Schluss mit dem Lärmterror

Kommentar: R 128 schafft Ruhe

Eine neue Richtlinie für die Regelung des Lautstärkepegels bei TV und Rundfunk will dem Lärmterror durch Werbung oder beim Zappen ein Ende bereiten. Langfristig könnte auch die Klangqualität digitaler Musik davon profitieren.

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Die Lautheit-Gruppe (PLOUD) der EBU hat die Richtlinie 128 für die Gestaltung des Lautstärkepegels bei Fernsehen und Rundfunk entwickelt. (Bild: Screenshot tech.ebu.ch)
Die Lautheit-Gruppe (PLOUD) der EBU hat die Richtlinie 128 für die Gestaltung des Lautstärkepegels bei Fernsehen und Rundfunk entwickelt. (Bild: Screenshot tech.ebu.ch)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Komprimierte Dynamik
  2. 2R 128 soll die Pegel normalisieren
  3. 3Bessere Dynamik bei Musikaufnahmen

Es ist Zeit, auf eine sehr sinnvolle Initiative aufmerksam zu machen, die Richtlinie 128 der europäischen Rundfunkunion (EBU). Sie soll das Problem der ständig wechselnden Lautstärken bei Radio- und Fernsehprogrammen beheben. Das Problem tritt besonders dann auf, wenn die Werbung beginnt oder wenn man die Sender durchschaltet. Extrem lästig ist es, wenn bei Spielfilmen plötzlich die Werbung reinknallt. Da greift jeder sofort zur Fernbedienung und regelt die Lautstärke runter.

Ursache des Lärmterrors ist die unsinnige Praxis der Sender und der Werbeverantwortlichen, durch besonders hohe Lautstärke auf sich aufmerksam machen zu wollen.

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Komprimierte Dynamik

Hand in Hand mit der Anhebung des Lautstärkepegels geht die gestauchte Dynamik. Die Unterschiede zwischen den leisesten und den lautesten Stellen werden eingeebnet. Leise Stellen werden angehoben, laute etwas abgesenkt.

Teilweise ist das durchaus sinnvoll. Wenn im "Tatort Münster" Kommissar Thiel den ungeliebten Kollegen Börne wieder mal anbrüllt, soll das zwar wirken als brülle er, es darf aber nicht zu laut sein, sonst würden die Ohren weh tun. Andererseits müssen Stellen, in denen jemand sehr leise spricht, laut genug sein, damit man denjenigen auch versteht. Sinnvoll ist die komprimierte Dynamik auch im Autoradio, da hier die Fahrgeräusche dazu zwingen, leise Passagen anzuheben.

Das Verfahren ist also bei maßvoller Verwendung eine gute Sache. Allerdings haben die Tonmeister es in den letzten Jahren immer mehr übertrieben. Jeder wollte lauter sein als der andere.

Das führt dazu, dass beispielsweise Kulturprogramme im Radio akustisch untergehen. Auch Klassikprogramme gehören zu den Opfern des Lautstärke-Wahns.

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