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Sonys SmartWatch für Android im Test
Bluetooth-Zubehör mit Display-Problemen

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Sony hat mit der SmartWatch ein Bluetooth-Zubehör für Android-Geräte auf den Markt gebracht, das die klassische Armbanduhr um einige nützliche Funktionen erweitert. Wie sich die smarte Uhr im Test schlägt, lesen Sie auf netzwelt.

Mit der SmartWatch erhalten Nutzer die "ganze Welt auf einen Blick", jedenfalls wenn es nach Hersteller Sony geht. Bei der intelligenten Armbanduhr handelt es sich um ein Bluetooth-Zubehör für Android-Geräte, über dessen Touchscreen sich der Anwender nicht nur die Uhrzeit, sondern auch aktuelle Tweets und Facebook-Nachrichten anzeigen lassen kann. Praktisch, wenn man nicht ständig sein Handy aus den Tiefen der eigenen Tasche angeln will. Im Test erwies sich Tageslicht jedoch als kaum überwindbares Problem für die SmartWatch.

Die Idee, eine Armbanduhr durch ein erweitertes Funktionsspektrum wieder attraktiv zu machen, besonders in Zeiten, in denen die meisten auf ihr Handy schauen, um sich der Zeit zu vergewissern, ist sicherlich keine schlechte. An der Umsetzung hapert es bei Sony jedoch hier und da. Zunächst jedoch zu den positiven Dingen.

Uhr am Gummi-Armband

Die SmartWatch von Sony ist in Weiß und Schwarz erhältlich. Der 3,6 x 3,6 x 0,8 Zentimeter messende Ziffernblatt-Ersatz wiegt dabei 15,5 Gramm. An der Unterseite der Haupteinheit befindet sich ein kleiner Clip, mit dem das Bluetooth-Zubehör am Armband befestigt wird. Hier hat der Nutzer eine größere farbliche Auswahl.

Das Material ist jedoch immer das gleiche - Gummi. Ein umfangreicheres Sortiment wäre hier eine Option gewesen, Sony liefert allerdings eine alternative Fassung für die Haupteinheit der Uhr, mithilfe der diese auch an anderen Armbändern befestigt werden kann.

Enge, lange Ärmel sind unpraktisch

Die SmartWatch ist sehr bequem zu tragen - nichts drückt oder piekst. Das Gummi-Armband ist weich und lässt sich nach Belieben verstellen. Die Haupteinheit, über die die Bedienung erfolgt, könnte manchen Nutzern - und besonders denen, die es nicht mehr gewöhnt sind, eine Uhr am Handgelenk zu tragen - jedoch störend groß und dick vorkommen. Enge, langärmelige Tops lassen sich nur schlecht über die Uhr ziehen. Als unauffällig lässt sich die smarte Uhr definitiv nicht bezeichnen - was jedoch auch nicht für jeden ein wichtiges Kriterium ist.

An der Verarbeitung lassen sich größtenteils keine Mängel feststellen, der Plastik-Clip, der den Empfänger am Armband befestigt, machr jedoch nicht unbedingt einen ausdauernden Eindruck. An der Seite der Haupteinheit befindet sich der Ein- und Ausschalter, der das Gerät in den Pairing-Modus versetzt. Die restliche Bedienung erfolgt über den Touchscreen. Der kleine Bildschirm ist Multitouch-fähig und stellt Farben dar. Auf der Rückseite befindet sich ein spezieller USB-Eingang, über den die SmartWatch vom Rechner aus mit Strom versorgt werden kann.

Energie für drei Tage

Sony zufolge reicht die Energie der voll aufgeladenen SmartWatch für eine Woche bei seltener Benutzung, für drei bis vier Tage bei durchchnittlicher Benutzung und nur einen Tag bei häufiger Verwendung. Im Test stand die Energieleiste der Uhr nach ungefähr sechs Stunden intensiver Nutzung und einer Nacht im Standby auf ungefähr 30 Prozent.

Die SmartWatch lässt sich zum Glück nicht nur mit Sony Xperia-Smartphones verwenden, sondern ist mit allen Android-Geräten kompatibel - vorausgesetzt als Betriebssystem kommt Version 2.0 oder jünger zum Einsatz.

Sony SmartWatch

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Das Armband der Sony SmartWatch gibt es in verschiedenen Farben. (Bild: netzwelt)

Bluetooth-Verbindung zwingend erforderlich

Dass die intelligente Uhr kein unabhängiges elektronisches Gerät ist, fällt spätestens beim ersten Einschalten auf. Ohne Verbindung zu einem Bluetooth-fähigen Gerät, wie in diesem Test einem Smartphone, zeigt das Display nicht einmal die Uhrzeit an. Zuallererst muss also eine Verbindung zwischen mobilem Gerät und SmartWatch her.

Für diese muss zunächst die App LiveWare Manager von Sony aus dem Google Play Store (Android-Market) installiert werden. Ist dies geschehen, wird der Nutzer nach dem Verbindungsaufbau zwischen Smartphone und Uhr gefragt, ob die SmartWatch-App installiert werden soll. Ist auch dies erledigt, besteht die Verbindung zwischen Uhr und mobilem Gerät in einem Umkreis von zehn Metern, wie Sony angibt.

Nutzer sollten sich vor dem Kauf der SmartWatch zudem bewusst sein, dass die zwingende Bluetooth-Verbindung an der Akku-Leistung ihres Android-Geräts nagt.

Apps, Apps, Apps

Aber auch jetzt ist das Herunterladen von Apps noch lange nicht vorbei, denn alle Funktionen, die die Uhr können soll, müssen zunächst auf dem Handy über die entsprechende Anwendung installiert werden. Zur Auswahl steht eine ganze Reihe von Sony-Apps, aber auch Drittanbieter stellen Anwendungen für das Bluetooth-Zubehör bereit.

Nach der Installation der Apps lassen sich SMS, Tweets und Facebook-Benachrichtigungen auf dem Bildschirm der Uhr lesen und Anrufe annehmen oder auch ablehnen. Über Neuigkeiten wird der Nutzer - neben der Display-Anzeige - auch über ein leichtes Vibrieren an seinem Arm informiert. Im Google Play Store finden sich des Weiteren Mini-Spiele wie Tic Tac Toe oder auch eine Sport-App von Endomodo. Darüber hinaus lässt sich auch der Musikplayer des verbundenen Android-Geräts mit der Uhr steuern.

Eine praktische Zusatzfunktion ist beispielsweise die Anwendung "Handy suchen". Mit dieser kann der Nutzer sein Handy rufen, wenn er es gerade nicht findet - was häufiger mal passieren kann, weil man es durch die SmartWatch nicht mehr die ganze Zeit neben sich liegen haben muss.

Konfigurationen via Android-Gerät

Da die Anwendungen auf dem Android-Gerät und nicht auf der Uhr installiert werden, bedeutet dies auch, das alle Konfigurationen auf diesem vorgenommen werden müssen. Unpraktisch ist dies beispielsweise bei der Textnachricht-Funktion. Diese ermöglicht es grundsätzlich, dass Nutzer von der SmartWatch aus vorgefertigte SMS versenden können.

Das ist nützlich, wenn der Anwender gerade in einem Meeting sitzt und nicht auffällig in der Tasche nach seinem Handy suchen will. Der Text der zu sendenden Nachricht, kann allerdings nur über das Smartphone verändert werden. In weiser Voraussicht empfiehlt es sich also, eine allgemein passende Formulierung zu wählen.

Im Google Play Store findet sich eine recht große Auswahl an Anwendungen für die SmartWatch. (Quelle: Screenshot play.google.com)

Gravierende Sichtprobleme

Handelt es sich bei den genannten Mängeln noch um Kritikpunkte, die verschmerzt werden können, hat die SmartWatch jedoch ein Problem, dass den Spaß an dem Bluetooth-Zubehör stark einschränkt: Die Leuchtkraft des Bildschirms ist zu schwach, um die Anzeige bei Sonnenlicht zu erkennen.

Im Werbespot zur SmartWatch leuchtet der Bildschirm der intelligenten Uhr hell und deutlich und zwar auch beim Joggen unter sonnigem Himmel. Im Test fiel die Leuchtkraft der Uhr jedoch ganz anders aus. Bei bewölktem Himmel sind Meldungen auf dem kleinen Display noch lesbar, an einem sonnigen Tag schlägt jedoch auch der Versuch, die Uhr unter dem Schatten der eigenen Hand zu lesen, fehl.

Dadurch wird die SmartWatch zu einer Schlechtwetter- beziehungsweise Drinnen-Uhr. Bei dem Preis von 129 Euro ist die mangelhafte Bildschirm-Leuchtkraft inakzeptabel.

Fazit

Die SmartWatch von Sony hätte die gute alte Armbanduhr wieder hip machen können. Neue SMS und eingehende Anrufe, Tweets und Facebook-Meldungen mit einem kurzen Blick auf die Uhr überprüfen zu können, wäre sicherlich für viele Nutzer ein Kaufgrund. Die zu geringe Leuchtkraft des Bildschirms führt jedoch dazu, dass all diese Meldungen bei starker Lichteinstrahlung nur schwer und bei kräftiger Sonneneinstrahlung gar nicht zu lesen sind - schade.

Eine Alternative zur Sony SmartWatch könnte die smarte Uhr Pepples sein. Noch ist das Modell jedoch nur ein Kickstarter-Projekt. Weiteres Bluetooth-Zubehör für Ihre mobilen Geräte finden Sie hier.

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Sonys SmartWatch für Android im Test
Sony versucht ein Armbanduhr-Revival mit dem Bluetooth-Zubehör SmartWatch für Android-Geräte. Wie die smarte Uhr im Test abschneidet, lesen Sie auf netzwelt.
http://www.netzwelt.de/news/91911-sonys-smartwatch-android-test.html
2012-04-22 10:39:26
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Sonys SmartWatch für Android im Test