BlackBerry 10 Jam: RIM will Entwickler für neue Plattform begeistern
Kompatibel mit Android
Im Vergleich zur Konkurrenz hängt auch der App Store BlackBerry App World hinterher. Das Suchen, Finden und Installieren von Apps ist für viele Nutzer nicht so komfortabel wie unter iOS oder Android. Ein erster Schritt zur Verbesserung sei hier bereits durch die BlackBerry Messenger Connected Apps getan worden, die Anbindung an den Chatdienst hat dem Analysten zufolge den Bekanntheitsgrad zahlreicher Apps erhöht. Laut RIM ist mittlerweile jede fünfte App, die aus der BlackBerry App World geladen wird, eine BBM Connected App. "RIM hat damit begonnen, die Auffindbarkeitsprobleme in der BlackBerry App World zu verbessern, muss hier aber noch weiter machen", sagt Josh Martin.
Er hofft zudem, dass RIM sich bezüglich seiner Android-Kompatibilität neu positioniert und eine Lösung bereitstellt, die Entwicklern bei der Konvertierung von Apps 90 Prozent der Arbeit auf den Weg zu einer guten BlackBerry App abnimmt. "Einfach Android-Apps auf ihrer Plattform laufen zu lassen, ist aber keine Lösung für RIM", sagt er. "RIM braucht ein einzigartiges Nutzungserlebnis und eine klare und konsistente Ausrichtung für seine Plattform", so Martin weiter. Ständige Richtungswechsel würden Entwickler nur verunsichern.

Klare Ausrichtung gefordert
Welchen Weg RIM einschlägt, darüber herrscht Unklarheit. Die ehemaligen Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie hielten trotz harscher Kritik lange an ihren Posten fest. Erst Anfang des Jahres räumten sie den Chefstuhl für den neuen Chef, Ex-Siemens-Manager Thorsten Heins. Dieser hielt in seiner Antrittsrede Ankündigen von tiefergreifenden Änderungen nicht für notwendig.
Wenige Wochen später sprach Heins davon, dass sich grundlegend etwas ändern müsste, und verkündete eine Konzentration auf Geschäftskunden. Das Unternehmen ruderte aber prompt wieder zurück: Man verschreibe sich auch weiter dem Privatkundenmarkt. Heins sei missverstanden worden, hieß es aus Waterloo.
Konkurrent Windows Phone
Bleibt zu hoffen, dass es auf der BlackBerry 10 Jam Conference keine Missverständnisse geben wird. Ende des Jahres soll die Plattform schließlich einen erfolgreichen Start feiern. Auch wenn BlackBerry 10 an den bestehenden Machtstrukturen Josh Martins Einschätzung nach nichts ändern wird. "Apples iOS und Android sind die Nummer eins und zwei auf den Markt. RIM kämpft um den dritten Platz", sagt der Analyst.
Doch auch im Kampf um den dritten Platz gibt es Konkurrenten. Der größte kommt sicherlich aus Redmond. Im Laufe des Jahres wird Microsoft mit Windows 8 eine neue Version seines Desktop-Systems enthüllen, die auch auf Tablets laufen soll. Gleichzeitig rechnet die Branche mit der Veröffentlichung des neuen Handy-OS Windows Phone 8, das mit dem Desktop-System große Schnittmengen haben soll.
Zu den weiteren Konkurrenten zählen die Systme Bada, Tizen und Boot to Gecko. Das Rennen um Platz drei ist damit eröffnet.






