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Kindle Touch im Test
Vorteile durch die Cloud-Anbindung

von Lisa Bruness Uhr veröffentlicht

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Nach dem Kindle bietet Amazon in Deutschland jetzt auch den Kindle Touch an. Wie der Name bereits sagt, besitzt der E-Book-Reader einen Touchscreen. Im netzwelt-Test zeigt sich, dass sich die Bedienung dadurch verbessert.

In Deutschland ist seit Kurzem der Kindle Touch erhältlich. Der Name spielt schon auf den wichtigsten Unterschied zu den Vorgängermodellen an: Der neue E-Book-Reader von Amazon besitzt einen Touchscreen. Auf Wunsch und gegen einen gewissen Aufpreis gibt es den Kindle Touch auch in einer 3G-Variante.

Zum Test stand netzwelt ein solcher Kindle Touch 3G zur Verfügung. Rein äußerlich ähnelt die Touchvariante dem Kindle sehr, durch die fehlenden Bedienelemente lassen sich die beiden E-Book-Reader aber doch relativ einfach unterscheiden. Farblich setzt Amazon wieder auf Anthrazit, der Rand ist etwas dunkler gestaltet. Der vier Gigabyte große interne Speicher reicht laut Hersteller für bis zu 3.000 Bücher, erweiterbar ist er nicht.

Display und Setup

Das Display arbeitet wie gewohnt mit der E-Ink-Technologie, sodass Nutzer den Kindle Touch problemlos auch im Freien bei strahlendem Sonnenschein einsetzen können. Beim Lesen nachts im Bett muss dagegen eine Lampe angeschaltet werden, da das Display keine Leuchtkraft besitzt. Der Bildschirm selbst besitzt mit einer Diagonalen von sechs Zoll eine typische Größe für E-Book-Reader.

In der Regel müssen Nutzer kein Setup beim Kindle Touch durchführen. Bestellen Sie den E-Book-Reader für sich selbst, wird er noch vor dem Verschicken mit dem Amazon-Konto des Nutzers verknüpft. Ein Vorteil der 3G-Version ist, dass Nutzer direkt nach dem Anschalten mit dem Stöbern nach E-Books und dem Herunterladen der digitalen Bücher anfangen können. Das Einrichten eines WLAN-Netzwerks wird hierfür nicht benötigt. Allerdings empfiehlt Amazon das Nutzen von WLAN, da der Download von E-Books dann schneller abgeschlossen ist.

Die Bedienoberfläche, der Shop und die Tastatur

Die Bedienoberfläche des Kindle Touch ist wie beim Kindle recht schlicht gehalten. Im Gegensatz zu anderen Oberflächen setzt Amazon nicht auf optische Elemente wie zum Beispiel kleine Symbole oder das Anzeigen der Buchcover. Auf der Startseite werden die Dokumente angezeigt, die der Nutzer auf seinem Kindle besitzt. Außerdem gelangt er von hier aus in das Menü und eine Suchleiste ist hinterlegt. Über das Einkaufswagensymbol gelangt der Nutzer direkt in den E-Book-Shop von Amazon.

Im Shop selbst sieht der Nutzer bei der Auflistung leider nicht direkt den Preis. Stattdessen werden das Cover, der Titel, der Autor und die Bewertung von Amazon-Nutzern angezeigt. In den Kindle-Bestsellern können Nutzer allerdings die Liste so filtern, dass nur kostenlose Titel angezeigt werden. Da der Kindle Touch bereits mit dem Konto des Nutzers verknüpft ist, muss er seine Daten für einen Kauf nicht erneut eingeben.

Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen sehr intuitiv, vor allem für Nutzer, die im Umgang mit Smartphones oder Tablets geübt sind. Auf der virtuellen Tastatur, die unter anderem aufgerufen wird, wenn der Nutzer etwas in die Suchleiste eingibt, lässt es sich ganz gut tippen. Die Buchstaben, die der Nutzer anwählt, leuchten kurz schwarz auf, sodass direkt eingeschätzt werden kann, ob der richtige getroffen wurde. Die ausgewählten Buchstaben tauchen auch ohne große Verzögerung im Eingabefeld auf. Außerdem gibt es eine Autovervollständigungsfunktion, über die der Nutzer vorgeschlagene Begriffe auswählen kann. Zudem unterstützt die Tastatur auch Umlaute.

Mit dem Kindle Touch lesen

Der Kindle Touch liegt beim Lesen gut und mit einem Gewicht von 213 Gramm auch leicht in der Hand. Nach vorne blättert der Nutzer mit einem Tippen auf den Touchscreen, hierfür ist der größte Teil der Displayfläche vorgesehen. Eine Berührung des linken Bildrands blättert eine Seite zurück und wird der obere Displayrand berührt, erscheint oben und unten jeweils eine Funktionsleiste. Hierüber gelangt der Nutzer beispielsweise in das Menü, er kann den Shop aufrufen oder die Schriftgröße und Schriftart verändern. Falls gewünscht, kann der Nutzer über das Menü ins Querformat wechseln - einen Lagesensor besitzt der Kindle Touch nicht.

Da es schwierig wird, den linken Bildschirmrand mit dem Daumen zu erreichen, wenn der Kindle Touch mit einer Hand gehalten wird, empfiehlt es sich zum Zurückblättern statt des einfachen Antippens die Alternative zu nutzen: Der Nutzer kann von links nach rechts über den Touchscreen streichen. Diese Variante des Umblätterns eignet sich auch besser für Linkshänder. Ein Umgreifen ist aber auf jeden Fall nötig, wenn der Nutzer den oberen Bildschirmrand berühren möchte, um die Funktionsleisten aufzurufen.

Der Kindle Touch bietet Nutzern die Möglichkeit, Lesezeichen hinzuzufügen, Textstellen zu markieren oder eine Notiz anzulegen. Letzteres funktioniert dank des Touchscreens und der gut reagierenden Tastatur sehr gut. Sobald der Nutzer ein Lesezeichen, eine Markierung oder eine Notiz anlegt, erscheint auf dem Startbildschirm der Punkt "Mein Clipboard". Hierüber gelangt der Nutzer schnell zu den gewünschten Stellen. Standardmäßig werden auch Markierungen anderer Kindle-Nutzer angezeigt. Dies lässt sich über die Leseoptionen aber ausschalten. Hier kann der Nutzer auch einstellen, ob das E-Ink-Display bei jedem Umblättern aktualisiert werden soll.

Übertragen von Dateien und PDF-Dokumente lesen

Amazon unterstützt bei seinen Kindle-Readern nicht das weit verbreitete EPUB-Format, stattdessen setzt der Online-Versandhändler auf ein eigenes Datei-Format. Daneben werden unter anderem PDF- und DOC-Dateien erkannt. Dokumente lassen sich über eine voreingestellte E-Mail-Adresse direkt an den Kindle schicken. Die E-Mail-Adresse ist bei den persönlichen Einstellungen unter Menü > Einstellungen > Geräteoptionen zu finden. Alternativ können Bücher auch über eine USB-Verbindung mit dem Rechner übertragen werden.

Das Lesen von PDF-Dateien gestaltet sich eher als schwierig. Das Problem dabei ist, dass PDF-Dokumente im DINA-4-Format an das 6-Zoll-Display angepasst werden, wodurch die Schrift teilweise sehr klein wird. Durch die für Touchscreens typische Zoom-Geste kann sie zwar vergrößert werden, allerdings werden die Zeilen dann nicht automatisch neu umgebrochen. Der Nutzer muss während des Lesens so umständlich nach rechts und links sowie oben und unten steuern. Was PDF-Dateien mit Bildern oder Grafiken angeht, so treten hier dieselben Probleme auf. Außerdem werden die Grafiken bei zunehmender Vergrößerung teilweise unscharf und die Anzeige erfolgt nur in Graustufen. Während des Testens kam es außerdem bei einer PDF-Datei zu dem Problem, dass beim Reinzoomen ein Fehler auftrat - "der Titel ist für den verfügbaren Speicherplatz zu groß" - und das Dokument nicht angezeigt werden konnte. Ein wenig angenehmer ist die PDF-Darstellung meistens, wenn der Nutzer ins Querformat wechselt.

Kindle Touch 3G

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Der Kindle Touch beziehungsweise Kindle Touch 3G von Amazon besitzt eine schlichte Bedienoberfläche. (Bild: netzwelt)

Cloud-Anbindung und Zusatzfunktionen

Ein Vorteil bei Kindle-Readern ist die Anbindung an die Amazon-Cloud. Einmal gekaufte Bücher werden im Archiv hinterlegt und können so ganz einfach erneut auf das Gerät heruntergeladen werden. Das Archiv ist mit der beim Amazon-Konto hinterlegten E-Mail-Adresse verknüpft. Wenn der Nutzer sich also einen neuen Kindle zulegt, kann er trotzdem direkt auf seine bisher getätigten Einkäufe und übertragenen Dokumente zurückgreifen. Praktisch ist auch die bereits kurz beschriebene Funktion der Übertragung von Dateien an den E-Book-Reader per E-Mail. Auf diesem Weg lassen sich aber nicht alle Dateien an den Kindle Touch schicken.

Wer beim Lesen gerne Musik hört, wird sich freuen, dass der Kindle Touch über einen MP3-Player verfügt. Die Musik kann entweder über Kopfhörer oder über die integrierten Lautsprecher wiedergegeben werden. Die Klangqualität reicht dabei zwar nicht an waschechte MP3-Player oder Soundanlagen heran, für die gelegentliche Nutzung sollte sie den meisten Nutzern allerdings genügen. Der MP3-Player wird über die Beta-Funktionen im Menü aufgerufen. Dort ist auch der Browser hinterlegt. Allerdings ist das Surfen mit E-Ink-Displays eher nur als Ausnahme zu empfehlen. Besonders die Darstellung grafisch aufwendiger Seiten verliert ihren Charme durch das Fehlen von Farbe. Beim Scrollen kommt es bei solchen Seiten zudem auch zu einer Art unangenehmen Flackerns.

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netzwelt
6.0
Amazon Kindle Touch
Vorteile
  • Anbindung an Amazon
  • gute Bedienung
  • 3G-Modell erhältlich
Nachteile
  • EPUB wird nicht unterstützt
  • kein PDF-Reflow-Modus

Gut für Amazon-Kunden

Der Kindle Touch von Amazon überzeugt in fast allen Punkten. Der Nutzer kann auf ihm bequem Bücher lesen und dabei sogar Musik hören. Die Bedienung gestaltet sich dank des Touchscreens einfach und intuitiv und ist angenehmer als beim Kindle für 99 Euro. Die Anbindungen an die Cloud und das Amazon-Konto bieten viele Vorteile. Durch die fehlende Unterstützung des EPUB-Formats ist man allerdings stark auf das E-Book-Angebot von Amazon angewiesen. Die 3G-Variante ist Nutzern zu empfehlen, die auch im Urlaub E-Books kaufen und herunterladen möchten. Dies spart ihnen die Suche nach WLAN-Hotspots. Ansonsten dürfte der Kindle Touch mit reiner WLAN-Unterstützung vielen Nutzern ausreichen. Alternativen zu dem Kindle Touch sind unter anderem der Kobo eReader Touch Edition für rund 99 Euro und der Sony Reader Wi-Fi, der für rund 140 Euro erhältlich ist. Diese beiden E-Book-Reader verfügen ebenfalls über einen Touchscreen.


Einzelergebnisse
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Design/Verab.
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Anzeige
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E-Book-Store
8
Bedienung
6
Software
3
Einsortierung
Amazon Kindle Touch von Amazon wurde als E-Book Reader abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten E-Book-Reader 2012/2013. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Digitalkamera, E-Book, Amazon, E-Book Reader, Lesegerät, Review und Amazon Kindle Touch .
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Nach dem Kindle bietet Amazon in Deutschland jetzt auch den Kindle Touch an. Wie der Name bereits sagt, besitzt der E-Book-Reader einen Touchscreen. Im netzwelt-Test zeigt sich, dass sich die Bedienung dadurch verbessert.

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Kindle Touch im Test
Kindle Touch im Test
Amazon bietet den Kindle Touch seit Kurzem auch in Deutschland an. Im Test prüft netzwelt, wie sich der Touchscreen auf die Bedienung auswirkt.
http://www.netzwelt.de/news/92040-kindle-touch-test.html
2012-04-28 09:41:57
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/amazon-kindle-touch-produktbild-114947.jpeg
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