Auf Kriegsfuß mit dem Touchscreen
North & South: Im Kurztest
Das Geschäft mit der Nostalgie scheint ein lukratives zu sein. Nur zu gerne greifen die Entwickler tief in die Trick- und Mottenkiste, um Spieleperlen von einst in Form von Jubiläums-Kollektionen, HD-Neuauflagen oder Apps für mobile Plattformen auf den Markt zu bringen. Irgendein sentimentaler Zocker der ersten Stunde und jenseits der 30 wird in einem Anfall von Melancholie schon zugreifen. Aber nicht jeder Oldie erweist sich als Goldie. Die iPad-Wiedergeburt des Amiga- und Atari-Klassikers "North & South" wurde von Entwickler bitComposer um ein paar nette Zwischenspielchen gekürzt und hat obendrein mit gelegentlichen Bedienschwächen, Aussetzern und einem direkten Konkurrenten zu kämpfen.
Für jene, die das Original nicht kennen: In "North & South" lässt sich der amerikanische Bürgerkrieg in sehr vereinfachter Form nachspielen. Als Konföderierten- oder Unionsgeneral verschiebt man in "Risiko"-Manier Runde für Runde Armeen über eine Landkarte, um einzelne Gebiete zu übernehmen, was sich letztlich auch positiv auf die Kriegskasse auswirkt. Für fünf Geldsäcke gibt's Einheitennachschub, der sich in der Nähe von Forts platzieren lässt.
Treffen Truppen aufeinander, werden die Gefechte mit Artillerie, Kavallerie und Infanterie in Echtzeit ausgetragen. Diese Taktikeinlagen sind auf dem iPad jedoch deutlich hektischer als im Original ausgefallen, was auch an der etwas ungenauen Touchscreen-Steuerung liegen mag. Fußsoldaten und Berittene müssen erst mit vielen Wischbewegungen dazu überredet werden, eine neue Marschrichtung einzuschlagen. Bei Zwei-Spieler-Duellen an einem iPad ist das Programm sogar völlig überfordert, die Kommandos den jeweiligen Spielern zuzuordnen, weshalb Online-Matches die bessere Wahl sind.
Mit ein wenig Geschick (und abhängig vom Startjahr) und Glück ist eine Partie "North & South" bereits nach ein paar Runden vorbei. Was schade ist, kommt doch durch Verstärkungen aus der alten Welt, Unwetter und zornige Indianer erst später ein Hauch von Unberechenbarkeit ins Spiel.
North & South: Im Kurztest
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Bild vergrößern Auch bitComposer wagt sich an eine iPad-Neuauflage von "North & South". (Bild: bitComposer) - Bild 2 von 6
Bild vergrößern Nord- und Südstaaten zanken sich ab dem Jahr 1861 um die Vorherrschaft in Amerika. (Bild: bitComposer) - Bild 3 von 6
Bild vergrößern Schützenhilfe für den kleinen blauen Mann: Per Fingertipp schießt man in einem Minispiel auf verschanzte Südstaatensoldaten. (Bild: bitComposer) - Bild 4 von 6
Bild vergrößern Treffen zwei Armeen aufeinander, kommt es zur fummeligen Echtzeitschlacht. (Bild: bitComposer) - Bild 5 von 6
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Der Comic-Charme ist zwar geblieben. Frühere Mini-Herausforderungen wie die Eroberung eines Forts oder Zugüberfälle unter Zeitdruck wurden jedoch in ihrer ursprünglichen Form gestrichen und durch eine einzige simple "Moorhuhn"-Ballerei ersetzt, in der man auf verschanzte Soldaten schießt und gleichzeitig vor deren Kugeln wegtaucht. Inhaltlich und optisch näher am Original ist der direkte Konkurrent "Die Blauen Boys: North vs South", der bereits Anfang Mai für iPad und iPhone erschienen ist, aber ebenfalls mit einer schwachen Bedienung zu kämpfen hat.
Datenblatt
| North & South | |
| Spielname | North & South |
| Hersteller | bitComposer |
| Vertrieb | bitComposer |
| Genre | Strategie |
| Erhältlich ab | 09.05.2012 |
| Preis | 2,39 Euro |
| EAN Code | 1234567890123 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Multiplayer | 1-2 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | befriedigend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
| System | iPhone/iPod/iPad |
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