Vor- und Nachteile des neuen Systems

Neuer Standard DAB+: Digitalradio-Empfang mit Lücken

UKW-Empfang ist manchmal eine Qual. Abhilfe soll der neue Digitalradio-Standard DAB+ schaffen. Aber noch profitieren nicht alle Radiofans von den Vorteilen des neuen Systems. Dabei bietet der Standard viele Vorteile.

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DAB+-Empfänger von PURE: Mitterweile gibt es eine Vielzahl an Geräten für den Digitalradio-Empfang. (Bild: netzwelt)
DAB+-Empfänger von PURE: Mitterweile gibt es eine Vielzahl an Geräten für den Digitalradio-Empfang. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Besserer Empfang, bessere Audioqualität
  2. 2Mehrwert durch Multimedia-Dienst 
  3. 3Ausbau geplant
  4. 4Verfügbare Sender 
  5. 5DAB+ im Auto

"Wie komme ich an Frequenzen für DAB+?", lautete die Frage eines netzwelt-Lesers, als wir über neue Digitalradio-Empfänger von der Internationalen Funkausstellung (IFA) im letzten Jahr berichteten. Eine interessante Frage, denn auch die DAB+-Ausstrahlung basiert auf Frequenzspektren elektromagnetischer Wellen, die über die Antenne gesendet werden. Radio halt.  

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Die Frage des Lesers streut aber auch Licht auf das Informationsdefizit, das der neue Standard anscheinend verursacht. Denn Informationen über Frequenzen wie beim UKW-Empfang sind bei DAB+ eigentlich nicht mehr nötig - der Radiohörer wählt wie am Fernseher lediglich das Programm per Knopfdruck oder Drehrad aus. "Es ist gerade der Vorteil von Digitalradio, dass sich die Hörer keine Frequenzen mehr merken müssen", heißt es beim Projektbüro Digitalradio, einer Initiative der öffentlich-rechtlichen und privaten DAB+-Veranstalter. Die Aufgabe des Projektbüros besteht darin, Digitalradio als "Radio der Zukunft" in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Kann das gelingen?

Besserer Empfang, bessere Audioqualität

Zunächst stehen die Vorteile des Digital Audio Broadcasting Plus, so der ausgeschriebene Name des Standards, im Vordergrund. Da wäre die bessere Empfangsqualität zu nennen. Wer einmal einen DAB+-Empfänger ausprobiert hat, dürfte sofort registriert haben, dass das UKW-Rauschen der Vergangenheit angehört. Dabei finden moderne Digitalradios auf Knopfdruck alle in einem Verbreitungsgebiet lieferbaren Programme. Auch bei einem Standortwechsel ist keine erneute Sendersuche nötig, weil einheitliche Frequenzen verwendet werden. Das gilt auch für regionale Sender: Der Empfang ist im gesamten Sendegebiet über eine einheitliche Frequenz möglich.

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Ein weiterer Vorzug rechtfertigte auch den Namen des Standards: Die Audiokodierung bei der alten Digitalradio-Norm DAB wurde um eine effizienteres Verfahren verfeinert, deshalb DAB+. Statt Daten bei DAB mit dem Codec MPEG-1 Layer-2 zu komprimieren, verwendet DAB+ den MPEG-4 HE-AAC v2-Codec. So kann die Audioqualität hoch gehalten, aber die Bitrate gesenkt werden. In der Praxis wird es auf diese Weise möglich, mehr Programme in einem Multiplex als bei DAB und UKW zu übertragen. Als Multiplex oder auch Ensemble bezeichnet man die ausgestrahlten Pakete aus Radiosender und Datendiensten.



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