Verkehrte Netzwelt: Verschwörung im Hotel
Die Sorgen des Dr. Ludwig
Dr. Ludwig kam schnell zur Sache. Er wandte sich an den Ex-Wirtschaftsminister Müller: "Wie schätzen Sie die Piratenpartei ein? Eintagsfliege? Strohfeuer?" Müllers Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: "Die werden durchmarschieren. Vor allem, wenn die anderen Parteien sich weiterhin so dumm anstellen. Die werden Berlin ganz schön aufmischen."
Verleger Zekkendorf schien das nicht ganz so dramatisch zu sehen: "Lassen Sie die doch ruhig über Urheberrecht schwadronieren. Das schadet doch keinem. Die werden sich die Internet-Hörner schon abstoßen. Außerdem haben die doch gerade ein Nazi-Debatte am Hals."
Dr. Ludwig schien nicht beruhigt. "Sie verstehen das nicht", versetzte er übelgelaunt. "Irgendwann ist das Thema Urheberrecht durch. Die Nazi-Debatte auch. Und dann schnappen Sie sich das nächste Thema." Dr. Raffke, der Software-Chef, hatte sofort verstanden. Ihn plagten ähnliche Sorgen: "Patente. Wenn die eine Patente-Diskussion anzetteln, dann kann das relativ unangenehm werden."
Der immer gut gelaunte Schubert grinste: "Beim Stichwort Patente steigt der Stress-Pegel bei den Kollegen von der Software und den Herren aus der Pharma-Branche. Da werden jährlich Milliarden Euro gescheffelt für überteuerte Pillen. Oder für Software-Code. Wenn der Patentschutz geschwächt wird, dann sinken die Aktien."
"Genau, das ist meine Sorge." Dr. Ludwig rutschte noch tiefer in seine schlechte Laune. "Ja, das sieht nicht so gut aus", meinte Schubert und lächelte maliziös. Der Ex-Wirtschaftsminister sagte: "Sie haben gut lachen. Ihnen und den Suchmaschinenbetreibern dürfte doch die Diskussion um die Urheberrechte ganz recht sein." "Wieso?" - Schubert und Dr. Matzke spielten die Ahnungslosen.






