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Samsung Galaxy Tab 2 7.0 im Test
Neue Hardware, neue Software und ein geringerer Preis

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Rund zwei Jahre nach seinem Einstieg in den Tablet-Markt veröffentlicht Samsung mit dem Galaxy Tab 2 7.0 einen direkten Nachfolger für sein erstes Android-Tablet. Dieser profitiert nicht nur von neuer Hardware, sondern auch von einer konsequent auf Tablet-PCs optimierten Software. Zudem ist Samsung von seinen exorbitanten Preisvorstellungen abgerückt.

Verarbeitung und Design

Das Galaxy Tab 2 7.0 ist mit einer Tiefe von 10,5 Millimetern dünner als sein Vorgänger, der in der Tiefe fast zwölf Millimeter maß. Zudem ist das Gehäuse abgerundet und nicht so kantig. Die "seifige Plastikrückseite" des Vorgängers hat Samsung ebenfalls überarbeitet. Die Rückseite des Tab 2 besteht zwar immer noch aus Plastik, fühlt sich aber deutlich hochwertiger an als beim ersten Galaxy Tab. Durch diese Änderungen liegt das Gerät insgesamt sehr gut und sicher in der Hand. An das Gehäuse des Huawei MediaPad oder Apple iPad reicht die Verarbeitungsqualität des Galaxy Tab 2.0 allerdings nicht heran.

Kleinere Änderungen hat Samsung beim Design vorgenommen. Wie bereits erwähnt sind die Ecken des Geräts nun stärker abgerundet. Die Sensortasten unterhalb des Displays sind zudem verschwunden und wurden durch virtuelle Schaltflächen ersetzt. Der Rand um das Display ist dadurch allerdings nicht kleiner geworden.

Speicher und Anschlüsse

Bei den Anschlüssen zeigt sich Samsung gewohnt knauserig. Wie Apple verbaut der Hersteller nur einen proprietären Dock-Connector. Ein Adapterkabel auf USB liegt dem Tablet-PC bei. Es kann zum Anschluss an den Computer oder zum Laden genutzt werden. Weitere Adapter für den Anschluss an den Fernseher etwa, müssen zusätzlich erworben werden.

  • Das Galaxy Tab 2 (rechts) wirkt im Vergleich nicht mehr so kantig wie der Vorgänger. (Bild: netzwelt)
  • Das Tab 2 (rechts) ist etwas dünner als der Vorgänger. (Bild: netzwelt)
  • Die Rückseite des Tab 2 (rechts) fühlt sich deutlich hochwertiger an. (Bild: netzwelt)
  • Bei den Anschlüssen zeigt sich Samsung aber knauserig. Neben den hier zu sehenden Kopfhöreranschluss, gibt es nur einen proprietären Anschluss. (Bild: netzwelt)

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher des Testgeräts standen netzwelt circa 12 Gigabyte zur Verfügung. Anders als das ursprüngliche Galaxy Tab ist das Tab 2 in verschiedenen Speichervarianten in Deutschland erhältlich. Neben der hier getesteten 16-Gigabyte-Fassung gibt es noch eine 8-Gigabyte-Version. Bei beiden lässt sich der Speicher per Micro-SD-Karte jeweils um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Der Speicherkartenslot dazu befindet sich an der Geräteseite, hier finden Nutzer auch den SIM-Kartenslot beim 3G-Modell.

Hardware

Das Display des Galaxy Tab 2 7.0 misst in der Diagonalen sieben Zoll, die Auflösung beträgt wie beim Vorgänger nur 1.024 x 600 Pixel. Allerdings ist das Galaxy Tab 2 mit einem PLS-Display ausgestattet. Dieses liefert im Vergleich knackigere Farben und bietet eine größeren Blickwinkel. Der Prozessor taktet zwar weiter mit einem Gigahertz, besitzt aber nun zwei Kerne. Die Folge: Die gesamte Bedienung des Galaxy Tab läuft nun deutlich flüssiger. Ruckler oder Verzögerungen gibt es nicht. Selbst aufwendige Spiele wie Shadowgun laufen ruckelfrei.

Dank Telefonmodul lässt sich mit der 3G-Version des Tabs auch telefonieren. Die Sprachqualität ist dabei deutlich besser als beim kürzlich getesteten Schwester-Modell Galaxy Tab 7.0 Plus N. Die Gesprächspartner sind klar und deutlich zu verstehen und klingen nur leicht blechern. Der Akku bietet eine Kapazität von 4.000 Milliamperestunden. Samsung gibt eine maximale Laufzeit von sechs Stunden bei kontinuierlicher Videowiedergabe an. Im Test ermittelte netzwelt einen Wert von fünf Stunden bei eingeschaltetem WLAN. Ähnliche Werte erreichte das Tab 2 beim Spielen oder Surfen im Netz - jeweils ebenfalls bei eingeschaltetem WLAN.

Multimedia

Die Kamera auf der Rückseite des Galaxy Tab 2 7.0 löst mit 3,2 Megapixeln auf und eignet sich für einzelne Schnappschüsse - allerdings ist die Detailtiefe der Bilder sehr gering. Videos zeichnet die Kamera in HD auf, die Bildqualität ist hierbei allerdings nur befriedigend. Zusätzlich steht eine VGA-Frontkamera für Videochats bereit.

Die beiden externen Lautsprecher sind kräftig und klangvoll. Das Galaxy Tab 2 eignet sich damit auch zur Musikbeschallung im Hintergrund. Allerdings verdeckt der Nutzer die an der Unterseite des Tablets positionierten Lautsprecher leicht, wenn er das Tablet in beiden Händen hält. Der Lautsprecher oberhalb des Bildschirms ist nur für die Sprachausgabe beim Telefonieren gedacht.

Software

Als Betriebssystem kommt auf dem Galaxy Tab 2 bereits Android 4.0 zum Einsatz. Samsung hat dieses mit seiner eigenen Nutzeroberfläche TouchWiz überzogen. Diese bietet als Hauptfeature sogenannte Mini-Apps. Zur Verfügung stehen die Programme Alarm, E-Mail, MP3-Player, SMS, Rechner, der Kalender S Planner, ein Task-Manager, eine Telefon-App und eine Weltuhr. Diese kann der Nutzer über die Taskleiste jederzeit aufrufen, ohne beispielsweise eine Vollbild-App schließen zu müssen.

  • Das Galaxy Tab 2 7.0 ist seit kurzem im Handel erhältlich. (Bild: netzwelt)
  • Das Testgerät ist in der netzwelt-Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)
  • Im Lieferumfang befinden sich eine Kurzanleitung sowie ein Datenkabel und ein Lade-Adapter. (Bild: netzwelt)
  • Das Galaxy Tab 2 7.0 ist sieben Zoll groß, es gibt das Modell aber auch in einer 10,1 Zoll-Variante. (Bild: netzwelt)
  • Das Gehäuse besteht aus Plastik. (Bild: netzwelt)

Das ist praktisch wenn der Nutzer beispielsweise schnell ein Lied im MP3-Player weiterschalten will oder seinen Posteingang kontrollieren möchte. Um Mails zu lesen oder SMS zu schreiben, muss er aber dann doch die gerade laufende App verlassen. Die Mini-Apps hatte Samsung erstmals auf dem Galaxy Tab 10.1 eingeführt. Anders als hier kann der Nutzer auf dem Galaxy Tab 2 7.0 sogar mehrere Mini-Apps gleichzeitig ausführen.

Verzichten müssen Nutzer aber leider auf die ebenfalls vom Galaxy Tab 10.1 und vom Tab 7.0 Plus N bekannte Zoomfunktion durch Bewegen des Tablets. Dafür finden sich auf dem Tablet neben den App Stores Google Play und Samsung Apps auch die Dienste Readers Hub, Games Hub und Music Hub. Über diese können Nutzer ihr Tab 2 mit E-Books, Zeitschriften, Spielen und Musik beladen. Samsung kooperiert hier mit Drittanbietern. Für die Nutzung der Dienste müssen daher leider jeweils separate Konten erstellt werden.

Beim Readers Hub sind es sogar gleich drei Konten, da Zeitungen von PressDisplay, Bücher von Kobo und Magazine von Zinio zur Verfügung gestellt werden. Beim Gaming Hub kooperiert Samsung dagegen mit Mobage. Hier stehen im Moment aber nur sogenannte "Social Games" zur Verfügung und keine Premium-Spiele. Der Music Hub wird von 7Digital bestückt. Allerdings bietet er noch nicht die neuen Streaming-Funktionen, die Samsung mit dem Galaxy S3 angekündigt hat.

Preis

Das Galaxy Tab 2 7.0 ist in Deutschland in einer 3G-Version und in einer reinen WLAN-Variante erhältlich. Schockte Samsung anno 2010 noch mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) oberhalb des iPad-Preises bewegt sich die UVP für das Galaxy Tab 2 7.0 im für Tablet-PCs üblichen Preissegment um 450 Euro.

Die 3G-fähige Variante gibt es wahlweise mit 8 oder 16 Gigabyte internem Speicher, das WLAN-Modell nur mit 16 Gigabyte. Die unverbindlichen Preisempfehlungen lauten 469 Euro (3G/8-Gigabyte), 489 Euro (3G/16-Gigabyte) und 459 Euro (WiFi/16 Gigabyte). Online werden die Modelle bereits zwischen 300 und 350 Euro gehandelt.

Fazit

Das Galaxy Tab 2 7.0 verleiht dem Urvater der Android-Tablets ein modernes Design und endlich ein auf Tablets optimiertes Betriebssystem nebst ebensolcher Nutzeroberfläche. Das neue Display bietet zwar keine HD-Auflösung, aber eine deutlich bessere Darstellung.

Kurzum: Wer ein kompaktes Android-Tablet mit aktueller Software sucht, ist mit dem Galaxy Tab 2 7.0 gut bedient. Im Vergleich zur Konkurrenz muss der Nutzer aber beim Tab 2 Abstriche bei der Verarbeitungsqualität machen.

Alternativen zum Modell sind das Samsung Galaxy Tab 7.0 Plus N und das Huawei MediaPad.

Kommentare zu diesem Artikel

Samsung bringt mit dem Galaxy Tab 2 7.0 einen direkten Nachfolger für das Galaxy Tab - den Urvater aller Android-Tablets - auf den Markt.

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  • Erwin1302 schrieb Uhr
    AW: Nachfolger: Samsung Galaxy Tab 2 7.0 im Test

    Macht sich doch gut beim Verkauf, wenn man die UVP als Anbieter deutlich unterbieten kann, auch wenn die UVP völlig überzogen war. Macht den Eindruck eines Schnäppchens, Online-Shops wie Pearl (nur als Beispiel) setzen diese UVPs ganz gezielt als Verkaufsargument ein.