Gegenwärtige Science Fiction - James Bond lässt grüßen

Leser-Kommentar: Googles Project Glass

Google-Mitbegründer Sergey Brin gab auf der Eröffnungskeynote der Entwicklerkonferenz Google I/O einen Einblick in das wohl derzeit aufregendste Projekt des Suchmaschinenanbieters - die Datenbrille Project Glass. Netzwelt-Leserin Elena Meier ist vom dem Produkt gleichermaßen fasziniert als auch abgeschreckt - ein Leser-Kommentar über Nutzen und Risiken der Datenbrille.

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Die Google Glasses in Aktion. (Bild: Google)
Die Google Glass in Aktion. (Bild: Google)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Spektakuläre Präsentation
  2. 2Mögliche Zukunftsvisionen 
  3. 3Die Risiken

Am 27. Juni 2012 hat Google live in einer Konferenz für Entwickler - der Google I/O - ein neues revolutionäres Produkt vorgestellt. Es klingt wie ein Tool aus einem James Bond-Film: eine Brille die als Fotoapparat, Videokamera, Internet Device, zur Unterstützung von Augmented Reality und als Navigationsgerät dienen soll. 

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Spektakuläre Präsentation

Die Botschaft war, dass in wenigen Jahren Apples iPhone durch eine revolutionäre Brille namens Googles Glass ersetzt wird. Die Brille als solches ist bereits hergestellt, für die Entwicklung der dazugehörigen Programme wird gesorgt. In naher Zukunft können die Nutzer jeden Augenblick mit einem Foto oder Video festhalten und gleichzeitig den Freunden online zusenden. Beim Einkaufen zeigt einem Google Glass, welches Produkt man in der Hand hält und gibt Informationen dazu. Beim Autofahren wird der richtige Weg zum Ziel dem Nutzer auf den Brillengläsern regelrecht vor Augen geführt und E-Mails werden nicht gecheckt, sondern zur Kenntnis genommen, da der Nutzer durchgehend online ist. Das Projekt, eine Stadt komplett kostenlos mit WLAN zu versorgen, hat Google bereits in San Francisco gestartet. 

Genauso spektakulär wie die Möglichkeiten des Geräts sich anhören, wurde es auch vorgestellt. Auf einer Leinwand konnte man live miterleben, wie fünf Fallschirmspringer, mit Googles Glasses auf der Nase ausgestattet, aus einem Zeppelin sprangen und auf dem Dach der Räumlichkeiten der Entwicklerkonferenz landeten, um einige Minuten später auf der Bühne der Entwicklerkonferenz zu stehen. Den gesamten Weg dorthin konnte der Zuschauer mitbegleiten.

Mögliche Zukunftsvisionen 

Googles Project Glass soll in erster Linie Augenblicke festhalten. Da die Brille durchgehend getragen werden kann, können so besondere Momente dokumentiert werden, die durch den Zeitverlust des Rauskramens einer Kamera verloren gehen. 

Wer kennt das nicht: Man sieht einen wunderschönen Sonnenuntergang, möchte diesen am liebsten mit seinem Schatz genießen und doch kribbeln die Finger, die Kamera auszupacken und ein Foto zu schießen. Bis das geschehen ist, ist der magische Augenblick verflogen. Mit Google Glass kann man den Augenblick genießen und fotografisch festhalten. Im nächsten Schritt kann man das Foto seinen Freunden per Mail zusenden oder bei Facebook posten. 

Der Nutzer von Google Glass ist den ganzen Tag vernetzt. Er kann sich jederzeit E-Mails auf seinem Brillenglas vor Augen anzeigen lassen oder die neuesten Nachrichten bei Facebook. Wenn der Nutzer etwas sieht, was er nicht zuordnen kann, ist die Brille in der Lage, Informationen zum Produkt beziehungsweise zur Person zu geben. 

Die Risiken

So schön die revolutionäre Brille sich anhört, bietet sie auch mögliche Risiken: In Zukunft wird nicht ein Gerät online sein, sondern die Person. Man hat nicht mehr die Unbequemlichkeit, auf sein Handy oder Notebook zu schauen, sondern hat das Netz direkt vor Augen. Dem Nutzer fällt es schwerer, offline zu gehen und einfach abzuschalten. 

Google Glass denkt für den Nutzer mit. Auf Dauer werden bestimmte Bereiche des Gehirns weniger in Anspruch genommen. Die wenigsten Jugendlichen können heute Landkarten lesen. Wozu auch? Man hat ja Navigationsgeräte. Google Glass errechnet dem Nutzer nicht nur, welches Produkt das günstigere ist, sondern schlägt dank Onlinepreisvergleich die bessere Variante vor. Durch gezielte Werbung kann die Kaufentscheidung des Nutzers somit beeinflusst werden. Nicht zu vergessen ist der Datenschutz. Aufgrund eines Virus können der gesamte Tagesablauf und sensible Informationen des Nutzers von Dritten verfolgt und analysiert werden. Somit hätte George Orwell doch recht: "Big Brother is watching you!" 

Es ist erstaunlich, mit welchem Tempo sich die Technologie in den letzten Jahren entwickelt hat, und es ist unglaublich, was noch alles auf die Menschheit zukommen wird. Vielleicht laufen wir tatsächlich alle in fünf Jahren mit Googles Glasses rum. Ich bin gespannt!

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