stark aufgewärmten Unterboden des Ultrabooks.

Den Akku mit 46 Wattstunden verbaut Lenovo fest im Gehäuse. Er lässt sich vom Nutzer nicht selbst austauschen. Auch das Aufrüsten der übrigen Komponenten erschwert der Hersteller. Zwar finden sich unter den gummierten Standfüßen handelsübliche Schrauben - ein Wechsel des Massen- oder Arbeitsspeichers durch den Nutzer ist jedoch nicht vorgesehen. Sämtliche Schrauben im Unterboden des Ideapads sind mit einer Folie versiegelt.

Der Klang der intern verbauten Lautsprecher scheint aus dem Displayboden zu kommen. Ein Stereo-Gefühl will sich beim Hörer nicht einstellen, ebensowenig wie eine satte Basswiedergabe. Dies gehörte aber noch nie zu den Stärken von Produkten der Gattung Notebook - das Lenovo Ideapad U310 reiht sich hier also ohne Ausreißer nach oben oder unten in den Durchschnitt ein. Von einem "kinoähnlichem Sound", wie es die Werbung zum U310 verspricht, ist das Ultrabook natürlich Lichtjahre entfernt.

Display

Das 13 Zoll große Display des Testgeräts spiegelt leider sehr stark. An ein Arbeiten unter freiem Himmel und bei direkter Sonneneinstrahlung ist nicht zu denken. Zudem fallen die Betrachtungswinkel, vor allem in der Horizontalen, sehr schmal aus. Ändert der Nutzer seine Kopfposition, muss er fast immer mit der Hand am Display nachhelfen, um den optimalen Betrachtungswinkel wiederherzustellen.

Leider spiegelt das Display des Ideapad U310 sehr stark - störend vor allem beim Arbeiten unter freiem Himmel.

Die klassenübliche Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten sorgt ansonsten für ein mittelmäßiges Bild, welches für die üblichen Tagesaufgaben ausreichend ist. Schade, dass Lenovo für das U310 kein mattes Display anbietet. Da hilft auch der Haken bei "Wireless Display" in der Ausstattungsliste nicht viel weiter. Die Intel-Technologie erlaubt das drahtlose Übertragen von Bildschirminhalten auf ein kompatibles Display oder einen Fernseher - eine aufpreispflichtige Set-Top-Box vorausgesetzt.

Leistung

Das Testgerät von netzwelt verfügt über einen Core i5-3317U-Prozessor (Dualcore) von Intel mit einer Taktrate von 1,7 Gigahertz und vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Für die Grafik zeichnet Intels HD Graphics 4000 verantwortlich. Im Prinzip handelt es sich also um aktuelle Ultrabook-Hausmannskost. Alternativ lässt sich das U310 aber auch mit stärkerem Core i7 ordern. Die Speicherfahnenstange endet bei einer 500-Gigabyte-HDD mit einem bis zu 32 Gigabyte großen und schnellen SSD-Speicher.

Im Benchmark-Test Cinebench 11.5 erzielte das Testgerät von netzwelt im OpenGL-Test 11,08 Einzelbilder in der Sekunde. Der CPU-Test ergab 1,81 Punkte. Zur Einordnung: Das ähnlich ausgestattete Sony Vaio T erzielte im selben Test Werte von 6,32 fps (OpenGL) und 2,36 Punkte (CPU). Damit untermauert das Lenovo-Ultrabook seine Arbeitsqualitäten im Alltag. Für Spiele, aufwendige Grafikbearbeitungen unter Photoshop und ähnliches reicht die Rechenpower auf Dauer aber nicht aus.

Akkulaufzeit

Der Dreizellen-Akku des Ultrabooks verspricht laut Lenovo eine Laufzeit von sieben Stunden. Im Akku-Test von netzwelt erreichten wir leider nicht die versprochenen Werte. Bei kontinuierlicher Video-Wiedergabe (Big Buck Bunny von Festplatte, volle Displayhelligkeit, WLAN und Bluetooth deaktiviert) gingen bereits nach 4:36 Stunden die Lichter aus. Im reinen Office-Betrieb (dauerhafte Texteingabe, WLAN und Bluetooth aktiv) haben wir eine Akkulaufzeit von immerhin 5:47 Stunden gemessen. Eine Steckdose sollte also immer in erreichbarer Nähe sein.

Der Boden besteht genau wie der Displaydeckel aus robustem Aluminium. Unter den Gummistopfen finden sich handelsübliche Schrauben zum Öffnen des Gerätes. Dennoch ist ein Wechsel der Komponenten durch den Nutzer nicht vorgesehen.

Fazit

Blickwinkelabhängiges Display, durchwachsene Tastatur, mäßige Rechenleistung: Das Lenovo Ultrabook U310 zeigte im Test einige Schwächen. Das ist in Anbetracht des Einstiegspreises von unter 600 Euro für das Modell mit Core i3-Prozessor aber noch annehmbar. Und auch die Version mit Core i7-Prozessor und 500 Gigabyte großer Festplatte bewegt sich noch in einem vertretbaren Rahmen.

Als Alternative für Schüler und Studenten bietet sich das mindestens 100 Euro teurere, dafür bereits mit SSD ausgestattete Sony Vaio T an, welches ebenfalls durch seine etwas ausgefallene Optik auffällt. Auch das Samsung Series 5 Ultra ist in dieser Kategorie immer einen Blick wert.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem Ultrabook Ideapad U310 hat Lenovo ein günstiges Arbeitsgerät für Schüler und Studenten im Programm. Im Test zeigen sich zwar ein paar heftige Schwächen, die aber angesichts des günstigen Preises verschmerzbar sind.

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  • _Macromonium_ schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Dafür gibt's externe Laufwerke, die man über USB anschließt: https://www.google.de/search?q=dvd-laufwerk+extern+usb
  • Julia99 schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    dieses ultraaook verfügt nicht über ein DVD laufwerk,kann man da noch was anschließen um sich sowas anzugucken??
  • EX-Lenovo Kunde schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Ich hab auch ein unterirdisch schlechtes WLAN mit dem U310. Lenovo hat gesagt, dass das Problem bekannt ist. Ich sollte das Gerät direkt nach dem Kauf irgendwie 10 tage zur Reperatur einschicken. Neues Ultrabook und das WLAN geht net. Ich lach mich kaputt.
  • Sam83 schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Im Artikel steht ja Du meinst der Empfänger ist zu schwach? Weil eigentlich hängt die WLAN-Stärke ja nicht vom Notebook sondern vom Router ab. Hast du einen Vergleich mit anderen WLAN-fähigen Geräten? Ich habe ein altes Notebook (aus 2007) welches so langsam den geist aufgibt und das hat im Vergleich zu dem lenovo immer noch einen stärkeren Empfang. Mit dem lenovo hatte ich nur empfang wenn ich nicht weiter als 1-3 meter vom Router war. Wenn ich in einem anderen Zimmer war dann konnte man den WLAN Empfang vergessen. Das Problem ist allerdings schon bei lenovo bekannt. siehe hier: /t5/IdeaPad-Notebooks/U310-langsames-WLAN/td-p/794353]U310 - langsames WLAN - Lenovo Community und hier: /t5/IdeaPad-Y-U-V-and-Z-series/My-new-u310-gives-really-low-speeds-on-wifi/td-p/790527/page/16]My new u310 gives really low speeds on wifi - Page 16 - Lenovo Community das http doppelpunkt doppelslash sowie lenovo.forum punkt com musste ich weglassen weil gäste keine links posten können / dürfen
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Aber was viel wichtiger ist: Das Notebook hat ein Wlan Problem!! Das Wlan ist viel zu schwach und die Reichweite viel zu gering!!
    Zitat: Sam83
    Du meinst der Empfänger ist zu schwach? Weil eigentlich hängt die WLAN-Stärke ja nicht vom Notebook sondern vom Router ab. Hast du einen Vergleich mit anderen WLAN-fähigen Geräten?
  • Sam83 schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Woher kommen den die Preisangaben? Ich habe das gerät nicht unter 699 Euro gefunden (mit i5 Prozessor). Mit i3 Prozessor findet man es vlt. unter 600 aber nicht mit i5. Und i7 gibt es auch nicht unter 700 wie es hier steht. Aber was viel wichtiger ist: Das Notebook hat ein Wlan Problem!! Das Wlan ist viel zu schwach und die Reichweite viel zu gering!! Aus diesem Grund habe ich das Gerät auch wieder zurück gegeben.
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Also kommt die "Schüler-Studenten-Empfehlung" nur aufgrund des Apple-Vergleichs zustande? Nein - wir sind grundsätzlich der Meinung das man sich für 600 Euro schlechtere Geräte für Uni und Schule aussuchen kann. Viele Grüße
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Auf der anderen Seite kann man gerade in Universitäten ganze Semester mit Apple-Notebooks beobachten. Zusätzlich ist natürlich das iPad ganz groß in Mode. Das liegt dann aber wohl eher daran, dass entweder Papi das Studium finanziert, oder weil man als Student/Schüler für die Apple-Produkte die ein oder andere Finanzierung oder diverse Rabatte bekommen kann. Ich sag nur "campusmall", "unimall" oder auch bei Apple selbst, wenn mich nicht alles täuscht. Unter diesem Gesichtspunkt und als Gegenstück zum MacBook Air sind die 600 Euro von Lenovo wahrscheinlich nicht zu viel verlangt. Also kommt die "Schüler-Studenten-Empfehlung" nur aufgrund des Apple-Vergleichs zustande?
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Nur mal aus reiner Neugier: Wer sagt denn, dass das Gerät vornehmlich für Schüler und Studenten interessant sei? Das Lenovo-Marketing? Ich denke, 600€ sind für eben diese immer noch ein ganz schöner Happen, oder? Ansonsten finde ich das Gerät ganz interessant, wobei mich tatsächlich stören würde, dass sich die Tastatur in der Mitte so leicht biegt. Gerade in diesem Bereich sollte ein Gerät recht robust sein. Das Label "für Schüler und Studenten" stammt nicht aus der Marketing-Abteilung von Lenovo, sondern das haben wir dem U310 nach unserem Test verpasst. Prinzipiell gebe ich dir uneingeschränkt recht - 600 Euro sind kein Pappenstiel, gerade für jüngere Menschen nicht. Auf der anderen Seite kann man gerade in Universitäten ganze Semester mit Apple-Notebooks beobachten. Zusätzlich ist natürlich das iPad ganz groß in Mode. Unter diesem Gesichtspunkt und als Gegenstück zum MacBook Air sind die 600 Euro von Lenovo wahrscheinlich nicht zu viel verlangt. Viele Grüße aus der Redaktion
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Lenovo U310 im Test: Bezahlbares Ultrabook für Schüler und Studenten

    Nur mal aus reiner Neugier: Wer sagt denn, dass das Gerät vornehmlich für Schüler und Studenten interessant sei? Das Lenovo-Marketing? Ich denke, 600€ sind für eben diese immer noch ein ganz schöner Happen, oder? Ansonsten finde ich das Gerät ganz interessant, wobei mich tatsächlich stören würde, dass sich die Tastatur in der Mitte so leicht biegt. Gerade in diesem Bereich sollte ein Gerät recht robust sein.