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Interview mit RIMs Deutschland-Chef Axel Kettenring Gespräch mit Axel Kettenring

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RIM hat es schwer: Das neue Betriebssystem BlackBerry 10 kommt nicht voran und die Konkurrenten Apple, Microsoft, Google und Co. legen ständig neue Geräte vor. Im Interview mit netzwelt erklärt Deutschland-Chef Axel Kettenring, wie der BlackBerry-Hersteller da künftig noch mithalten will.

Es sieht nicht sonderlich gut aus für Research in Motion (RIM): Die Handys und Tablets des Herstellers verkaufen sich immer schlechter und das neue Betriebssystem, mit dem der kanadische BlackBerry-Hersteller versucht, gegen Apple und Google anzukommen, verzögert sich. Axel Kettenring, Deutschlandchef bei RIM, erklärt im Gespräch mit netzwelt, warum er dennoch keinen Grund zur Sorge sieht.

Axel Kettenring ist Deutschlandchef des BlackBerry-Herstellers. (Quelle: RIM)

netzwelt: RIM musste in der letzten Quartalsabrechnung herbe Verluste vermelden. Die Hoffnungen ruhen auf dem neuen System BlackBerry 10, das aber nicht vor Ende des Jahres erscheint. Hand aufs Herz, Herr Kettenring, bekommen Sie angesichts der derzeitig schwierigen Situation beim BlackBerry-Hersteller nicht manchmal kalte Füße?

Kettenring: "Kalte Füße bekommen wir keineswegs. Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt, sehr wettbewerbsfähig und haben ein solides Fundament, nicht nur finanziell, sondern auch was unsere Kundenbasis angeht. RIM stellt gerade die strategischen Weichen, um unter anderem mit unserem neuen Betriebssystem BlackBerry 10 und neuen Devices zum Ende des Jahres einen wichtigen Schritt in eine exzellente Zukunft zu machen. Wir sind als Erfinder der Smartphones nach wie vor von unserem hohen Potential überzeugt und werden auch in Zukunft den Markt entscheidend beeinflussen."

netzwelt: Analysten spekulierten in der jüngeren Vergangenheit aber über einen Verkauf von RIM. Samsung, Nokia und Microsoft wurden als Käufer gehandelt. Wie nehmen Sie den Spekulanten den Wind aus den Segeln?

Kettenring: "Generell kommentieren wir solche Gerüchte nicht. Wir stellen uns strategisch neu auf und konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz - das Enterprise-Geschäft - ohne jedoch den Konsumentenmarkt aus den Augen zu verlieren. Besonders hier wollen wir in Zukunft mit neuen innovativen Lösungen beeindrucken."

BlackBerrys verkaufen sich jedes Quartal schlechter - zumindest in den USA. (Quelle: RIM)

netzwelt: Der deutsche ehemalige Siemens-Manager Thorsten Heins, der seit zwei Monaten als neuer CEO die Geschicke von RIM von der kanadischen Basis in Waterloo aus lenkt, soll den Konzern vor dem Niedergang retten. Welche Qualitäten zeichnen ihn aus?

Kettenring: "Viele Dinge, die RIM in der nächsten Zeit beschäftigen werden, sind noch von den ehemaligen CEOs Mike Lazaridis und Jim Balsillie auf den Weg gebracht worden. Mit der bevorstehenden Einführung von BlackBerry 10 sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet. Da macht es Sinn, jetzt Thorsten Heins an der Spitze zu haben, der zuvor als Organisationsvorstand der Geschäftsleitung angehörte, das Unternehmen von innen heraus kennt und weiß, was zu tun ist."

netzwelt: RIM will sich, so wurden die Worte von Heins Ende März einen anstehenden Kurswechsel betreffend interpretiert, nun wieder stärker auf Geschäftskunden konzentrieren. Welcher Stellenwert wird dem Privatkundenbereich künftig noch beigemessen werden und in welchen Bereichen sehen Sie diesbezüglich noch Stärken, die RIM ausschöpfen kann?

Kettenring: "Wir verschreiben uns nach wie vor voll dem Consumer-Markt. Wir konzentrieren uns darauf, all unseren Kunden eine einzigartige und überzeugende Nutzer-Erfahrung zu bieten. Der Privatkunden-Markt ist groß. Anstatt zu versuchen, es jedem Nutzer recht zu machen, wird RIM seine Talente und selbstentwickelte Software auf die Sparten des Consumer-Marktes fokussieren, in denen sich BlackBerry besonders auszeichnet. Dazu gehört, dass wir eine großartige Möglichkeit bieten, sich mobil zu vernetzen und produktiv zu sein. Wir werden bereits bestehende und neue Partnerschaften angehen, um zusätzliche attraktive Apps und Services für Kunden zur Verfügung zu stellen. BlackBerry 7 war ein großer Schritt auf diesem Weg und BlackBerry PlayBook OS 2.0 ist ein weiteres anschauliches Beispiel für unser Engagement, eine leistungsstarke Mobile-Computing-Erfahrung zu bieten.

Es ist Teil unserer Arbeit auf dem Weg hin zu BlackBerry 10, weiterhin Partnerschaften mit Applikations- und Service-Providern anzustreben, um Features und Inhalte für Privatkunden anzubieten, die zentral für den Wert von BlackBerry sind. Wir sind überzeugt, dass diese Partnerschaften, in Kombination mit unseren Kernprodukten, eine ausgesprochen attraktive Erfahrung bereitstellen - sowohl für Privat- als auch für unsere Geschäftskunden."

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Markus Franz
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