Direktversicherer nutzen Soziale Netzwerke schon
Facebook: Schufa-Pläne in anderen Branchen bereits Usus?
Die Pläne der Schufa, demnächst Informationen aus Sozialen Netzwerken zu verwenden, um die Kreditwürdigkeit einer Person einzuschätzen, sind in anderen Branchen offenbar schon lange Usus. Entsprechendes berichtet die Financial Times Deutschland. Derweil sorgen die Pläne der Auskunftei für viel Kritik im Netz und in der Politik.
Inhaltsverzeichnis
- 1Reaktionen aus der Politik
- 2Bei Direktversicherern bereits Usus?
- 3Guinet: Für optimierte Preisgestaltung
Das Netz reagierte mit viel Empörung und satirisch auf den Bericht des NDR bezüglich der Schufa-Pläne. Die Auskunftei überprüft demnach derzeit, ob es sich lohnt, Daten aus Sozialen Netzwerken für ihre Zwecke zu verwenden.
Reaktionen aus der Politik
Auch in der Politik schlug die Meldung Wellen. Die Piratenpartei ist der Meinung, dass es zwar legitim sei, Kreditausfälle begrenzen zu wollen, aber Datensammlungen auch Grenzen haben müssen. Ilse Aigners Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLV) forderte in einer Pressemitteilung Aufklärung von der Schufa. Eine umfangreiche Auswertung persönlicher Angaben in Sozialen Netzwerken verstehe das Ministerium als rechtswidrig. Die Pressestelle des Bundesjusitzministeriums twitterte, dass Facebook-Freunde nicht entscheidend dafür sein dürften, ob jemand einen Handyvertrag erhält.
Bei Direktversicherern bereits Usus?
Wie nun die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, ist die Verwendung von Sozialen Netzwerken zur Kundenanalyse in anderen Branchen bereits selbstverständlich. Die Axa Global Direct beispielsweise würde alle "zugänglichen Datenquellen" auswerten. Dadurch sei es möglich, für jeden Kunden eine individuelle Prämie zu ermitteln, die für das Unternehmen am profitabelsten ist, schreibt die Tageszeitung.
"Wir haben bis zu 50 Variablen, um die Preise zu segmentieren", erklärte Stéphane Guinet, Chef der Axa Global Direct gegenüber der FTD. Besonders interessant für die Versicherung, die speziell im Autosektor aktiv ist, seien das Einkaufsverhalten und die Preissensibilität der Versicherten. Cookies würden dabei helfen zu analysieren, für was sich der Nutzer gerade interessiert, Polizeiberichte wiederum geben Einblicke in mögliche Auffälligkeiten im Fahrverhalten. Auf Facebook sei dabei interessant, wenn Mitglieder über ihr Feierverhalten erzählen.
Guinet: Für optimierte Preisgestaltung
Guinet sagte der Tageszeitung, dass die genaue Analyse des individuellen Risikios entscheidend sei. "Wir investieren zweistellige Millionenbeträge in die Optimierung unserer Preisgestaltung, damit wir darin die Besten sind." Die Preise, die unterschiedliche Personen für die gleiche Versicherung zahlen, würden dementsprechend stark divergieren.
Weitere Informationen zu den Plänen der Schufa erhalten Sie hier auf netzwelt.


Einige Facebook-Nutzer können derzeit eine neue Bezahloption für Updates testen. Für ein bis zwei US-Dollar sollen mehr Freunde die Posts besser sehen können.
Neue Verhaltensregeln für das Miteinander in Sozialen Netzwerken: Der Knigge-Rat hat neue Empfehlungen für den Umgang in Facebook, Google+ und Co. herausgegeben.
Ein junges Unternehmen veröffentlichte am Donnerstag mit Flipboard erstmals eine iPad-App, die individuelle Nachrichten der eigenen Freunde bei Facebook und Twitter in Form eines Hochglanz-Magazins aufarbeitet. Der neue Ansatz stößt allerdings auch auf Kritik der deutschen Verleger.
Mehr Schutz vor Datenklau: Die SCHUFA hat ein Angebot veröffentlicht, mit dem sich Nutzer besser vor dem Missbrauch persönlicher Informationen schützen können.
Datendiebstahl, sei es durch Hackerangriffe oder einen verlorenen Geldbeutel, kommt immer wieder vor. Damit Nutzer diesen schneller bemerken, bietet die Schufa einen Update Service an, der sie über Anfragen oder Änderungen der hinterlegten Schufa-Daten informiert.
Deutschlands größte Auskunftei, die Schufa, will Daten im Netz sammeln. Als Quelle könnten Facebook, Twitter und Co. dienen. Noch handele es sich jedoch lediglich um Grundlagenforschung. Datenschützer sind bereits alarmiert.
Das Hasso-Plattner-Institut hat den Vertrag über die Zusammenarbeit mit der Schufa gekündigt. Wegen Missverständnissen in der Öffentlichkeit sei das Projekt nicht unbelastet.




