Erster Transparenzbericht veröffentlicht
Privatsphäre auf Twitter: Anfragen nach Nutzerdaten steigen gravierend
Twitter hat seinen ersten Transparenzbericht veröffentlicht. Demnach steigen die Anfragen von Rechteinhabern und öffentliche Stellen an den Mikroblogging-Dienst gravierend. Gewünscht sind die Löschung von Tweets oder die Herausgabe privater Nutzerinformationen. Auch in Deutschland wurden Anfragen gestellt.
Die Ähnlichkeiten mit Googles Transparenzbericht sind bei der Veröffentlichung von Twitter nicht zufällig. Der Mikroblogging-Dienst bedankt sich im Blog direkt für die Vorarbeit des Suchmaschinenriesen. Genau wie dieser wolle man speziell in Erwartung des US-amerikanischen Unabhängigkeitstages am 4. Juli ebenfalls ein Zeichen für Transparenz setzen. Genau wie Google veröffentlicht daher nun auch Twitter, in welchem Land besonders viele Auskunftsansprüche und Löschwünsche geäußert wurden.
Nur zehn deutsche Anfragen
Eine gute Nachricht: In Deutschland wurden dem Bericht zufolge lediglich zehn Anfragen nach Nutzerdaten gestellt und keine einzige von Twitter erfüllt. Anders sieht es hingegen in den USA aus: 679 Anfragen nach Nutzerinformationen wurden in dem Land gestellt, 75 Prozent kam Twitter nach. Auf Platz zwei liegt Japan, jedoch mit einer kaum vergleichbaren Anfragenzahl von nur 98. Diesen kam das Unternehmen nur in 20 Prozent der Fälle nach.
Mehr Anfragen als 2011
Twitter betont in seinem Blogbeitrag zudem, dass in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr Anfragen eingingen als im gesamten letzten Jahr, darunter über 3.300 Anfragen wegen Urheberrechtsverstößen. Auch aus diesem Grund will der Mikroblogging-Dienst künftig weiter auf Transparenz setzen.
Alle zwei Jahre ist ein neuer Bericht geplant und in Kooperation mit Herdict, einem Projekt der Harvard University, werden weitere Daten über Internetfilter und DDoS-Attacken gesammelt.


Zwischen Juli und Dezember 2010 stellten Behörden und Gerichte über 14.000 Anfragen nach Nutzerdaten bei Google. Der Suchmaschinenriese liefert diese Daten halbjährlich im sogenannten Transparency Report. Hier werden auch Aufforderungen zum Entfernen von Inhalten aufgenommen.
Staatliche Stellen in Deutschland zählen zu den Top-Antragsstellern bei Google, wenn es um die Herausgabe von Nutzerdaten geht. Bei den zu löschenden Inhalten ist Deutschland sogar einsame Spitze.
Bei Google werden wöchentlich bis zu 334.000 Urheberrechtsverletzungen gemeldet. In 97 Prozent der Fälle löscht der Suchmaschinenriese die betreffenden URLs, wie aus dem aktuellen Transparency Report hervorgeht.
Twitter soll Daten von Wikileaks-Aktivisten an die US-Regierung weitergeben. Auch Facebook und Google wurden angeblich unter Druck gesetzt.
Kundenservice via Twitter: Anfang Juni wagte die Bahn dieses Experiment und zeigt sich mit der Resonanz der Kunden nach knapp sechseinhalb Wochen zufrieden.
Unter Anwendung der neuen Richtlinien hat Twitter einen deutschen Account gesperrt. Hinter ihm steht eine in Deutschland verbotene rechtsextremistische Organisation. Mit einer Anfrage leitete die Polizei die Löschung ein.
Gelbes Logo und der Hinweis "Promoted": So können Nutzer Werbebotschaften von regulären Tweets unterscheiden. Ab sofort werden werbefinanzierte Nachrichten nämlich zwischen den regulären Beiträgen untergebracht.




