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Kaufberatung: Das müssen Sie über Digitalkamera-Technik wissen
Was CMOS, Megapixel, Brennweiten und Bildschirmgrößen bedeuten

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Der Kauf einer Digitalkamera kann voller Tücken stecken. Zumindest die wichtigsten Technik-Begriffe erklärt diese Kaufberatung kurz und knapp.

Bildsensoren, Auflösung und Zoomfaktoren - die Werbung für Digitalkameras wirft mit schön klingenden Werten um sich, doch eine Erklärung erhält der Verbraucher nicht. In diesem Kaufberater wollen wir kurz und knapp einige Begriffe aus der Digitalkamera-Welt erklären - teilweise sind ausführliche Artikel verlinkt.

Die Systemkamera NX100 von Samsung mit ihrem umfangreichen Zubehör.

Bildsensor: Das Auge der Kamera

Mit CMOS, Live-MOS und CCD existieren drei unterschiedliche Arten von Bildsensoren, deren verschiedene Technologien inzwischen aber für den normalen Nutzer keine erkennbaren Qualitätsunterschiede mehr aufweisen.

Viel wichtiger für die spätere Bildqualität ist die Größe der Sensorfläche. Diese wird teilweise immer noch in einer ungewöhnlichen Einheit gemessen. So weisen zum Beispiel die Chips in den meisten Kompaktkameras eine Größe von 1/2,33 Zoll auf, hochwertige Modelle kommen auf 1/1,7 Zoll. Diese Flächenangabe stammt noch aus der Zeit der Bildaufnahmeröhren. Die Seiten der Kompaktkamerasensoren sind etwa 6,1 bis 7,1 x 4,5 bis 5,2 Millimeter lang.

Bei den größeren Bildsensoren von System- und Spiegelreflexkameras existieren teilweise herstellerspezifische Formate, deren Kantenlängen jedoch üblicherweise in Millimetern angegeben werden. Ihre Fläche ist etwa vier bis sechs Mal größer als bei den kleinen Sensoren.

Der CMOS-Sensor der Canon EOS 5D Mark II. (Quelle: Canon)

Eine vergleichsweise neue Entwicklung stellen rückseitig belichtete Bildsensoren dar. Bei der herkömmliche Bauweise werfen elektrische Leitungen Schatten auf die lichtempfindliche Schicht. Bei den umgedreht aufgebauten Chips gelangt das einfallende Licht komplett auf den Sensor. Für den Fotografen entsteht in der Praxis eine etwas längere Belichtungszeit.

Fazit: Bei Kompakt- und Bridgekameras stehen nur kleinflächige Sensoren zur Auswahl. Bei Systemkameras schwanken die Größen ein wenig und in Spiegelreflexkameras steckt immer ein großer Bildsensor.

Auflösung: Megapixel sind nicht alles

Zumindest in der Werbung für Digitalkameras spielt die Auflösung der Kameras immer noch eine große Rolle. Dabei gilt die Faustregel, dass die Sensoren der Kompaktkameras auf ihren kleinen Flächen nicht mehr als sechs Megapixel sinnvoll aufnehmen können. Diese Auflösung reicht nicht nur für Webseiten und Full-HD-Fernseher aus, sondern auch für größere Foto-Ausdrucke.

Digitalkameras mit einstelligen Megapixel-Werten sind aber selbst bei den kompakten Modellen nicht mehr zu bekommen. Stattdessen sind die Hersteller bei Auflösungen zwischen 10 und 16 Megapixeln angekommen. Einige Kameras schaffen es, die negativen Effekte der zu dicht gedrängten Pixel vor dem Abspeichern des Bildes herauszurechnen.

Bei System- und Spiegelreflexkameras markieren 14 Megapixel dagegen eher die Untergrenze. Da deren Sensoren über deutlich mehr Fläche verfügen, stellen auch Auflösungen zwischen 20 und 30 Megapixeln kein Problem dar.

Fazit: Die genaue Zahl der Megapixel ist für Otto-Normal-Fotografen inzwischen zweitrangig.

Bildprozessor: Fleißiger Arbeiter

Die Sensoren leiten ihre aufgenommenen Daten an Bildprozessoren weiter, bei denen es sich überwiegend um Eigenentwicklungen der jeweiligen Hersteller handelt. Je nach ausgewähltem Dateiformat führen die Chips mehr oder weniger automatische Verbesserungen an den Aufnahmen durch und komprimieren sie vor dem Abspeichern.

Fazit: Die Bildprozessoren sind extrem wichtig, finden aber wenig Beachtung.

Objektiv: Fest eingebaut oder zum Wechseln

Die Brennweite oder der Zoomfaktor eines Objektivs fallen oft als erstes auf, die ebenfalls wichtige Blende beachten viele Nutzer allerdings zu selten. Ein drei- bis fünffacher Zoom gehört inzwischen zum Standard, einige Kompaktkameras locken sogar schon mit 18-fachem Vergrößerungsfaktor. Bridgekameras erreichen mit ihren ebenfalls fest verbauten Objektiven schon fast den Faktor 50, wobei die hohen Brennweiten in der Praxis ohne Stativ nicht praktikabel sind.

Neben der Brennweite - kleine Werte entsprechend einem weiten Aufnahmewinkel und große Zahlen holen entfernte Motive nah heran - ist auch die Blende einen Blick wert. Hier gilt: Je kleiner die Blendenzahl, desto größer ist die Blendenöffnung. Entsprechend fällt bei kleinen Blenden mehr Licht ein, die Belichtungszeit verkürzt sich und der Tiefenschärfebereich fällt kleiner aus.

Nikon-Wechselobjektiv DX 18-200 ED VR. (Quelle: Nikon)

Bei System- und Spiegelreflexkameras lassen sich die Objektive auswechseln, wobei die Auswahl für DSLR-Modelle noch größer ist. Das Angebot reicht von Fish-Eye- und Weitwinkel- über Makro- und Standard-Zoom- bis hin zu Teleobjektiven. Für jedes Foto lässt sich quasi eine passende Linse finden. Es gilt allerdings zu beachten, dass Canon, Nikon, Sony, Pentax und Co für ihre Spiegelreflex- und Systemkameras unterschiedliche Bajonette, wie die Anschlüsse genannt werden, verwenden. Die Objektive lassen sich also höchstens mit Adaptern zwischen den Herstellern und Kamera-Serien tauschen.

Fazit: Bei Kompakt- und Bridgekameras legt sich der Nutzer auf ein Objektiv fest, bei System- und DSLR-Kameras kann er neue Linsen zum Wechseln kaufen.

Sucher und Bildschirm: Motivwahl und Menü-Bedienung

Jede Digitalkamera verfügt über einen Bildschirm, auf dem auch alle aktuellen Spiegelreflexkameras ein Livebild anzeigen. Während die DSLR-Modelle aber noch über einen optischen Sucher verfügen, stellt der Monitor bei den anderen drei Kamera-Typen die einzige Möglichkeit dar, den Bildausschnitt vor der Aufnahme zu kontrollieren - wenn man von den optional erhältlichen, elektronischen Aufstecksuchern für Systemkameras und einigen hochpreisigen Kompaktkameras absieht.

Bei Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln haben sich Kameras mit beweglichen Bildschirmen bewährt. Bei fest eingebauten Anzeigen lohnt es sich, auf große Blickwinkel zu achten, dann erkennt man auf ihnen auch den Bildausschnitt, wenn man die Kamera sehr hoch oder niedrig hält.

Die Canon Powershot G12 mit beweglichem Bildschirm.

Touchscreens eignen sich nicht nur für Smartphones und Tablets, sondern dienen auch bei Digitalkameras als Bedienelemente. Die Qualität der berührungsempfindlichen Bildschirme ist sehr unterschiedlich: Während einige eine schnelle, unkomplizierte Bedienung ermöglichen, treiben andere den Nutzer zur Verzweiflung. In der Praxis konnte aber noch keine Touchscreen-Kamera vollständig überzeugen.

Fazit: Der Monitor sollte ein klares, auch von den Seiten gut zu erkennendes Bild bieten.

Speichermedien: SD-Karten auf dem Vormarsch

Der interne Speicher von Digitalkameras fällt unbrauchbar klein aus, sofern er überhaupt vorhanden ist, und bietet nur Platz für eine Handvoll Aufnahmen. Er soll vor allem dafür sorgen, dass potentielle Käufer die Kameras ausprobieren können.

Als Speichermedien haben sich SD-Karten durchgesetzt. Nur einige Spiegelreflexmodelle oberhalb des Einsteigerbereichs verlangen noch nach CompactFlash-Speicherkarten (CF). Einige Hersteller haben zudem begonnen, in Kompaktkameras auch die kleinen MicroSD-Speicherkarten zu verwenden. Der früher bestehende Geschwindigkeits- und Speichergrößenvorteil von CF-Karten ist durch die Einführung des SDHC- und vor allem des SDXC-Standards hinfällig geworden.

Fazit: Speicherkarten sind günstig geworden. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Kamera auch den gewählten Karten-Standard unterstützt. Für große Datenmengen, wie sie bei der Aufzeichnung von Full-HD-Videos anfallen, sind schnelle Speicherkarten nötig.

Anschlüsse: Mehr als nur Dateiübertragung und Bildwiedergabe

Einige Hersteller statten ihre Kameras mit Standard-Schnittstellen aus, andere setzen auf hauseigene Lösungen. Unabhängig davon stellt ein kombinierter USB- und AV-Anschluss das Minimum an Schnittstellen bei Digitalkameras dar. Er dient zur Datenübertragung auf Computer und zur Foto- und Videowiedergabe auf Fernsehern.

Die Anschlüsse der Nikon D5000

Bei höherwertigen Kameras lassen sich auch HDMI-Anschlüsse, Audio-Eingänge und Schnittstellen für GPS-Logger finden. Anschlüsse für Fernbedienungen sind bei Spiegelreflex- und teilweise bei Systemkameras vorhanden.

Fazit: Vor dem Kauf überlegen, welche Verbindungen benötigt werden oder ob sie keine Rolle spielen, wenn zum Beispiel die Speicherkarte entnommen und in ein Lesegerät eingeschoben wird.

Stromversorgung: Ohne Energie bleibt die Kamera dunkel

In der Regel stellen Lithium-Ionen-Akkus die Stromversorgung der Digitalkameras sicher. Nur wenige Modelle - vor allem aus dem Einsteigerbereich - können noch mit AA-Batterien bestückt werden. Je nach Modell und Hersteller lädt der Nutzer den oder die Akkus direkt in der Kamera auf oder legt sie in das in den meisten Fällen mitgelieferte Ladegerät ein. Wer viele Fotos aufnimmt und dabei auch mal länger unterwegs ist, sollte über die Anschaffung eines Zweit-Akkus nachdenken.

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Kaufberatung: Das müssen Sie über Digitalkamera-Technik wissen
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Die wichtigsten Punkte der Digitalkamera-Technik kurz und knapp erklärt - so bekommt jeder vor dem Kauf einen Überblick.
http://www.netzwelt.de/news/92232-kaufberatung-ueber-digitalkamera-technik-wissen.html
2012-05-11 16:59:23
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/systemkamera-nx100-samsung-ihrem-umfangreichen-zubehoer-bild-netzweltde-14506.jpg
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