Sie sind hier:
 

Amazon Web Store Test
Software und Spiele kaufen bei Amazon

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Seit einigen Tagen bietet Amazon auch Software und Spiele zum Download an. Der Einkaufsprozess ist dabei durchweg einfach und verständlich. An einigen Stellen sollte der Versandhändler aber noch nachbessern.

Amazon macht Microsoft und Apple Konkurrenz. Seit einigen Tagen ist der Versandhändler auch im digitalen Vertrieb von Software und Spielen aktiv. Im netzwelt-Test entpuppt sich Amazons Web Store als Alternative zum Mac App Store und dem kommenden Windows Store. An einigen Stellen muss das Unternehmen aber noch nachbessern.

Netzwelt nimmt den neuen Amazon Web Store unter die Lupe.

Amazon greift die anderen großen IT-Konzerne auf immer mehr Märkten an: Im Cloud Computing hat sich der Konzern aus Seattle bereits zum Marktführer gemausert. Der hauseigene E-Book-Reader namens Kindle ist mehrere Millionen Mal verkauft worden. Nun steigt Amazon auch in den Vertrieb von Programmen ein.

Hintergründe

Der Hintergrund dafür ist ähnlich wie bei Büchern: Immer weniger Kunden bestellen Software im klassischen Amazon Store, die ihnen dann erst Tage später per Post zugestellt wird und umständlich von CD oder DVD installiert werden muss. Stattdessen gewöhnen sich Kunden dank ihrer Smartphones daran, auch Software für PC und Mac direkt aus dem Internet zu laden.

Apple hat seinen Mac App Store bereits 2010 vorgestellt, Microsoft hat im Zuge von Windows 8 mit dem neuen Windows Store darauf reagiert. Besonders der dürfte Amazon letztendlich dazu bewegt haben, endlich selbst in den rasant wachsenden Markt einzusteigen.

Für Bezahlung und Download ist ein normales Amazon-Konto notwendig.

Das Vorgehen

Interessierte Nutzer, die das Download-Angebot von Amazon ausprobieren wollen, beginnen im Idealfall auf einer der beiden Themen-Seiten: Amazon hat sowohl für klassische Software als auch für Spiele jeweils eine eigene Startseite eingerichtet, auf der alle Titel gelistet werden, die direkt heruntergeladen werden können. Sie lassen sich genauso einfach durchsuchen oder nach bestimmten Programmen filtern, wie es auch in den anderen Kategorien möglich ist.

Hat der Besucher die gesuchte Software gefunden, erhält er auf der Artikel-Seite nähere Informationen zum Inhalt der Anwendung. Schade ist, dass die Präsentation der Preise für das jeweilige System, die teilweise stark abweichen können, nicht wirklich übersichtlich gestaltet wurde.

Der Download

Sehr schön ist dagegen, dass die Größe des Downloads gut sichtbar angegeben wird, damit der Anwender die benötigte Zeit schon vor dem Kauf abschätzen kann. Die von Amazon berechnete Download-Zeit ist nur ein Richtwert, der je nach Internet-Anschluss stark vom realen Ergebnis abweichen kann. Sobald der Kunde zum Kauf des gewünschten Programms bereit ist, kann er es über den Knopf "Kaufen und Herunterladen" in den Warenkorb legen. Schade ist, dass derzeit nicht mehrere Software-Artikel in einem Schritt erworben und geladen werden können. Nach der Anmeldung mit einem gültigen Amazon-Konto und Bezahlung werden Nutzer nicht wie üblich auf die Bestätigungsseite umgeleitet, sondern können den Einkauf direkt herunterladen.

Für den Download ist keine spezielle Software notwendig, Anwender können entweder ihren Browser oder einen beliebigen anderen Download-Manager verwenden. Wer ein Programm einmal erfolgreich gekauft hat, kann es jederzeit noch einmal über sein persönliches Amazon Konto herunterladen.

Derzeit kann immer nur ein Programm in einem Schritt gekauft werden.

Unklare Preise

Apple hat mit dem Mac App Store gezeigt, dass sich der elektronische Vetrieb von Software auch positiv auf die Preise auswirkt: Die eigenen Programme Final Cut oder Apple Logic sind deutlich günstiger, seit sie im Mac App Store angeboten werden. Auch beim neuen Windows Store ist schon jetzt absehbar, dass die Kosten für ein Programm geringer ausfallen, wenn es heruntergeladen wird.

Amazon gibt in diesem Bereich kein ganz so gutes Bild ab: Viele beliebte Anwendungen und Spiele sind als Download ähnlich teuer wie die klassische Box-Version. So kostet zum Beispiel Microsoft Office 2010 Home & Student immer 92,90 Euro - egal, ob es heruntergeladen oder per Post zugestellt wird. Einzelne Artikel, wie das Sicherheitspaket Kaspersky Internet Security, können als Download nur mit einer Einzellizenz gekauft werden - die günstigen Mehr-PC-Varianten, die als Box-Produkt erhältlich sind, bietet Amazon nicht an.

In der Regel startet der Download wenige Sekunden nach dem Kauf.

Fehlerquellen

Im Test wurden Downloads im Amazon Web Store nie serverseitig unterbrochen, Amazon hat also offenbar in eine ausreichend leistungsfähige Technik investiert. Probleme gab es jedoch vereinzelt beim Kauf von Spielen, zum Beispiel von "Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent" für Windows. Dabei meldete Amazon, der Kauf könne nicht in wenigen Minuten abgeschlossen werden, die Bereitstellung des Downloads würde bis zu zwei Stunden benötigen.

Kunden werden kurz und knapp auf die Status-Übersicht ihres Kontos verwiesen, was nicht sehr kundenfreundlich ist. Beachten sollten Verbraucher außerdem, dass sie ein per Download gekauftes Programm nicht so einfach zurückgeben können wie im klassischen Shop bestellte Artikel.

Klappt der Download nicht, können Nutzer ihn später über "Mein Konto" erneut versuchen.

Fazit

Insgesamt macht der Amazon Web Store eine gute Figur: Insbesondere die Tatsache, dass eine große Zahl an Titeln zur Verfügung steht und der Download ganz unkompliziert abgewickelt wird, sticht positiv heraus. Natürlich muss Amazon an einigen Stellen noch nachbessern, insbesondere am Preisgefälle der Artikel.

Kommentare zu diesem Artikel

Seit einigen Tagen bietet Amazon auch Software und Spiele zum Download an. Der Einkaufsprozess ist dabei durchweg einfach und verständlich. An einigen Stellen sollte der Versandhändler aber noch nachbessern.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Download statt Post-Versand: Amazon Web Store im Test

    Interessant, danke für den Hinweis. Man könnte grundsätzlich argumentieren: Dafür hat man das Produkt dann aber auch "sofort" (nach dem Download) zur Verfügung - aber das hat man ja bei Alternativen wie Steam auch :)
  • brl schrieb Uhr
    AW: Download statt Post-Versand: Amazon Web Store im Test

    HAHAHA da gibtes download versionen teurer wie boxed

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
34369
Amazon Web Store Test
Amazon Web Store Test
Amazon bietet mit seinem Web Store eine Alternative zum Mac App Store und Co. An einigen Stellen muss der Versandhändler aber noch nachbessern.
http://www.netzwelt.de/news/92000-amazon-web-store-test.html
2012-04-30 10:03:30
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/netzwelt-nimmt-neuen-amazon-web-store-lupe-bild-netzwelt-14116.jpg
News
Amazon Web Store Test