Aktion gegen iCloud
Greenpeace-Demo: Schwarze Wolken im Hamburger Apple Store
Mit einer Aufsehen erregenden Aktion hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace von Apple eine Umstellung auf Ökostrom für die iCloud gefordert. Mehrere Aktivisten ließen im Flagship-Store in Hamburg schwarze Luftballon-Wolken aufsteigen. Auch vor den Filialen in München, Dresden, Frankfurt und Oberhausen demonstrierten Greenpeace-Aktivisten für eine saubere Stromversorgung der iCloud.
In einer vor Kurzem veröffentlichten Greenpeace-Studie schnitt Apple besonders schlecht ab. Apple hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Laut Greenpeace setzt der iPhone-Hersteller für den Strombedarf seiner iCloud zu 55 Prozent auf Kohle und zu 28 Prozent auf Atomkraft. Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer kritisierte, dass Apple seine iCloud mit dreckigem und längst überholtem Kohle- und Atomstrom betreibe, statt bei seiner Energieversorgung genauso innovativ zu sein wie bei seinen Produkten.
Weltweiter Aktionstag am 5. Mai
Rund um den Globus demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am Samstag, den 5. Mai, vor Apple-Filialen. In Hamburg verteilten Aktivisten unter anderem grüne Flyer in Form von Äpfeln. Darin forderten sie dazu auf, im Laden das "schmutzige Geheimnis" von Apple zu entdecken. Ein Video, das auf den Computern im Laden online abrufbar war, zeigte, wie für jedes in die iCloud hoch geladene Foto Kohle verbrannt und CO2 freigesetzt werde.
Greenpeace hält die Aussage von Apple für unglaubwürdig, dass der Konzern sein neues Rechenzentrum in Oregon zu 100 Prozent mit grünem Strom betreiben werde. Denn Apple beziehe Kohlestrom vom größten US-Versorger PacifiCorp und deklariere diesen mithilfe von Grünstrom-Zertifikaten als sauber.


Die Guerilla-Marketing-Aktion war auf jeden Fall ein Erfolg. Weltweit wird spekuliert, wer hinter der Aktion vor dem australischen Apple Store stecken könnte. Medien vermuten eine Werbe-Aktion für das kommende Samsung Galaxy S3.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Google für seine Bemühungen um den Klimaschutz ausgezeichnet. Beim "Cool IT Leaderboard" belegte Google den Spitzenplatz.
Wie "grün" sind die großen Elektronik-Unternehmen? Eine Antwort auf diese Frage liefert Greenpeace mit seinem "Guide to Greener Electronics". HP sichert sich in dem aktuellen Bericht den ersten Platz.
Apples Cloudserver gehören zu den schmutzigsten in der IT-Branche. Die Datenzentren des kalifornischen Unternehmens werden Greenpeace zufolge überwiegend mit Kohle- und Atomstrom betrieben.
Apple zufolge soll die iCloud künftig grüner werden. Diese Versprechungen honoriert Greenpeace nun, indem es Apples Noten in seinem Klima-Bericht verbessert. Das Lob kommt zu einem doch recht ungewöhnlichen Zeitpunkt.
Nach Protesten lobt Greenpeace nun Apple. Das geplante umweltfreundlichste Daten-Center der Welt sei ein Schritt in die richtige Richtung - reiche aber noch nicht aus.
Greenpeace übt weiter Kritik an Apple und Microsoft. Die Konzerne hätten zwar angekündigt, auf Erneuerbare Energien umstellen zu wollen. Doch die Umweltaktivisten sehen in den bekanntgegebenen Bemühungen lediglich einen Versuch des Greenwashings.




