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Virenscanner vollständig löschen
Die Removal Tools der großen Hersteller im Überblick

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Ein guter Virenscanner gehört auf jeden PC. Allerdings lassen sich die Programme von Symantec, Avira und Co. nur schwer wieder entfernen - es sei denn, der Nutzer greift zu den dafür gedachten Removal Tools.

Angesichts der Gefahr, die Millionen im Umlauf befindlicher Viren und Würmer darstellen, gehört auf jeden PC eine leistungsfähige Sicherheits-Software. Die Programme von Symantec, Avira und Co. lassen sich allerdings nur schwer wieder deinstallieren - es sei denn, Nutzer kennen ein passendes Lösch-Werkzeug.

Beim Löschen eines Virenscanners bleiben fast immer Rückstände erhalten - auch in der Registry.

Heutzutage ist auf praktisch jedem Windows-PC ein Virenscanner installiert, mit dem sich Anwender vor gefährlichen Programmen schützen. Die meisten Computer werden sogar schon ab Werk mit einer Sicherheits-Software ausgeliefert, die für einen bestimmten Zeitraum kostenlos genutzt oder getestet werden kann.

Entfernung

So gut ein Virenscanner grundsätzlich ist, so schwierig ist mittlerweile seine Deinstallation. Zwar lassen sich alle führenden Programme auf dem gewohnten Weg über die Systemsteuerung von Windows entfernen, jedoch bleibt dabei fast immer etwas auf dem PC zurück. Solche Rückstände kosten nicht nur Speicherplatz, sondern können unter Umständen auch die Installation eines anderen Virenscanners behindern - manchmal glaubt der Setup-Assistent einer bestimmten Anwendung, die Konkurrenz sei noch auf dem Computer installiert. Zum Glück bieten fast alle großen Hersteller ein Programm an, mit dem sich ihre Virenscanner wirklich entfernen lassen - und zwar restlos. Netzwelt zeigt, was Benutzer dabei alles beachten müssen.

BitDefender

Das BitDefender Uninstall Tool löscht alle Programme seit dem Jahr 2008 oder neuer.

BitDefender geht vorbildlich mit dem Problem um, dass die eigentliche dafür vorgesehene Deinstallation die Programme des Herstellers nicht komplett löscht: Im Support-Bereich der offiziellen Webseite finden Nutzer einen Hinweis auf das sogenannte BitDefender Uninstall Tool. Es ist knapp 5,7 Megabyte groß und läuft auf den Betriebssystemen Windows 2000, XP, Vista und Windows 7. Die aktuelle Version vom August 2011 kann BitDefender Antivirus 2008 und BitDefender Internet Security 2012 oder neuer vom Computer entfernen. Die eigentliche Verwendung ist ganz einfach, wie bei allen "Removal Tools": Das BitDefender Uninstall Tool sucht nach dem Start selbstständig nach Rückständen gelöschter Programme und bietet deren Säuberung an.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von BitDefender.

Kaspersky

Kaspersky sichert die Nutzung seines Werkzeugs durch ein Captcha ab.

Kaspersky gilt seit Jahren als Marktführer unter den Virenschutz-Herstellern, nicht erst seit Entdeckung des gefährlichen Flame-Virus. Allerdings gibt auch Kaspersky in der Dokumentation seiner Produkte ganz offen zu, dass sie unter Umständen nicht restlos gelöscht werden können. In einem solchen Fall hilft der Kaspersky Products Remover weiter: Das 3,7 Megabyte große Programm unterstützt Windows XP oder neuer und entfernt alle Programme des Herstellers. Probleme gibt es lediglich dann, wenn das Betriebssystem des PC im 64-Bit-Modus ausgeführt wird und Kaspersky Internet Security 6.0 oder 7.0 gelöscht werden sollen - dann greift die Software nicht, Nutzer müssen die Rückstände ihrer Sicherheits-Software manuell entfernen.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von Kaspersky.

Symantec

Das Norton Removal Tool erwies sich unter Windows 7 als etwas instabil.

Symantec ist vielen Anwendern ein Begriff, da Programme der Norton-Serie bis heute gerne auf Notebooks der großen PC-Hersteller vorinstalliert werden. Wer nach dem kostenlosen Testzeitraum den bereits vorhandenen Virenscanner nicht weiter nutzen möchte, kann das Norton Removal Tool nutzen: Es löscht sämtliche Norton-Anwendungen des Jahres 2003 oder neuer, Norton 360 und Norton SystemWorks 12. Mit knapp 900 Kilobyte ist das Werkzeug zwar deutlich kleiner als bei der Konkurrenz, erkennt auf den ersten Blick aber die betreffenden Programme trotzdem problemlos. Im Test gab es aber leider große Probleme unter Windows 7: Das Norton Removal Tool verweigerte bei jedem zweiten Versuch die Arbeit und startete einfach nicht.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von Symantec.

McAfee

Kunden von McAfee müssen vor dem Löschen erst ihre Lizenz deaktivieren.

Noch schwieriger ist es bei McAfee: Aufgrund der komplizierten Lizenzverwaltung des Herstellers müssen sich Nutzer an eine genau vorgegebene Reihenfolge halten, bevor sie das McAfee Consumer Products Removal Tool (MCPR) einsetzen. Zunächst sollten Nutzer versuchen, das betreffende Programm ganz normal über die Systemsteuerung zu entfernen. Anschließend gilt es, im privaten Bereich auf der McAfee-Webseite noch die Lizenz zu deaktivieren, da sie bei einer eventuellen Neuinstallation sonst nicht mehr als gültig erkannt wird. Erst nachdem diese beiden Schritte abgeschlossen sind, darf endlich das MCPR gestartet werden. Das Programm läuft auf Windows XP oder neuer - aber leider nicht mehr auf älteren Versionen.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von McAfee.

G Data

G Data löscht seinen Virenscanner selbst dann, wenn dieser noch im Hintergrund aktiv ist.

Im Vergleich zu McAfee zeigt G Data, wie man ein Lösch-Werkzeug auch nutzerfreundlicher umsetzen kann: Für die Verwendung des G Data AVCleaner ist es nicht unbedingt nötig, dass der Virenscanner von G Data zuvor bereits regulär deinstalliert wurde - auch wenn das ausdrücklich empfohlen wird. Selbst wenn ein Programm von G Data noch im Hintergrund ausgeführt wird, während das Werkzeug eingesetzt wird, erzwingt es erfolgreich die Löschung nicht mehr benötigter Dateien und Registry-Schlüssel. Dieser Prozess ist derart gründlich, dass sogar Updates für den Windows Installers gelöscht werden, die von G Data aufgespielt wurden. Wie erwartet unterstützt der aktuelle AVCleaner 2013 die Betriebssysteme Windows XP/Vista/7.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von G Data.

Panda

Das Werkzeug von Panda gibt sich etwas zugeknöpft.

Panda stellt auf seiner Webseite ebenfalls ein spezielles Werkzeug bereit, um Rückstände seiner Produkte zu entfernen. Das knapp 650 Kilobyte große Programm deckt Panda AntiVirus, Panda Internet Security und die Profi-Anwendung Panda Global Protection auf dem Betriebssystem Windows XP und neuer ab. Nach der erfolgreichen Deinstallation eines nicht restlos gelöschten Virenscanners empfiehlt Panda, den Rechner neu zu starten - und dann Hand an das System zu legen: Sofern ein Programm aus den Jahren 2010, 2011 oder 2012 eingesetzt wird, muss der Hotkey-Schlüssel mit dem Registrierungseditor manuell entfernt werden. Er liegt in HKEY_LOCAL_MACHINE innerhalb der Verzeichnisse Software, Panda Software und Setup.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von Panda.

Avast

Nutzer von Avast müssen das zu löschende Programm selbst auswählen.

Das Beispiel Panda zeigt, dass jedes Lösch-Werkzeug besondere Anforderungen hat, die Benutzer beachten müssen. Avast fällt dabei neben McAfee am negativsten auf: Während sich andere Programme im regulären Betrieb ausführen lassen - sogar während der Virenscanner eingeschaltet ist - muss das sogenannte Avast Uninstall Utility im abgesicherten Modus von Windows ausgeführt werden. Andernfalls garantiert der Hersteller nicht, dass es reibungslos funktioniert. Zusätzlich müssen Nutzer manuell auswählen, welches Programm aus dem Hause Avast entfernt werden soll, eine automatische Erkennung fehlt leider. Die eigentliche Reinigung erledigt es aber gut. Das Avast Uninstall Utility läuft auf Windows XP, Vista und auf Windows 7.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von Avast.

Avira

Avira überprüft auf Wunsch die Registrierung auf Rückstände.

Der deutsche Sicherheitsspezialist Avira ist besonders bei Privatpersonen sehr beliebt, da er seit Jahren den besten kostenlosen Virenscanner anbietet. Die Entwickler des Unternehmens nehmen für sich in Anspruch, dass im Vergleich zur Konkurrenz bei einer Deinstallation sämtliche Dateien auf der Festplatte gelöscht werden. Nur für die Registrierungsdatenbank bietet Avira einen speziellen RegCleaner an: Er sucht sofort nach einem Klick auf "Keys auslesen" nach Schlüsseln, die nicht mehr benötigt werden. Anschließend müssen die Nutzer noch einmal bestätigen, welche Schlüssel gelöscht werden sollen, sofern das Werkzeug aus Versehen einen falschen Eintrag mit ausgewählt hat. Der Avira RegCleaner läuft auf Windows 2000 oder neuer.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von Avira.

AVG

AVG führt die Entfernung seiner Programme in der Eingabeaufforderung durch.

AVG ist hierzulande eher weniger bekannt, in Osteuropa aber durchaus weit verbreitet. AVG Antivirus hat die gleichen Probleme die Konkurrenz und gibt offen zu, dass bei der Deinstallation nicht alle Komponenten des Virenscanners restlos gelöscht werden. Dafür ist der AVG Remover zuständig: Zunächst müssen Nutzer prüfen, ob ihr Betriebssystem im 32- oder 64-Bit-Modus läuft und sich anschließend die passende Variante des Werkzeugs herunterladen. Von der Tatsache, dass die Anwendung nach dem Start in der Eingabeaufforderung ausgeführt wird, sollten sich die Nutzer nicht abschrecken lassen. Es stellt nämlich nur wenige Fragen. AVG Remover kann alle AVG-Produkte entfernen und läuft auf Windows XP oder neueren Versionen.

Hier geht's direkt zum Support-Artikel und Download von AVG...

Sicherheit

Nur wenige Hersteller schützen ihre Anwendungen vor unberechtigter Nutzung.

Die vorgestellten Programme helfen zwar, einen Virenscanner restlos zu entfernen, stellen selbst aber auch eine Gefahr dar: Schließlich könnten Bösewichte sie in einen Virus einbauen, um den Abwehrmechanismus des Virenscanners ganz einfach zu umgehen. Nur Kaspersky und McAfee bauen auch für diesen Fall vor: In ihren Anwendungen ist ein Captcha eingebaut, das vor der Verwendung eingegeben werden muss. Auf diesem Weg kann der Virenscanner die automatische Nutzung durch einen Virus von einem normalen Anwender unterscheiden. Andere Hersteller sollten sich an Kaspersky und McAfee ein Beispiel nehmen und möglichst bald ähnliche Mechanismen in ihre Werkzeuge einbauen, damit sie niemals ausgenutzt werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Ein guter Virenscanner gehört auf jeden PC. Allerdings lassen sich die Programme von Symantec, Avira und Co. nur schwer wieder entfernen - es sei denn, der Nutzer greift zu den dafür gedachten Removal Tools.

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  • User1234567890 schrieb Uhr
    AW: Porentief rein: So löschen Sie Ihren Virenscanner vollständig

    Weder das Eine noch das Andere stimmt. Auch Revouninstaller kann da nicht helfen. Der findet BitDefender nicht!
  • Pascall schrieb Uhr
    AW: Porentief rein: So löschen Sie Ihren Virenscanner vollständig

    Wieso der Trubel ? Revouninstaller installieren, und den erweiterten Deinstallatonsprozess durchlaufen lassen, entfernt das Programm, Registry-Einträge sowie jegliche übrig gebliebenen Daten.

    Ist schnell, funktioniert mit allen Windows Programmen und es existiert sogar eine kostenlose Version davon.
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Virenscanner vollständig löschen
Virenscanner vollständig löschen
Kaum ein Virenscanner lässt sich über die Systemsteuerung vollständig löschen, das geht nur mit den entsprechenden Removal Tools.
http://www.netzwelt.de/news/92437-virenscanner-vollstaendig-loeschen.html
2012-06-03 08:45:28
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/loeschen-virenscanners-bleiben-fast-immer-rueckstaende-erhalten-registry-bild-netzwelt-14711.jpg
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