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Gesetzentwurf: EU will Lizenzierung für Spotify und Co. vereinfachen

Die EU-Kommission will Online-Musikdiensten wie Spotify, Rdio oder Simfy im Lizenzdschungel unter die Arme greifen. Bisher müssen solche Start-ups in jedem Land der Union eine gesonderte Lizenz bei der zuständigen Verwertungsgesellschaft erwerben. Dies soll nun einfacher werden.

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Die EU-Kommission will für mehr Transparenz bei Verwertungsgesellschaften sorgen (Bild: netzwelt)
Die EU-Kommission will für mehr Transparenz bei Verwertungsgesellschaften sorgen (Bild: netzwelt)
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Vor allem mehr Transparenz und Kontrolle hinsichtlich Verwertungsgesellschaften hat sich die EU-Kommission in ihrem Gesetzentwurf auf die Fahnen geschrieben. Um dies zu erreichen, sollen neue Berichtspflichten wie ein jährlicher Transparenzbericht eingeführt werden. Dadurch erhalten auch Rechteinhaber einen besseren Einblick in die Aktivitäten ihrer Vertretung.

Auf diese Weise seien zudem direkte Einflussnahme auf die Rechteverwaltung und eine schnellere Entlohnung der Urheber möglich. Dies soll langfristig auch einen besseren Zugang für Nutzer zu urheberrechtlich geschütztem Material wie Liedern, Filmen und Büchern sichern.

Vereinfachung der Lizenzierung

Außerdem will die EU die Kooperation zwischen Verwertungsgesellschaften verbessern und speziell die multinationale Lizenzierung von Musik beschleunigen. Hiervon sollen nicht nur Urheber, sondern auch Anbieter wie Spotify, Rdio und Co. profitieren. Viele Verwertungsgesellschaften seien aktuell noch nicht auf Online-Lizenzierungen eingestellt, was es für Anbieter wesentlich erschwere, ihre Geschäftsmodelle zu starten.

Aktuell gibt es in der EU 250 Verwertungsgesellschaften, die jährliche Einnahmen von sechs Milliarden Euro verwalten. Nach Angaben der EU werden 80 Prozent davon im Musikgeschäft eingenommen.

Der Binnenmarktkommisar der EU, Michel Barnier, erklärte in einer Pressemitteilung: "Wir brauchen einen europäischen, digitalen Musikmarkt, der für Urheber, Konsumenten und Service-Anbieter gleichermaßen funktioniert. Effizientere Verwertungsgesellschaften würden es für Anbieter vereinfachen, neue Geschäftsmodelle auf den Weg zu bringen und auch über Landesgrenzen hinweg verfügbar zu machen."

Reaktion der GEMA

In einer Pressemitteilung zeigte sich die GEMA erfreut über den Entwurf der EU-Kommission. Sie werde das kommende Gesetzgebungsverfahren "mit ihrem Sachverstand konstruktiv begleiten".

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