Die Jagd nach Gold
London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele: Im Kurztest
23,89 Meter. Weltrekord! Die alte Bestmarke von Randy Barnes (23,12) geradezu pulverisiert. Und die stammt immerhin schon aus dem Jahr 1990. Doping? Nein, es ging schon alles mit rechten Dingen zu bei diesem perfekten Kugelstoß-Versuch, der die Goldmedaille in London einbringt. Eine Ehrenrunde mit Flagge durchs Stadion, dann die Hymne. Und dazu ein hemmungslos euphorischer Kommentator, der die Geschichtsträchtigkeit dieses Moments durchaus einzuordnen weiß. "London 2012" ist das offizielle Videospiel zu Olympia 2012. Und es bietet mehr als alle vergleichbaren Veröffentlichungen in den Jahren zuvor.
Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele: Mit London 2012: Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele erhalten Spieler eine ordentliche Videospiel-Umsetzung für das Sport-Großereignis. Dabei setzen die Entwickler auf eine interessante Mischung aus Party-Spaß-Spiel und solidem Sport-Titel. So müssen Spieler in London 2012: Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele Druck-Kombinationen meistern, statt stupide einzelne Tasten zu malträtieren. Zum Video: Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele
Inhaltsverzeichnis
- 1Schwerpunkt Leichtathletik
- 2Spielmodi
- 3Fazit
- 4Datenblatt
Der Sega-Titel will beides sein: Partygame und seriöses Sportspiel. Kleiner, aber feiner Online-Modus inklusive. Die Bewegungs-Controller Move und Kinect werden selbstverständlich unterstützt. "London 2012" kann das sein, was Olympia-Spiele seit jeher waren: ein großer Partyspaß, der aufgrund der schnell verständlichen Steuerung auch all jene zu begeistern versteht, die sonst wenig mit Computerspielen am Hut haben. Aber auch ein echter Motivator und Zeitfresser für alle Anhänger von Sportcompilations, die seit den seligen Zeiten von David Cranes "Decathlon" Spaß daran finden, sich in realen Disziplinen auf Medaillenjagd zu begeben und an den eigenen Bestleistungen zu messen.
Über 45 Disziplinen werden angekündigt, was dann doch etwas großspurig formuliert ist. Denn viele ähneln einander sehr oder variieren nur durch die Versionen für Männer und Frauen. Aber: Um die 25 Wettbewerbe sind es dann doch, von denen die meisten geglückt sind und nur sehr wenige an den Nerven zehren.
Schwerpunkt Leichtathletik
Im Zentrum wie immer: die Leichtathletik. Diskuswerfen, Kugelstoßen, Speerwurf, Hoch-, Weit- und Dreisprung, dazu Laufwettbewerbe über 100, 200 und 400 Meter. Aber: kein Stabhochsprung.
Wie immer misst sich die Qualität eines solchen Spiels an der Steuerung, die in diesem Fall gut gelungen ist. Die Zeiten der schnellstmöglichen Tastenhämmerns sind längst vorbei. Diesmal geht es um einen zwar zügigen, aber vor allem rhythmisch Ablauf. Es gilt, mit stetem Drücken einer einzigen Taste das Tempo konstant hochzuhalten, ohne zu langsam zu werden oder zu überpowern. Wie gewohnt kommt es danach bei allen Sprüngen und Würfen auf das richtige Timing und den richtigen Winkel an. So beginnt die Jagd nach dem perfekten Versuch, der auch für Anfänger stets möglich erscheint, aber ab einem gewissen Punkt auch Glückssache ist.
Spielmodi
Nicht weniger als zehn Wettbewerbe gibt es im Schwimmsport, bei dem ebenfalls der Rhythmus entscheidend ist. Beim Kunst- und Turmspringen geht es ebenso wie beim Turnen (Trampolin und Sprung) ums perfekte Timing bei verschiedenen Tastenkombinationen. Hinzu kommen einige kurze Ausflüge in andere Sportarten: Bahnradfahren, Rudern, Tischtennis, Skeet- und Bogenschießen sowie Beachvolleyball finden sich hier ebenso wie Gewichtheben - die einzige Disziplin, die die gute, alte Tastenhämmerei einfordert. Am schwierigsten: Kajakfahren, bei dem der Kampf mit dem Fluten an den Nerven zehrt.
Wahlweise bewältigt der Spieler die Wettbewerbe entweder im Disziplinmodus, bei dem er sich das gewünschte Turnier frei zusammenstellt. Oder er wählt den Modus "Olympische Spiele", bei dem man sich Tag für Tag zwei Wettbewerbe heraussucht, bei denen dann zunächst eine Qualifikation bestanden werden muss, ehe der eigentliche Wettkampf ansteht. Am Ende stehen ein womöglich ansehnlicher Medaillenspiegel und ein paar Gimmicks (Länderausrüstungen) als Lohn. Karg. Aber wer olympische Sportspiele an der Konsole mag, holt sich seinen Kick ohnehin aus den Rekordlisten. Eigene Bestwerte, Olympische- und Weltrekorde werden akribisch gelistet.
Fazit
"London 2012" ist zweifellos das bisher abwechslungsreichste Spiel dieser Art. Den direkten Konkurrenten "Summer Stars 2012" von Publisher Deep Silver, der vor einigen Wochen auf den Markt kam, schlägt Segas Veröffentlichung um Längen. Zumal auch die Darstellung der Arenen und der Sportler rundum gelungen erscheint. Spaß bereiten zudem die positiv verrückten Kommentatoren, die - leider wieder nur auf Englisch - nah dran am Geschehen sind, bedauerlicherweise aber auch in dem Moment des Startschusses ihren Mund nicht halten können, was das perfekte Timing bisweilen erschwert.
London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele: Im Kurztest
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Bild vergrößern Über 45 Disziplinen? Naja. Aber: Um die 25 Wettbewerbe sind es dann doch, mit denen "London 2012" punkten will. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 2 von 15
Bild vergrößern Auf den Winkel kommt es an. Und: Wer beim Diskus triumphieren will, muss den Zeitpunkt beim Abwurf perfekt treffen. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 3 von 15
Bild vergrößern 8,95 ... der Weltrekord ist beim Weitsprung schwer zu knacken. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 4 von 15
Bild vergrößern Eine der weniger unterhaltsamen Disziplinen: Tischtennis bietet wenig Variationsmöglichkeiten. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 5 von 15
Bild vergrößern Nicht schwer zu spielen: Aber die Konkurrenz beim Bogenschießen ist stark. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 6 von 15
Bild vergrößern Das ist "Keirin". Nie gehört? Bedeutet: Bahnradfahren im direkten Wettbewerb. (Bild: Sega Sports & Design) - Bild 7 von 15
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Was noch zu wünschen wäre: Nostalgiker sehnen sich seit jeher einen echten Zehnkampfmodus herbei, in dem es wie einst nicht um einzelne Medaillen, sondern um Punkte geht. Der nagelneue Weltrekord des US-Sportlers Ashton Eaton hätte sicher nicht lange Bestand.
Datenblatt
| London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele | |
| Spielname | London 2012 - Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiele |
| Hersteller | Sega Sports & Design |
| Vertrieb | Sega |
| Genre | Sport |
| Erhältlich ab | 29.06.2012 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 5055277017133 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger |
| Alter | ab 0 Jahren |
| Multiplayer | 2-8 (WWW) |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | sehr gut |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | PC |
| System | PlayStation3 |
| System | Xbox 360 |
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