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Panasonic Eluga im Test
7,8-Millimeter-Gehäuse mit IP57-Zertifizierung

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Panasonic präsentiert mit dem Eluga ein schlankes Designer-Handy, das dazu noch wasserfest ist. Kompromisse müssen Nutzer aber bei Akkulaufzeit und Ausstattung machen.

Mit dem Panasonic Eluga kommt endlich auch in Deutschland ein wasserresistentes Smartphone auf den Markt, das sich designtechnisch nicht vor iPhone, Galaxy S2 und Co. verstecken muss. Für das hauchdünne Gehäuse müssen Nutzer allerdings an einigen Stellen Kompromisse eingehen.

Design und Verarbeitung

Das Panasonic Eluga steckt in einem Unibody-Gehäuse aus Kunststoff. In der Tiefe misst das Handy gerade einmal 7,8 Millimeter. Das macht das Smartphone weitestgehend hosentaschenkompatibel. Die schlanke Form geht aber zu Lasten einiger Komponenten: Statt einer SIM-Karte setzt Panasonic eine Micro-SIM ein, ein Speicherkartenslot zur Erweiterung des internen Speichers fehlt gänzlich. Das Gehäuse weist dafür aber eine Zertifizierung nach IP57-Standard auf. Dies bedeutet zum einen, dass sich kein Staub im Gehäuse ablagern kann, und zum anderen, dass das Smartphone auch einem kurzzeitigen Eintauchen ins Wasser standhält. In Sachen Wasserschutz entspricht das Eluga damit Outdoor-Handys wie dem Motorola Defy.

Designtechnisch beeindruckt das Panasonic Eluga mit seinen abgerundeten Kanten, wodurch das Handy nicht nur optisch dünner erscheint, sondern auch angenehm in der Hand liegt. Allerdings sind durch die Rundungen der Power-Knopf und die Lautstärkewippe mit der rechten Hand nur schwer zu erreichen. Das gibt Abzüge in der B-Note, ebenso wie der ins Auge stechende hässliche Barcode an der unteren Geräteseite. Den optischen Schandfleck kann der Nutzer aber mit einem beiliegenden Aufkleber dauerhaft verdecken - eine eigenwillige Lösung des Problems seitens des Herstellers.

Panasonic Eluga

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Das Panasonic Eluga bietet ein 4,3 Zoll großes Display. (Bild: netzwelt)

Hardware

Das Panasonic Eluga bietet die für die Preisklasse übliche Hardware. Der Dual-Core-Prozessor taktet mit einem Gigahertz und das 4,3 Zoll große Display löst mit 960 x 540 Pixeln auf. Für Foto- und Videoaufnahmen steht eine 8-Megapixel-Kamera bereit. Allerdings fehlt eine Frontkamera für Videotelefonate, die man für knapp 400 Euro heute schon erwarten darf. Zudem wirkt der nicht erweiterbare Speicher mit einer Kapazität von acht Gigabyte in Zeiten eines 64-Gigabyte-iPhones lächerlich klein. Zumal dem Nutzer von den acht Gigabyte ab Werk nur knapp fünf Gigabyte zur Verfügung stehen.

Leistungstechnisch bietet das Panasonic Eluga eine mit älteren Dual-Core-Handys wie dem LG Optimus Speed vergleichbare Leistung. Auch aufwendigere Spiele wie Real Racing 2 liefen im Test problemlos. Allerdings unterstützten zahlreiche Titel das Eluga nicht: Darunter Let's Golf 3, NFL Pro 2012 HD oder Asphalt 5. Auch die App "Gameloft Live", über die der Nutzer eigentlich für das Panasonic-Smartphone optimierte Spiele laden können soll, verweigerte im Test den Betrieb.

Das Display liefert knackige Farben und eine gestochen scharfe Darstellung. Angemerkt sei jedoch, dass die Anzeige bei automatischer Justierung der Helligkeit sehr dunkel ist - sicher ein Kompromiss hinsichtlich der Akkulaufzeit.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Panasonic Eluga ist ausgezeichnet, alle Gesprächspartner waren im Test klar und deutlich zu verstehen. Die Stimmen klangen nicht verzerrt. Der Lautsprecher ist allerdings viel zu leise für den Freisprechmodus.

Das Panasonic Eluga hat einen fest verbauten Akku mit einer Kapazität von 1.150 Milliamperestunden, was ein vergleichbar geringer Wert ist, der sich sonst nur in Einsteiger-Smartphones findet. Panasonic verspricht daher auch nicht viel, die maximale Gesprächszeit liegt dem Hersteller zufolge bei vier Stunden.

Zwar wurde hinsichtlich der Software alles getan, um die Akkulaufzeit zu optimieren - ab einem Akkustand von 40 Prozent wechselt das Eluga zum Beispiel automatisch in einen sogenannten Eco-Modus und schaltet alle unnötigen Stromfresser ab - länger als einen Tag werden Nutzer mit einer Akkuladung aber dennoch nicht auskommen.

Bilder Panasonic Eluga

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Die Testaufnahme im Labor zeigt eine deutlich geringer Detailtiefe als bei anderen Smartphones. (Bild: netzwelt)

Multimedia

Das Panasonic Eluga bietet eine 8-Megapixel-Kamera, Videos nimmt das Smartphone in HD-Auflösung (720p) auf. Die Bildqualität ist in Ordnung, allerdings weisen die Bilder eine geringe Detailtiefe auf. Videos wirken leicht unscharf. Für gelungene Aufnahmen wird zudem ausreichend Licht benötigt, denn ein LED-Fotolicht verbaut Panasonic nicht. Ein mit dem Panasonic Eluga gemachtes Bild in Originalauflösung finden Sie hier, ein Video hier.

Der externe Lautsprecher ist nicht nur für die Freisprechfunktion, sondern auch für die Beschallung der Umgebung mit Musik einfach zu leise, die Musik klingt zudem stark verzerrt und dünn. Über Kopfhörer geht der Klang in Ordnung: Selbst auf voller Lautstärke übersteuert das Panasonic Eluga nur leicht. An das Musikerlebnis eines MP3-Players reicht das Smartphone dennoch nicht heran - zumal Panasonic das Eluga auch nur mit der rudimentär ausgestatten Android Musikplayer-App ausliefert.

Software

Als Betriebssystem setzt Panasonic beim Eluga auf Android 2.3.5, ein Update auf die Version 4.0 ist für Sommer angekündigt. Das System läuft im Vergleich zu anderen Smartphones ein wenig träge, vor allem die Animationen beim Blättern durch die Startbildschirme oder Apps wirken nicht flüssig. Beeinträchtigen tut dies die tägliche Nutzung aber kaum.

Das Betriebssystem ist in wesentlichen Teilen unverändert. Panasonic hat lediglich an einzelne Komponenten, etwa die Kamera-App oder das Telefonbuch, Hand angelegt.

Fazit

Das Panasonic Eluga punktet im Test mit seinem Design, dem Wasserschutz und der hervorragenden Sprachqualität. Getrübt wird der Eindruck durch den kleinen, nicht erweiterbaren Speicher, die geringe Akku-Kapazität und fehlende Ausstattungskomponenten wie Fotoleuchte und Frontkamera. Vor dem Kauf sollten Nutzer also abwägen, worauf sie mehr Wert legen: Form oder Funktion.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Panasonic Eluga lautet 399 Euro. Im Netz ist das Smartphone knapp 20 Euro günstiger erhältlich.

Alternativen zum Panasonic Eluga sind das Sony Xperia S und das PRADAphone by LG 3.0.

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Panasonic präsentiert mit dem Eluga ein schlankes Designer-Handy, das dazu noch wasserfest ist. Kompromisse müssen Nutzer aber bei Akkulaufzeit und Ausstattung machen.

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Panasonic Eluga im Test
Panasonic Eluga im Test
Das Panasonic Eluga glänzt mit seinem Design und dem wasserfesten Gehäuse. Bei Akkulaufzeit und Ausstattung offenbart das Modell allerdings Schwächen.
http://www.netzwelt.de/news/92026-panasonic-eluga-test.html
2012-04-29 11:14:30
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/daniel-domscheit-berg-gehoert-mehr-chaos-computer-club--bild-screenshot7131.png
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