Die Geister, die er rief
Sorcery: Im Kurztest
Über eineinhalb Jahre ist es jetzt her, da wollte Sony mit der PlayStation 3-Erweiterung Move an den Erfolg von Nintendos Wii-Bewegungssteuerung anknüpfen: Hampeln, zappeln, locker aus dem Handgelenk schwingen, auf den Bildschirm zeigen und - so die Theorie - buchstäblich ins Geschehen eingreifen. Ohne große Verzögerungen, dafür mit präziser Erfassung. Technisch mag das sogar gelungen sein. Nur ist der Zauber mittlerweile verflogen. Intelligent angepasste Move-Spiele sucht man unter dem Gros der veröffentlichten Party-Games vergebens. "Sorcery" soll das nun ändern.
Sorcery - Launch Trailer : Das ist der Launch-Trailer zum PlayStation 3 Titel Sorcery, der voll auf die Move-Bewegungssteuerung setzt. Er zeigt Spielszenen mit denen Spieler in dieser magischen Spielwelt konfrontiert werden und verrät ein paar Details der Hintergrundgeschichte. Darüber hinaus wird der Spielcharakter von Sorcery vorgestellt. Ebenso wie seine Begleiterin, eine vorlaute Katze, mit der er zusammen die Welt retten muss. Zum Video: Sorcery - Launch Trailer
Goethes "Zauberlehrling" einmal ganz anders: "Sorcery" entführt PS3-Spieler in eine mittelalterliche Welt und vertraut ihnen den jungen Finn an, der in seinem Übermut Geister rief, die er nur noch mit viel Mühe und Körpereinsatz wieder los wird. Genauer gesagt: Der Junge hat unbeabsichtigt den Zorn der Albtraumkönigin auf sich gezogen, die nun das Land mit ihren zahllosen Handlangern zu verwüsten droht.
Finn muss die Dinge also wieder gerade rücken - mithilfe einer sprechenden Katze, Magie und dem Move-Controller, der hier wie ein Zauberstab geschwungen wird. Sechs Zauberformeln gibt es im Lauf des Abenteuers zu erlernen. Blitze und Erdbeben leisten anfangs gute Dienste, später kommen Wirbelwinde, Feuer- und Eisbälle dazu, die sich auch miteinander kombinieren lassen. Eine Feuerwand plus Wirbelwind ergibt beispielsweise eine brennende Luftsäule. Darüber hinaus kann Finn allerlei Tränke brauen, die - mit entsprechender Bewegung in den Rachen gekippt - seine Gesundheit wiederherstellen oder permanent seine Fähigkeiten steigern. Hört sich nach jeder Menge Abwechslung, Bewegungsfreiheit und gewaltigem Umfang an, doch das Ergebnis ist eher ernüchternd.
Nach fünf bis sechs Stunden schaltet man die Konsole schon wieder aus - einerseits, weil Land und Leute gerettet sind, andererseits, weil das Mixen magischen Gebräus auf Dauer öde wird und das Handgelenk nach hundertfacher Wiederholung der immergleichen Ausholbewegung schmerzt. "Sorcery" ist über weite Strecken ein spielerisch monotoner, linearer und rätselarmer Third-Person-Shooter. Weil die Technik trotz automatischer Zielaufschaltung nicht so präzise wie versprochen funktioniert und vor allem bei höher positionierten Gegnern versagt, schüttelt und rüttelt man den Controller im Akkord. Irgendein magischer Bolzen wird schon treffen.
Lediglich bei Duellen mit dickeren Brocken ist etwas Taktik gefragt: Beim Kampf gegen ein Baummonster müssen beispielsweise erst dessen Füße eingefroren werden, ehe man ihm ernsthaft Schaden zufügen kann. Dazwischen weicht man mit Hechtrollen seinen Attacken aus oder blockt sie mit einem magischen Schild. Schlösser und Rätsel jedwelcher Art lassen sich dagegen im Handumdrehen knacken - buchstäblich.
Sorcery: Im Kurztest
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Bild vergrößern Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit erscheint "Sorcery" nun für die PS3-Erweiterung Move. (Bild: Sony) - Bild 2 von 13
Bild vergrößern Gute Idee: Mit den Zaubern lässt sich experimentieren. Eine Feuerwand plus Wirbelwind ergibt beispielsweise eine brennende Luftsäule. (Bild: Sony) - Bild 3 von 13
Bild vergrößern Lediglich bei Duellen mit dickeren Brocken ist etwas Taktik gefragt: Beim Kampf gegen ein Baummonster müssen beispielsweise erst dessen Gliedmaßen eingefroren werden. (Bild: Sony) - Bild 4 von 13
Bild vergrößern Mit gefundenen Zutaten lassen sich diverse Zaubertränke brauen, die Finns Fähigkeiten permanent steigern. (Bild: Sony) - Bild 5 von 13
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Zugutehalten muss man Sony jedoch, dass die Entwickler den Einsatz des Move-Controllers aufs Zaubern beschränkt und nicht überstrapaziert haben. Gesteuert wird Finn nämlich präzise mit dem Analogstick des PS3-Pads oder alternativ mit dem Move-Navigations-Controller. Geklettert wird auf Knopfdruck. Und auch die märchenhafte Aufmachung kann sich durchaus sehen lassen. Alles in allem "Sorcery" als "bezaubernd" zu bezeichnen, wäre wohl aber zu viel des Guten - zumal es dem Titel an Wiederspielwert fehlt und interessante Ideen wie die Verwandlung in eine Ratte oder einen Vogel nicht einmal ansatzweise genutzt werden.
Datenblatt
| Sorcery | |
| Spielname | Sorcery |
| Hersteller | The Workshop |
| Vertrieb | Sony |
| Genre | Action-Adventure |
| Erhältlich ab | 25.05.2012 |
| Preis | Ca. 40 Euro |
| EAN Code | 0711719226338 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | befriedigend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
| System | PlayStation3 |
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