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Verkehrte Netzwelt: Das Auto der Zukunft
Ein Blick auf die Fortbewegung von morgen

von Mehmet Toprak Uhr veröffentlicht

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Das Auto der Zukunft hat vier Räder. Oder fliegt. Oder besteht aus Touchscreens. Oder wird es doch ganz anders aussehen? Diese Verkehrte Netzwelt setzt sich mit dem Thema Zukunfts-Auto auseinander und beleuchtet Mögliches und Unmögliches.

Das Auto der Zukunft ist jetzt da. Es sieht aus wie ein Ford Mustang. Der so genannte "Micro-Stang" wurde von Microsoft im Rahmen des "Projects Detroit" vorgestellt. Es ist zwar nur ein Konzeptfahrzeug, sieht aber gut aus - das muss man zugeben.

Voll vernetzt und per Smartphone steuerbar. Der Micro-Stang, ein Konzeptfahrzeug auf Basis des Ford Mustang. (Quelle: Microsoft)

Ausgerüstet ist der "Micro-Stang" mit allem, was moderne Digital-Lifestyle-Nutzer sich in ein Auto hineinträumen können. Er ist selbstverständlich jederzeit und überall online. Gesteuert werden viele Funktionen über ein Smartphone mit Microsofts Mobil-Betriebssystem Windows Phone und eine speziell dafür gebauten App namens "Viper Smartstart".

So kann der stolze Wagenbesitzer seinen Ford Mustang mit dem Smartphone ferngesteuert orten, verriegeln, öffnen und sogar ferngesteuert starten. Sollte der Besitzer das Bedürfnis verspüren, selbst mitfahren zu wollen, ist das sicherlich auch kein Problem. Zwischen all der Elektronik ist noch ein Plätzchen für den Fahrer frei.

Windows 8-Tablet zeigt Geschwindigkeit an

Die Entwicklung könnte aber noch viel weiter gehen als beim Microsoft-Auto. Das Auto der Zukunft wird vermutlich eine Art rollendes Smartphone mit integrierten Sitzen sein. Viel zu tun gibt es für den Fahrer während der Fahrt nicht mehr. Das meiste regelt die Bordelektronik. Nur nebenbei und quasi zur freundlichen Kenntnisnahme werden Geschwindigkeit oder Drehzahl auf einem Windows 8-Tablet angezeigt oder auf die Windschutzscheibe projiziert. Die heißt dann natürlich nicht mehr Windschutzscheibe, sondern Headup-Display. Funktionen wie Navigation oder breitbandiger Internetanschluss für die mobile Videokonferenz sind so selbstverständlich, dass man sie gar nicht mehr erwähnen muss. Ebenso wenig wie das Entertainment-Programm mit Streaming-Videos, Bildern oder Musik aus der Cloud.

Wer gerne sportlich fährt, darf sich aus dem Web ein passendes Motorengeräusch herunterladen. Zur Auswahl stehen dann möglicherweise ein seidiger Achtzylinder-Maserati, ein röhrender Porsche 911 oder ein aggressiv jaulender Lamborghini. Die bordeigene Surround-Anlage beschallt Fahrer und Fahrgäste mit dem voreingestellten Motorengeräusch. Sie haben dann zumindest akustisch die Illusion, sie befänden sich in einem echten Renner aus dem Hause Maserati, Porsche oder Lamborghini.

Und das Ganze ist völlig gefahrlos.

Der Tag ist nicht mehr fern, an dem der Autohändler beim Verkauf ironisch anmerkt, dass das Auto auch fahren könne. So wie man heute bei Smartphones sagt, man könne damit auch telefonieren.

App-Entwickler als Fahrlehrer

Umdenken müssen in Zukunft die Fahrschulen. Die Fahrlehrer der Zukunft werden die Programmierung von Apps ebenso beherrschen wie die Konfiguration eines Windows-Netzwerks. Antike Fertigkeiten wie Lenken, Bremsen oder Gasgeben werden dann nicht mehr benötigt. Das macht schließlich alles die Bordelektronik. Auto fahren muss dann keiner mehr können. Auch Verkehrsschilder muss keiner mehr lesen können. Die Verkehrsregeln werden stattdessen online an die Bordcomputer übermittelt.

Im Auto der Zukunft ist vermutlich sogar der Scheibenwischer intelligenter als der Mensch.

Das Retro-Auto kommt

Natürlich wird das nicht jedem gefallen. So mancher wird sich insgeheim zurücksehnen nach der Zeit, als er noch lässig den Schalthebel in den vierten Gang gelegt, feinfühlig die Kupplung losgelassen und dann feste aufs Gaspedal getreten hat.

Die noch nicht vollständig elektrifizierten Autos von heute werden eines Tages möglicherweise zur Geldanlage werden. Kluge Anleger kaufen sich heute schon einen gebrauchten, aber gut erhaltenen Wagen mit möglichst wenig Bordelektronik. Ohne Navigation, ohne elektronische Spurassistenten, ohne Einparkautomatik. Vielleicht sogar mit Kurbeln für die Fenster.

Spätestens in 20 Jahren, wenn alle nur noch in rollenden Smartphones unterwegs sind, werden diese "echten Autos aus der Benzin-Ära" wieder heiß begehrte Kultobjekte sein und Höchstpreise bei Sammlern und Liebhabern erzielen.

Denn auch für Autos gilt: Jede Innovation hat ihren eigenen Retro-Trend im Schlepptau. Und wenn der kommt, dann stellt der einfachste Opel Astra einen Ford Mustang in den Schatten…

Kommentare zu diesem Artikel

Das Auto der Zukunft hat vier Räder. Oder fliegt. Oder besteht aus Touchscreens. Oder wird es doch ganz anders aussehen? Diese Verkehrte Netzwelt setzt sich mit dem Thema Zukunfts-Auto auseinander und beleuchtet Mögliches und Unmögliches.

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  • michael_2g schrieb Uhr
    AW: Verkehrte Netzwelt: Das Auto der Zukunft

    mir wird übel bei dem Gedanken, das Microsoft künftig Fahrzeuge oder Komponenten für Fahrzeuge baut, Verzeihung - beim Kunden reifen lässt .. ein Windoof-Reset bei 130 auf der Autobahn .. ein upgrade von mehreren hundert MB via Mobilfunk bei jedem 2ten Tankstopp .. und Viren werden während der Fahrt eingesammelt - wie die Fliegen auf der Windschutzscheibe - NEIN DANKE !!!

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Verkehrte Netzwelt: Das Auto der Zukunft
Verkehrte Netzwelt: Das Auto der Zukunft
Wie wird sich der Mensch in Zukunft fortbewegen? Mit diesem Thema setzt sich Mehmet Toprak in dieser Verkehrten Netzwelt auseinander.
http://www.netzwelt.de/news/92057-verkehrte-netzwelt-auto-zukunft.html
2012-04-28 09:33:45
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/voll-vernetzt-per-smartphone-steuerbar-micro-stang-konzeptfahrzeug-basis-ford-mustang-foto-microsoft-14196.jpg
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