Geschäftskunden als Schlüssel zum Markt
Microsoft Surface: Analyst sieht Erfolgschancen
Mit dem Tablet-PC Surface steigt Microsoft nach langem Zögern in den boomenden Markt der Flachcomputer ein. Marktforscher sehen trotz des späten Markteinstiegs Chancen für den Softwareriesen aus Redmond, die Dominanz des Apple iPad zu brechen. Der Schlüssel zum Erfolg sind dabei auch die Office-Produkte des Herstellers.
Zwar steigt Microsoft deutlich später in den Tablet-Markt ein als anderer Hersteller. Das Softwareunternehmen aus Redmond sei aber in der Lage, Apple unter Druck zu setzen, indem es die Kluft zwischen PC und Tablet durch Produktivitätstools wie Microsoft Office überbrücke - ein Bereich, in dem andere Tablet-Hersteller bislang versagt hätten, meint Salman Chaudhry vom Marktforschungsinstitut Context. "Ist erst einmal der Durchbruch in Unternehmen geschafft, wird der Durchbruch im Privatkundenbereich folgen - der umgekehrte Weg als der von Apple", sagt Chaundry.
Ein Punkt, den wohl auch Microsoft erkannt hat. Der Hersteller liefert das RT-Modell gleich mit entsprechenden Office-Apps aus. Zudem wird es eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur für Microsoft Surface geben. Für die Pro-Variante des Tablet-PCs soll es zudem einen Eingabe-Stylus geben.
Preis entscheidend
Ein Faktor für den Erfolg wird aber auch der Preis sein: Microsoft hat bei der Vorstellung der Tablet-PCs in Los Angeles noch keine unverbindliche Preisempfehlung genannt, sondern verspricht lediglich einen wettbewerbsfähigen Preis für Microsoft Surface mit Windows RT. Die Pro-Ausführung mit Intel-Prozessor soll dagegen preislich auf Ultrabook-Niveau liegen.
Analysten zufolge sollte der Preis für Surface unter 500 US-Dollar und damit unter dem Preis von Apples iPad liegen. Andernfalls droht Surface zum Ladenhüter zu werden. Denn nennenswerte Erfolge im Tablet-Markt haben mit Ausnahme von Apple bislang nur Anbieter von Billig-Tablets erzielt, etwa Amazon mit dem 199-US-Dollar-Tablet Kindle Fire. Konkurrenz droht zudem durch ein Billig-Tablet von Google, das vermutlich auf der Entwicklerkonferenz I/O Ende des Monats enthüllt werden wird.
Beziehungen zu OEMs pflegen
Ein weiteres Problem für Microsoft dürfte in den nächsten Jahren die Gratwanderung zwischen den Rollen als Hard- und Softwarehersteller sein. Schließlich könnte der Erfolg von Surface das Verhältnis zu bisherigen Partnern wie Asus und Co. nachhaltig trüben und diese dazu veranlassen, statt mit Windows ihre Geräte mit anderen Betriebssystemen auszustatten. Vor einem ähnlichen Problem steht derzeit auch Google nach der Motorola-Übernahme.
Microsoft muss die Beziehungen zu den OEM-Partnern "maximieren und pflegen", sagt Salman Chaudhry. Wie die diversen Microsoft-Partner auf die Surface-Pläne reagieren werden, ist noch offen. Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte gegenüber dem US-amerikanischen Technikblog The Verge, dass die Hardware-Partner vorab über Surface informiert gewesen sein. Zu ihren Reaktionen wollte er sich aber nicht äußern.
Weitere Details zu Microsofts neuen Tablets erfahren Sie hier auf netzwelt.


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