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Kaufberatung: Notebooks von A-Z erklärt
Alles was Sie beim Kauf eines Laptops wissen müssen

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Leistung, Speicherplatz und Bildschirmgröße sollten beim Kauf eines Notebooks eine wichtige Rolle spielen, aber nicht die einzigen Auswahlkriterien bleiben. Das Angebot an Laptops ist groß und so lohnt es sich, die eigenen Bedürfnisse mithilfe der Kaufberatung genau abzustecken.

Egal ob bei der Suche im Online-Shop oder im Elektronikfachhandel: Die Auswahl an Notebooks ist unübersichtlich groß. Mit Pech steht das gewählte Modell zudem noch in verschiedenen Ausführungen zur Auswahl. Was bei einem Laptop wirklich wichtig ist und worauf Sie beim Kauf besonders achten müssen, erklärt netzwelt in dieser Kaufberatung.

Ein Netbook: Asus EeePC 1025C

Vor dem Kauf eines Notebooks sollte man noch einmal überlegen, wie und wofür der Laptop hauptsächlich genutzt wird. Steht er die meiste Zeit zu Hause auf dem Schreibtisch und wird höchstens mal durch die Wohnung getragen, kann er ruhig schwerer und größer sein, als ein Rechner, der täglich in die Tasche gepackt und mitgenommen wird. Natürlich stellen Videoschnittprogramme und Spiele ganz andere Anforderungen an die Hardware als zum Beispiel ein Browser, ein E-Mail-Programm oder ein Texteditor.

Formfaktor: Für die Tasche oder für den Tisch?

Neben den klassischen Notebooks mit 14 oder 15 Zoll großen Bildschirmen stehen weitere Formfaktoren zur Auswahl. Netbooks verfügen üblicherweise über einen 10,1 Zoll großen Bildschirm und eignen sich ebenso wie die flacheren und teureren Ultrabooks mit mehr Rechenkraft für das mobile Arbeiten.

Typisches Ultrabook: Asus Zenbook UX31.

Letztere haben mir ihren 11 bis 14 Zoll großen Monitoren die sogenannten Subnotebooks quasi abgelöst. Das klassische Notebook mit 15,6 Zoll großer Bildschirmdiagonale verlässt nur selten geschlossene Räume, zeigt sich innerhalb von ihnen aber sehr mobil. Die riesigen Desktop-Replacements bieten sich eigentlich nur als Ersatz für den PC an, wenn sie für professionellen Videoschnitt, Grafik- und Fotobearbeitung oder zum Spielen genutzt und nur selten bewegt werden.

Bildschirm: Matt oder glänzend

Bei den Monitoren haben sich TN-Panele mit LED-Hintergrundbeleuchtung durchgesetzt. Höherwertige IPS-Displays finden sich nur in wenigen Modellen. Die Leuchtkraft bewegt sich in der Regel zwischen 200 und 400 Lumen. Hierbei gilt: Je heller, desto besser zum Arbeiten im Freien.

Der Nutzer hat die Wahl zwischen matten und glänzenden Bildschirmen. Auf den matten Displays treten selbst bei Sonnenlicht nur wenige Spiegelungen auf. Auf glänzenden Anzeigen blitzen immer mal wieder Reflektionen auf, dafür wirken auf ihnen die Farben kräftiger und intensiver.

Hat sich bisher nicht durchgesetzt: Acer Iconia Dual Screen mit zwei Touchscreens.

Bei der Auflösung gilt: Je größer ein Bildschirm, desto mehr Pixel sollte er haben. Kleine Netbooks verfügen meist über 1.024 x 600 Pixel, sollten aber eher wie die etwas größeren Notebooks über HD-taugliche 1.280 x 800 Pixel verfügen. Bis 13 Zoll sind auch 1.366 x 768 Pixel üblich und ausreichend. Bei 14 oder 15 Zoll sollte die Auflösung mindestens bei 1.600 x 900 Pixeln liegen. Größere Monitore können dürfen gerne eine Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln aufweisen.

Laufwerk: Nicht mehr zwingend nötig

Ein optisches Laufwerk gehört inzwischen nicht mehr zur Standard-Ausstattung von Notebooks. Vor allem bei den kleinen und besonders schmalen Modellen verzichten die Hersteller - neue Software bekommen die Nutzer ja auch problemlos als Download aus dem Internet.

Neben der Installation von Programm dienen die Laufwerke vor allem bei größeren Notebooks dazu, Filme abzuspielen. DVDs können heute alle Laufwerke abspielen, ein Blu-ray-Wiedergabegerät lohnt sich nur, wenn der Bildschirm über eine Full-HD-Auflösung verfügt. Aber mal ehrlich, selbst 17 Zoll sind für einen gemütlichen Filmabend eigentlich auch noch zu klein.

Mit Laufwerk: Samsung RF711.

Die DVD-Laufwerke können alle Daten auf die Silberscheiben brennen, werden hierfür aber kaum noch gebraucht. USB-Sticks sind unkomplizierter und schneller beschrieben, lassen sich mehrfach verwenden und sind auch mit deutlich höheren Kapazitäten erhältlich.

Prozessorgeflüster

Prozessoren in Notebooks sind immer ein Kompromiss zwischen Leistung und Stromverbrauch. Aufgrund der kurzen Produktionszyklen der beiden großen Chip-Hersteller AMD und Intel befinden sich nicht in allen zum Verkauf angebotenen Notebooks die aktuellsten Prozessoren. Hier lohnt sich der Blick auf die detaillierte Ausstattungsliste.

Am wenigsten Strom verbrauchen bei Intel die Atom-Prozessoren in den Netbooks, gleichzeitig verfügen sie auch über die geringste Rechenkraft. Trotzdem reichen sie für Internetanwendungen und Textverarbeitung völlig aus. 2012 veröffentliche Intel die Prozessoren der Ivy-Bridge-Serie. Die Core i5- und i7-Chips sind an der "3" als erster Ziffer ihrer vierstelligen Versionsnummer zu erkennen. Bei der Vorgänger-Generation prangt hier noch die "2". 2013 will der Chip-Hersteller bereits die nächste Prozessoren-Generation unter dem Codenamen Haswell vorstellen.

Intels Konkurrent AMD bietet für Notebooks derzeit seine Fusion-Serie in der zweiten Generation an. Die Chipsätze bestehen immer aus einem Prozessor sowie einem Grafikchip. Der Hersteller spricht von einer "Accelerated Processing Unit" (APU). Die neueste Generation ist im Mai 2012 erschienen und verfügt über eine Architektur mit dem Codenamen Trinity. Die Chips sind daran zu erkennen, dass in ihrem Produktnamen zu Beginn der vierstelligen Zahl eine "4" steht, also zum Beispiel A10-4655M. Bei der auch noch halbwegs aktuellen Vorgängerserie, die auf einer anderen Architektur basiert, steht dort eine "3", wie etwa beim A8-3850.

Höher, schneller, weiter: Die Leistungs-Komponenten

Die aktuelle Prozessorengeneration von Intel und AMD verfügt schon über integrierte Grafikchips, die für alltägliche Anwendungen ausreichen. Eigenständige mobile Grafikkarten befinden sich nur noch in größeren Notebooks mit mindestens 14, eher sogar 15 Zoll großen Bildschirmen. In der Praxis liefern sie nur bei sehr rechenintensiven Anwendungen wie Videobearbeitung, Multimedia-Projekten oder aktuellen Spieletiteln einen Vorteil in Sachen Rechenkraft - sind dafür aber auch teurer und verursachen mehr Lärm und Abwärme.

Blick ins Innenleben des MSI X460.

Beim Arbeitsspeicher sind vier Gigabyte für durchschnittliche Anwender, die im Internet surfen, Texte schreiben und mal Urlaubsfotos bearbeiten oder ein Spiel spielen wollen, völlig ausreichend. Mehr RAM machen nur Sinn, wenn das Notebook Videos rendern oder Spiele mit Highend-Grafik anzeigen soll.

Bei den Festplatten stehen die Nutzer vor der Wahl HDD oder SSD? Die herkömmlichen HDD-Festplatten mit sich drehenden Magnetscheiben sind pro Gigabyte Speicherplatz günstiger. Dafür produzieren sie bei der Arbeit mehr Abwärme und sind lauter sowie langsamer als die flashbasierten SSD-Speicher.

Betriebssystem: Eingeschränkte Wahlfreiheit

Windows, Mac OS X und Linux: Alle drei Betriebssysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Allerdings findet man OS X nur auf den MacBooks. Alle anderen Laptops werden in der Regel mit Windows ausgeliefert und um eine Linux-Installation müsste sich der Nutzer selber kümmern. Die Auswahl fällt für den Nutzer in diesem Punkt also klein aus. Im Endeffekt muss er das Betriebssystem nehmen, dass auf seinem Wunschgerät vorinstalliert ist - und gegebenfalls später ein anderes installieren.

Anschlüsse: Mindestens Grundausstattung

Egal ob Maus, Monitor oder externe Festplatte - Notebooks benötigen Anschlüsse für externe Geräte. Ein brauchbarer Laptop sollte wenigstens über zwei USB-Anschlüsse, von denen einer zum 3.0-Standard gehört, ein Kartenlesegerät, einen Videoausgang wie VGA, HDMI oder den weniger verbreiteten DisplayPort verfügen. Ebenfalls Pflicht ist mindestens eine Audio-Buchse für Mikrofon und Kopfhörer sowie ein LAN-Anschluss, der die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit eines WLANs verringert.

Anschlüsse auf der Rückseite: Toshiba Satellite Z-830.

Ein WLAN- und ein Bluetooth-Modul gehören eigentlich zur Standard-Ausstattung. Mobiles Internet über UMTS ist meistens nur bei Business-Modellen ab Werk mit eingebaut.

Akku: Strom sparen lohnt sich

Derzeit befinden sich Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus in aktuellen Notebooks. Letztere verfügen dabei in der Regel über eine längere Laufzeit. Weitere Hinweise auf eine längere Laufzeit sind sechs statt drei Zellen und eine größere Zahl an Milliamperestunden (mAh).

Allerdings erreichen die Batterien in der Praxis die von den Herstellern angegebenen Laufzeiten nur bei einer sehr verhaltenen Nutzung des Rechners. Es lohnt sich in jedem Fall, auf Stromfresser wie die Bildschirmhelligkeit oder ein ungenutztes WLAN-Modul zu achten.

Tastatur: Meist ohne Zahlenblock

Wenn möglich sollte man die Tastatur vor dem Kauf ausprobieren, da die Vorlieben der Menschen in Bezug auf die Größe der Tasten und der Handballenablage sowie ihres (Hub-)Widerstands und der Druckpunkte unterschiedlich sind. Einen Zahlenblock findet man erst bei Modellen ab 15,6 Zoll, da bei kleineren Geräte schlicht der Platz nicht ausreicht. Eine Hintergrundbeleuchtung macht besonders Sinn, wenn das Notebook häufiger in dunklen Umgebungen zum Einsatz kommt.

Bei Gaming-Notebooks wie dem Alienware M17X3 von Dell lässt sich die Farbe der Tastatur-Beleuchtung verändern.

Die Touchpads reagieren in der Regel ohne Verzögerungen, sind aber nicht immer deutlich von der Umgebung abgegrenzt. Für eine bequeme Bedienung macht es Sinn, auf eine Multi-Touch-Variante zu achten, da sich so zum Beispiel unkompliziert mit zwei Fingern auf Webseiten oder in Dokumenten scrollen lässt. Die Touchpadtasten sind dagegen oft nicht zufriedenstellend.

Gehäuse: Kunststoff oder Metall

Die überwiegende Zahl der Notebooks verfügt über ein Gehäuse aus Kunststoff und ist in der Regel ordentlich verarbeitet. Höherwertige und teurere Modelle erfreuen den Nutzer durchaus auch mit stabilen Metallgehäusen, die trotzdem weniger wiegen.

Fazit

Vor dem Kauf lohnt es sich festzulegen, welche Eigenschaften beim Wunsch-Notebook wichtig sind. Anschließend gestaltet sich die Suche nach dem passenden Modell deutlich einfacher.

Eine Übersicht über aktuelle Modelle bieten unsere Bestenlisten zu Notebooks und Netbooks.

Kommentare zu diesem Artikel

Leistung, Speicherplatz und Bildschirmgröße sollten beim Kauf eines Notebooks eine wichtige Rolle spielen, aber nicht die einzigen Auswahlkriterien bleiben. Das Angebot an Laptops ist groß und so lohnt es sich, die eigenen Bedürfnisse mithilfe der Kaufberatung genau abzustecken.

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  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Kaufberatung: Was bei Notebooks wirklich wichtig ist

    Eine sehr schöne "Anleitung", die sich mancher User mal zu Herzen nehmen sollte! Zumindest die, die sich nicht allzu gut mit der Materie auskennen. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass DAUs (ist jetzt nicht mal böse gemeint) irgendeinen Fehlkauf getätigt haben, sei es aus Hype-Gründen oder aus Unwissenheit. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der Netbook-Hype losging und sich viele hinterher über zu wenig Leistung beschwert haben oder darüber, dass der Bildschirm oder die Tastatur zu winzig sei... Leider machen sich die "Otto-Normal-User" vorher kaum Gedanken darüber, was sie wirklich brauchen. Deswegen kann es Ratgeber wie diese eigentlich nicht genug geben!

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Kaufberatung: Notebooks von A-Z erklärt
Die Auswahl ist groß und die Werbung erschlägt den Käufer mit bunten Zahlen - netzwelt erklärt, worauf es beim Kauf eines Notebooks wirklich ankommt.
http://www.netzwelt.de/news/92820-kaufberatung-notebooks-a-z-erklaert.html
2012-06-28 16:41:30
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Kaufberatung: Notebooks von A-Z erklärt