Löst ein schwarzes Loch alle Probleme?
Verkehrte Netzwelt: CERN und die Aufschieberitis im Web 2.0
Die Zeit ist ein rätselhaftes Ding. Glücklich wird nur, wer nicht an sie denkt. Das aber gelingt nur Genies, Gurus, Verrückten - und Kindern. Alle anderen haben schon verloren, wenn sie nur auf die Uhr gucken. Entweder man ärgert sich, weil ein anderer wieder unpünktlich ist oder man merkt, dass man selbst spät dran ist.

Inhaltsverzeichnis
- 1Web 2.0: Die große Entschleunigung
- 2Prokrastination in Genf
- 3Schwarze Löcher lösen alle Zeitprobleme
Ein besonders lautes Lied davon singen können alle kreativen Kopfarbeiter. Studenten beispielsweise, die an ihrer Diplomarbeit sitzen oder auch Menschen, die in der Medienbranche arbeiten. Sie schieben ihre Aufgaben so lange auf, bis rapide aufsteigende Panik die Kraft zum Arbeiten verleiht. Für das Phänomen gibt es ein hässliches aber zutreffendes Wort: Prokrastination oder auch Aufschieberitis.
Eines der zahlreichen Opfer ist der Verfasser dieser Zeilen. Eigentlich wäre die Verkehrte Netzwelt schon gestern abzugeben gewesen. Aber wie abgeben, wenn man keine Idee hat, kein Thema und kein Konzept. Von Redaktionsleiter Michael Knott kam gerade die dringliche Mail: "Wo bleibt die Verkehrte Netzwelt? Abgabe war g-e-s-t-e-r-n!" Da bleibt nichts anderes übrig als schnell zu antworten: "Keine Sorge, Recherche abgeschlossen, der Artikel ist praktisch fertig. Er muss nur noch geschrieben werden."
Während der Redaktionsleiter noch nach Luft schnappt ob dieser atemberaubenden Dreistigkeit, hat man selbst ein wenig Zeit gewonnen, um das Ding endlich fertig zu kriegen.






