Parrots AR.Drone 2.0 im Test
iOS besser als Android
Es fiel zudem auf, dass die iOS-App für iPhone, iPod touch und iPad besser funktioniert als die Variante für Android. Letztere reagierte in der Praxis gelegentlich behebig und manche Aktionen ließen sich erst nach mehrmaliger Berührung der entsprechenden Schaltfläche ausführen.
Nur in der iOS-Variante war es zum Zeitpunkt des Tests zudem möglich, Bilder und Videos auf Picasa oder YouTube zu teilen. Auch Spiele wie AR.Race und AR.Hunter lassen sich nur auf iOS-Geräten installieren und spielen. In diesen kann beispielsweise ein Spieler Rennen durch spezielle Parcours gegen die Zeit fliegen oder sich auch mit einem Freund in Augmented Reality-Duellen messen. Insgesamt fünf Spiele stehen derzeit zur Auswahl.
Erste Startversuche
Vor dem ersten Start empfiehlt es sich, das Tutorial-Video von Parrot auf YouTube anzuschauen und die entsprechenden Anweisungen zu beachten. Und zwar unabhängig davon, ob sich der Nutzer für den normalen Steuerungsmodus, das "Joypad" oder die "Absolute Kontrolle" entscheidet. In allen Fällen bedarf die Bedienung nämlich einiger Übung.
Wie bei jedem ferngesteuerten Helikopter gilt auch für die AR.Drone 2.0, dass sie kein Spielzeug für kleine Kinder ist. Der Hersteller gibt als Mindestalter 14 Jahre an. Der erste Flug sollte möglichst drinnen bzw. an einem windgeschützten Ort stattfinden. Es empfiehlt sich zudem, die Geschwindigkeit der AR.Drone anfänglich zu drosseln, um sie nicht gleich gegen die nächste Wand zu setzen.
Drei Steuerungs-Modi
Drei Steuerungs-Modi stehen dem Nutzer zur Auswahl: Beim standardmäßig eingestellten werden dem Piloten zwei virtuelle Steuerknüppel angezeigt, mit denen er steuert, während er gleichzeitig sein Smartphone oder Tablet in die gewünschte Richtung kippt. Im Absolute Kontrolle-Modus funktioniert die Steuerung genauso. Allerdings dient nicht die Drohne selbst als Bezugspunkt, sondern der Spieler, was die Bedienung wesentlich vereinfacht und intuitiver macht. Eine gelungene Neuerung bei der AR.Drone 2.0.
Der Joypad-Modus lässt zwei Joysticks auf dem Display erscheinen. Der Nutzer kann die AR.Drone so auch ohne Neigen des Geräts bewegen. Im Test zeigten alle Steuerungsoptionen so ihre Schwierigkeiten, letztlich gelang die Bewegung der Drohne mithilfe der Absoluten Kontrolle jedoch am besten. Ein Tipp - die Flachtrimmung vor dem Flug nicht vergessen, sonst erfolgt ein Sturzflug mit Ansage! Haptisches Feedback ist bei keiner Steuerungsoption gegeben. Das Fliegen gelingt jedoch auch so.
Der Autopilot
Unterstützt wird der Drohnen-Flieger von Parrots integriertem Autopiloten. Dieser startet und landet die Drohne nicht nur sicher auf Knopfdruck, sondern springt sofort ein, wenn der Spieler kurzfristig nicht steuert oder beispielsweise während eines Fluges angerufen wird. Problemlos kann er das Gespräch entgegennehmen, denn die Drohne stabilisiert sich von allein und soll nach einigen Sekunden die Landung einleiten.
Im Test gelang die Stabilisierung sehr gut, allerdings wurde keine Landung eingeleitet. Wie ein echter Profi fühlt man sich zudem, wenn der Flip-Modus aktiviert ist. In diesem vollführt die AR.Drone 2.0 eine 360-Grad-Drehung auf Knopfdruck und sorgt bei Zuschauern garantiert für Bewunderung. Das Kunststück zieht allerdings ordentlich an der Akku-Leistung.
Außeneinsatz
Der Quadrocopter ist auch für den Außeneinsatz geeignet. Parrot betont, dass das Fluggerät leichte Windböen automatisch kompensiert. Bei 15 Kilometern pro Stunde Windgeschwindigkeit ist jedoch Schluss. Spieler sollten sich also einen windgeschützten Platz suchen.
Im Test wurde die Drohne an einem bewölkten Tag mit der von Parrot vorgegebenen maximalen Windgeschwindigkeit getestet, allerdings an einem windgeschützten Ort. Dort funktionierte das Manövrieren der AR.Drone 2.0 in der Luft genauso gut wie zuvor in den Büroräumen. Windböen verschoben die Flugbahn zwar leicht, aber tatsächlich kompensierte der Quadrocopter viele Luftströme automatisch.
Fazit
Die AR.Drone 2.0 ist mit knapp 300 Euro im Vergleich zu anderen ferngesteuerten Fluggeräten nicht gerade billig, aber in Anbetracht der integrierten Technologie und des Flugspaß-Faktors auch nicht überteuert.
Im Vergleich zur ersten Parrot-Drohne wurde die Steuerung vereinfacht. Die iOS-Spiele sorgen zudem für zusätzliche Herausforderungen und Multiplayer-Modi, was auch im Hinblick auf die Langzeitmotivation nicht zu unterschätzen ist. Durch die Möglichkeit, Bilder und Videos des Quadrocopters mit Freunden zu teilen, erhält die Drohne eine weitere Komponente, die Spaß macht. An den Spielen für Android genauso wie der App und der Stabilität des Außenrahmen könnte Parrot jedoch noch ein wenig arbeiten.
Flug-Anfänger müssen definitv eine gewisse Eingewöhnungszeit einplanen, bis die Steuerung der AR.Drone 2.0 unfallfrei gelingt. Parrots Drohne fliegt jedoch schon von selbst so stabil, dass der Sprung zum Flieger-Ass nicht allzu lange dauern dürfte.






