Internet per Stromleitung: Aktuelle Powerline-Adapter im Test

Wenn der Nachbar mitsurft

Plug & Play hört sich für den Anwender immer gut an. Und in der Tat: Meistens reicht es, die Adapter in der jeweiligen Wandsteckdose zu platzieren, schon steht das Powerline-Netzwerk. Eine zusätzliche Konfiguration empfiehlt sich dennoch: Viele der Hersteller im Test liefern ihre Geräte nämlich mit einem Standard-Kennwort wie "Homeplug AV" aus, das für den Nachbar nebenan leicht zu erschließen ist. Und Stromleitung und Stromzähler sind leider keine hinreichende Barriere für Datenschnüffler.

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Zur Absicherung genügt in der Regel ein ein- bis zwei sekündiger Druck auf den Verschlüsselungsknopf an den Powerline-Adaptern. Einige Modelle muss man vorab auch erst durch ein etwa zehn Sekunden langes Betätigen des Knopfes in die Lage versetzen, ein neues Kennwort für den Schlüsselaustausch zu generieren. Alle Geräte im Test verwenden eine AES-Verschlüsselung per 128 Bit. AES kommt auch bei Funknetzen zur Anwendung, die per WPA 2 verschlüsselt sind.

Weitere Adapter einbinden

Anwender, die ihr Powerline-Netzwerk um weitere Adapter ergänzen wollen, können auch Stromnetzwerkgeräte anderer Hersteller kaufen, da die meisten aktuellen Modelle den HomePlug AV-Standard verwenden und damit untereinander kompatibel sind. Unterschiedliche Chipsätze in den Geräten sollten dann eigentlich keine Rolle mehr spielen bei der Herstellung einer funktionierenden Datenverbindung.

Ganz problemlos klappte die Einbindung von Adaptern anderer Hersteller in unserem Test jedoch nicht. Bei einigen Geräten schlug sie sogar mehrmals fehl. Optimal ist deshalb eine Verwendung von Modellen eines Unternehmens und der aktuellsten Geräte-Generation. Wer Powerline-Geräte anderer Hersteller hinzukauft, sollte immer die Bedienungsanleitung der bestehenden Adapter für die Neuinstallation zu Rate ziehen. Dort findet sich häufig eine Beschreibung für die Inbetriebnahme weiterer Adapter im Netzwerk.

Kleine Helferlein

Alternativ zur manuellen Konfiguration per Knopfdruck legen manche Hersteller auch eine Software bei, die unter anderem den Durchsatz anzeigt und der Verschlüsselung dient. Das ist durchaus praktisch - so erhält der Anwender eine Übersicht, an welchen Steckdosen die Transferrate gut und an welchen diese schlecht ist. Bei der Verschlüsselung greift man lieber zur einfachen Knopfdrucklösung als zur Software - es sei denn, man ist zu faul, ein paar Meter durch die Wohnung zu gehen und bleibt lieber am Rechner sitzen.

Die Programme zeigen Powerline-Geräte nur an, wenn sie ins LAN eingebunden sind und stehen meist nur für Windows-Rechner zu Verfügung. Mac-Nutzer werfen deshalb einen Blick auf die getesteten Modelle von Devolo und Netgear. Allerdings sollte ein lieferbares Powerline-Programm kein ausschlaggebendes Kaufargument sein. Und bei zwei oder vier Adaptern im Haushalt ist solch eine Software auch nicht zwingend notwendig.

Stromverbrauch

In unserem Test maßen wir auch die Leistungsaufnahme, die abhängig vom Modell zwischen zwei und rund fünf Watt lag. Die Adapter verbrauchen damit Strom zu einem Preis zwischen rund drei und zehn Euro im Jahr, ausgehend von einem Kilowattpreis von 23 Cent pro Stunde. Da die Geräte auch öfter in den Standby-Zustand zurückfallen, belasten die Powerline-Adapter die Stromrechnung nicht allzu sehr. 

Die Standby-Funktion ist praktisch, denn im Ruhezustand verbrauchen die Geräte nicht mehr als ein Watt. Allerdings hängt manchmal ein Rechner am Powerline-Adapter, dessen Netzwerkkarte für WakeOnLan konfiguriert ist. Dann bleibt die Ethernet-Verbindung zum Stromnetzwerk-Gerät immer aktiv und die Adapter können sich nicht schlafen legen.

Der Testsieger: FRITZ! Powerline 520E kostet rund 120 Euro im Paarset.
Der Testsieger: FRITZ! Powerline 520E kostet rund 120 Euro im Paarset.

Testsieger

In der Gesamtschau der getesteten Adapter gefiel uns das AVM-Modell FRITZ! Powerline 520E am besten. Es überzeugt mit gutem Durchsatz, geringem Stromverbrauch, kompakter Verarbeitung und ist zu einem Set-Preis von rund 120 Euro zu haben. 

Aber die Abstände der Modelle untereinander sind gering. So lag der Datendurchsatz bei allen Modellen im guten Bereich. Interessierte sollten ihre Kaufentscheidung auch vom Funktionsumfang - etwa Gigabit-Port, durchleitende Steckdose, eingebauter Switch - abhängig machen. Dafür wird dann auch mehr Geld fällig.

Eine Rangliste der getesteten Powerline-Modelle finden Sie in der Bilderstrecke in diesem Artikel. Außerdem bietet netzwelt eine Tabelle, die die wichtigsten Leistungsdaten der 14 getesteten Produkte gegenüberstellt. Zu den einzelnen Testberichten der Powerline-Adapter gelangen Sie über diese Übersicht.


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