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Huawei Ascend Y200 im Test
Einsteiger-Smartphone für 99 Euro

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Huawei machte Anfang des Jahres vor allem im Highend-Bereich mit Modellankündigungen von sich Reden. Mit dem Ascend Y200 präsentiert der Hersteller aber nun ein Nachfolgemodell für seinen Verkaufsschlager, das Einsteiger-Modell Huawei Ideos X3.

Huawei hat Anfang des Jahres mit dem Ascend P1S das nach eigenen Angaben dünnste Smartphone und mit dem Ascend D quad das schnellste Smartphone der Welt vorgestellt. Das Ascend Y200 ist weder dünn noch schnell, dafür glänzt das 99-Euro-Smartphone aber mit einem unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnis.

Verarbeitung und Design

Das Huawei Ascend Y200 setzt auf ein Standard-Design und bietet die von Einsteiger-Smartphones gewohnte Klavierlack-Optik. Dank der angerauten Rückseite liegt es aber gut in der Hand und rutscht nicht so schnell aus selbiger. Mit knapp 100 Gramm und dem kompakten 3,5-Zoll-Format passt das Huawei Ascend Y200 zudem bequem in Hemd- und Hosentasche.

Hardware

Das Huawei Ascend Y200 bietet eine für die Preisklasse typische Ausstattung. Hervorzuheben ist das Display, das mit einer Bildschirmdiagonale von 3,5 Zoll deutlich größer ausfällt als bei der Konkurrenz von LG (Optimus L3) und Samsung (Galaxy Pocket / Galaxy Mini 2). Die Auflösung ist mit 480 x 320 Pixeln aber gering. Schrift erscheint daher auf dem Ascend Y200 nicht so scharf wie auf anderen Smartphones. Dennoch strengt das Lesen von Texten die Augen des Nutzers nicht zu sehr an. Der Prozessor taktet wie bei den meisten Einsteiger-Smartphones aktuell mit 800 Megahertz. Das reicht für die meisten Anwendungen locker aus. Auf aufwendige Spiele wie Real Racing 2, Let's Golf 3 oder Asphalt 5 muss der Nutzer aber verzichten. Angry Birds, Fruit Ninja und Angry Birds Space liefen im Test hingegen problemlos. Allerdings müssen Nutzer mit Ladezeiten von bis zu 30 Sekunden leben.

Huawei Ascend Y200

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Das Huawei Ascend Y200 ist 3,5 Zoll groß. (Bild: netzwelt)

In den Browserbenchmarks Sunspider und Browsermark erzielte das Ascend Y200 gute Werte: Im Browsermark erreichte es 48.217 Punkte, den Sunspider-Test absolvierte es in 4.575 Millisekunden. Das entspricht in etwa den Werten des Apple iPhone 4 und des Samsung Galaxy S. Für den Aufruf der netzwelt-Webseite benötigte es im Test über eine HSDPA-Verbindung knapp 22 Sekunden. Die Kapazität des internen Speichers hat Huawei gegenüber dem Vorgänger Ideos X3 erhöht. Von dem ein Gigabyte großen Speicher stehen dem Nutzer aber nur knapp 150 Megabyte zur Verfügung. Nutzer sollten daher zusätzlich zum Smartphone eine microSD-Karte erwerben. Ansonsten läuft der Speicher schnell mit Apps, Fotos und Musik voll.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Huawei Ascend Y200 ist gut, allerdings klingen die Gesprächspartner nicht ganz natürlich, sondern leicht gedämpft. Störgeräusche waren im Test jedoch nicht auszumachen. Der externe Lautsprecher ist zudem kräftig und auch zum Freisprechen zu gebrauchen.

Der Akku bietet eine Kapazität von 1.250 Milliamperestunden und soll laut Hersteller eine maximale Gesprächszeit von vier Stunden liefern. Je nach Nutzungsintensität dürften Nutzer mit einer Akkuladung ein bis zwei Tage über die Runden kommen. Aufgeladen ist das Huawei Ascend Y200 übrigens laut Hersteller nach Anschluss an die Steckdose binnen 90 Minuten.

Die Kamera des Huawei Ascend Y200 ist für Schnappschüsse wie diesen hier durchaus geeignet.

Multimedia

Die 3,2-Megapixel-Kamera liefert für die Preisklasse eine überraschend gute Qualität und ist bei ausreichendem Licht für Schnappschüsse geeignet. Diese weisen allerdings eine geringe Detailtiefe und ein leichtes Bildrauschen auf. Videos lassen sich zudem nur in VGA-Qualität aufnehmen. Vom Ersatz für eine Kompaktkamera ist das Huawei Ascend Y200 also weit entfernt. Ein mit dem Huawei Ascend Y200 gemachtes Bild finden Sie hier.

Der kräftige externe Lautsprecher eignet sich auch für die Musikbeschallung im Hintergrund. Auch über Kopfhörer ist der Klang gut, das Huawei Ascend Y200 kann hier durchaus mit günstigen MP3-Playern konkurrieren. Der Standard-Musik-Player könnte aber mehr Einstellungen vertragen.

Software

Als Betriebssystem kommt auf dem Huawei Ascend Y200 Android 2.3 zum Einsatz. Ein Update auf die Version 4.0 schloss Huawei gegenüber netzwelt aus. Dazu sei die Hardware zu schwach, man habe beim System einen Kompromiss aus Bedienkomfort und Performance gewählt. Die Nutzeroberfläche hat Huawei weitestgehend unverändert gelassen und nur an einzelnen Stellen nachgebessert. So ist es etwa möglich, direkt vom Sperrbildschirm die Telefon-, Nachrichten- oder Kamera-App zu starten.

Die 3G-Datenverbindung lässt sich per Fingertipp an- und abschalten, was gerade im Prepaid-Bereich wichtig ist. Ein Traffic-Counter fehlte auf dem Testgerät, soll laut Huawei aber auf den Serienmodellen vorhanden sein, bei Bedarf lässt sich eine entsprechende App aber auch aus dem Google Play Store / Android Market nachinstallieren. Denn das Smartphone hat Zugang zu Googles offiziellem App Store und setzt nicht wie andere günstige Smartphones, wie beispielsweise das Blaupunkt America, auf Lösungen von Drittherstellern.

Fazit

Mit dem Huawei Ascend Y200 liefert der Hersteller wieder ein exzellentes Einsteiger-Smartphone ab. Gerade für Umsteiger von Feature Phones ist das Modell ideal. Der Preis von 99 Euro ist zudem fast unschlagbar, wird aber nur möglich durch die Kooperation mit Lidl und Fonic. Regulär würde das Ascend Y200 im Handel 139 Euro kosten. Dem Nutzer kann dies aber egal sein, schließlich wird er nicht durch ein SIM- oder Netlock an die Anbieter gebunden.

Das Huawei Ascend Y200 ist ab dem 30. April bei Lidl für 99 Euro erhältlich, ab dem 7. Mai ist es auch bei Fonic erhältlich.

Ganz alternativlos ist das Huawei Ascend Y200 jedoch nicht: Mit dem LG Optimus L3 ist für knapp 20 Euro mehr ein Einsteiger-Smartphone mit extravagantem Design erhältlich. Für Einsteiger-Modelle anderer Hersteller muss der Nutzer dagegen meist knapp 200 Euro zahlen.

Kommentare zu diesem Artikel

Huawei machte Anfang des Jahres vor allem im Highend-Bereich mit Modellankündigungen von sich Reden. Mit dem Ascend Y200 präsentiert der Hersteller aber nun ein Nachfolgemodell für seinen Verkaufsschlager, das Einsteiger-Modell Huawei Ideos X3.

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  • Dieter Würfel schrieb Uhr
    AW: Unschlagbar günstig: Huawei Ascend Y200 im Test

    Auch wenn das Huawei Ascend y200 einen sperrigen Namen und einen vermeintlichen Billigpreis hat, kann ich mich bis jetzt (habe es seit Anfang Juni 2012) in keinster Weise über das Gerät beklagen. Die vermeintlich grobe Bildschirmauflösung kann ich nicht als Nachteil sehen und eine Aufrüstung des Speichers kriegt heute jedes Kind hin. Man muss auch wissen, was man mit so einem Alleskönner anstellen will: Wer z.B. hochwertige Videos oder Fotos machen möchte, der wird hierzu sicherlich kein Smartphone kaufen. Und wenn ich im Vergleich zum Huawei ein Apple iPhone in die Hand nehme, so fühlt sich das iPhone an wie ein sperriger grober Klotz. Mag sein, daß das Gehäuse robuster ist, aber das bessere Handgefühl liefert mir das Huawei. Es ist mir sogar schon mal runtergefallen auf die Strasse, aus ca. 1 m Höhe. Ausser einem kleinem Kratzer an einer Ecke keine Probleme. Also meine Meinung: Es muss nicht immer (oft aus Prestigegründen) ein iPhone sein und auch nicht unbedingt andere hochpreisige Boliden. Jdem das Seine!
  • Handy mani schrieb Uhr
    AW: Unschlagbar günstig: Huawei Ascend Y200 im Test

    keine Größen angegeben