Der Winter ist zäh
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest
Krieg und Intrigen, Helden und Verräter, verfeindete Adelshäuser und mysteriöse Gefahren: Die aufwendig produzierte US-Serie "Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer" nach der gleichnamigen Romanreihe von George R. R. Martin bietet alles, was das Fantasyfanherz begehrt. Staffel zwei der HBO-Produktion startete jüngst im Pay-TV-Kanal Sky Atlantic HD. Zeitgleich erschien das Rollenspiel "Game of Thrones" für PC und Konsolen - entwickelt vom französischen Studio Cyanide, das bereits einen halbgaren Strategietitel zum TV-Spektakel lieferte.
Test: Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Dieses Test-Video bezieht sich auf das Rollenspiel Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer, das zur gleichnamigen TV-Serie entwickelt wurde. Technisch überzeugt der Titel nicht unbedingt, dafür ist jedoch die Geschichte stimmig. Fans der bekannten Fernsehserie können sich vom Test-Video zu Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer inspirieren lassen, bevor sie eine Kauf-Entscheidung fällen. Zum Video: Test: Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer
Entsprechend groß ist die Skepsis der Fans, abermals ein Merchandising-Machwerk mit prominenten Namen vorgesetzt zu bekommen. Und auf technischer Seite mag diese Skepsis durchaus angebracht sein: Game of Thrones leidet zuweilen arg unter elendslangen Ladezeiten, matschigen Texturen, von Klonfiguren bewohnten Städten, unsauber animierten Charakteren, lachhaften Logiklöchern und unzähligen anderen, ebenso ärgerlichen Schlampereien, die es einem schwer machen, den zähen Einstieg zu überstehen.
Immerhin: Die vielschichtige, parallel zum ersten Buch angesiedelte und von George R. R. Martin abgesegnete Geschichte kann ein wenig von all dem wieder wettmachen. PC- und Konsolenspieler schlüpfen abwechselnd in die Kluft zweier Männer, die dem Spiel um Throne eigentlich abgeschworen haben - und nun Kapitel für Kapitel tiefer in die Machtkämpfe von Westeros gezogen werden. Der eine, Mors Westford, ist ein altgedientes Mitglied der Nachtwache. Ein Raubein, das von seinen Brüdern gefürchtet und von den Wildlingen jenseits der großen Mauer "Schlächter" genannt wird. Der andere, Alester Sarwyck, kehrt nach 15 Jahren Exil in seine zerrüttete Heimat Flussrath zurück, um dem Begräbnis seines Vaters beizuwohnen und seinen Erbanspruch zu untermauern - damit zieht er den Argwohn der Geschwister auf sich.
Schnell wird klar: Game of Thrones ist ein äußerst dialogintensives Spiel. Die Wahl der Antworten in den ordentlich synchronisierten, aber mit viel Blabla überladenen Gesprächen entscheidet sogar in geringem Maße über den Fortgang der Handlung. Bei Schlüsselszenen der Geschichte, die beide Helden später zusammenführt und vor allem im letzten Drittel mit geradezu brutalen Wendungen aufwartet, wird einem das Ruder jedoch aus der Hand genommen.
Das eigentliche Spielgeschehen verkommt in Game of Thrones fast zur Nebensache. Und das, obwohl sich Entwickler Cyanide - theoretisch zumindest - um eine ausgefeite Charaktergestaltung und ein taktisches Kampfsystem bemühte. Bereits zu Beginn darf man bei jedem Helden zwischen drei Klassen wählen, Bonuspunkte auf Attribute und Fertigkeiten verteilen sowie postive und negative Charakterzüge festlegen. In der Praxis erweist sich das alles aber als rein statistisches Blendwerk ohne große Auswirkungen.
Entscheidender sind gutes Equipment und jene Talente, die sich durch Levelaufstiege freischalten und im Kampf einsetzen lassen. Dazu wird das Geschehen stark verlangsamt, sodass genügend Zeit bleibt, bis zu drei Sonderfähigkeiten zu einer durchschlagenden Kombinationen aneinanderzureihen. Mors betäubt also einen Gegner erst, verpasst ihm einen schmerzhaften Kopfstoß und hetzt dann auch noch seinen Köter auf ihn, der schon jetzt den Titel "hässlichster Begleiter des Spielejahres 2012" innehat. In einigen kurzen Abschnitten darf man diesen Würfel auf vier Beinen auch direkt steuern, um Geruchsspuren hinterherzuhecheln oder Schätze fürs Herrchen zu finden.
Brauchbare Kampfkombinationen schleifen sich allerdings viel zu schnell ein - und werden angesichts der nicht gerade clever agierenden Computergegner während der gesamten Spieldauer von 20 bis 30 Stunden verwendet. Die öde Folge: Die Kämpfe verlaufen stets nach demselben Muster. Und wer einer Waffengattung treu bleibt, sieht hundertfach die immergleiche Animation, wenn ein Gegner niedergestreckt wird.
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest
- Bild 1 von 14
Bild vergrößern Der französischen Studio Cyanide liefert das Spiel zur erfolgreichen TV-Serie "Game of Thrones". (Bild: Focus Home Interactive) - Bild 2 von 14
Bild vergrößern Alester Sarwyck kehrt nach 15 Jahren Exil in seine zerrüttete Heimat Flussrath zurück, um dem Begräbnis seines Vaters beizuwohnen. (Bild: Focus Home Interactive) - Bild 3 von 14
Bild vergrößern Schöne Idee: Möchte man während eines Kampfes eine besondere Fähigkeit des Helden nutzen, pausiert das Spiel nicht völlig. Vielmehr läuft alles in Zeitlupe ab. (Bild: Focus Home Interactive) - Bild 4 von 14
Bild vergrößern Mors Westford ist ein altgedientes Mitglied der Nachtwache. (Bild: Focus Home Interactive) - Bild 5 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 6 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 7 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 8 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 9 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 10 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 11 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 12 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 13 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest - Bild 14 von 14
Bild vergrößern Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer: Im Kurztest
Fazit
Game of Thrones hätte angesichts der prominenten Vorlage und das ambitionierten Charaktersystems ein anspruchsvolles Rollenspiel werden können. Doch selbst die gelungene Rahmenhandlung kann längst nicht alle technischen Schnitzer und spielerischen Ungereimtheiten ausbügeln, die Entwickler Cyanide den Fans der Fantasysaga in geballter Form zumutet. Mit Skyrim und Risen 2 gibt es deutliche bessere Genre-Alternativen.
Weitere Tests aus dem Bereich Gaming finden Sie hier auf netzwelt.
Datenblatt
| Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer | |
| Spielname | Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer |
| Hersteller | Cyanide Studio / Focus |
| Vertrieb | dtp |
| Genre | Rollenspiel |
| Erhältlich ab | 31.05.2012 |
| Preis | Ca. 60 Euro |
| EAN Code | 3512899108981 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | befriedigend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
| System | Xbox 360 |
| System | PC |
| System | PlayStation3 |
Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst






