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Helmut Schmidt über neue Medien Lobt auch positive Veränderungen

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist bei Facebook vertreten und kennt Twitter und Wikileaks. Dennoch sei das Internet nicht Teil seiner Welt und er empfindet es als bedrohlich, sagt er im Interview mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat eine zwiegespaltene Einstellung zum Internet. Einerseits sieht er durchaus positive Potenziale, andererseits empfindet er das Netz als bedrohlich, wie der 93-Jährige in einem Interview im aktuellen Zeit-Magazin (Donnerstag, 19. April) sagt.

Helmut Schmidts Facebook-Seite gefällt über 40.000 Menschen, dennoch hat sich der Altbundeskanzler nie seine Seite zeigen lassen. (Quelle: Screenshot facebook.com)

Auf die Frage, was er von der Macht des Internets halte, sagte Schmidt: "Drei Dinge fallen mir dazu ein. Erstens: Das Internet gehört kaum zu meiner Welt. Zweitens: Ich empfinde es als bedrohlich. Und drittens: Es hat Zukunft". Er beklagt insbesondere die Oberflächlichkeit der Kommunikation im Netz.

Handys könnten Beschneidung und Zwangsheirat verhindern

Dennoch sieht der Altbundeskanzler unbestreitbar positive Veränderungen durch neue Medien. Diese könnten tiefgreifende kulturelle Veränderungen mit sich bringen. "Wenn Sie zum Beispiel im Mittleren Osten oder im Maghreb, in Tunesien, Algerien, Ägypten oder Libyen junge Leute mit einem Handy ausstatten, dann wird das im Laufe einer einzigen Generation dazu führen, dass die Frauen sich nicht mehr zwangsverheiraten lassen und die Mädchen nicht mehr beschnitten werden", sagt Schmidt im Interview mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

Dem Satz "Früher war alles besser" könne er nicht zustimmen. "Nehmen Sie zum Beispiel den Verteidigungsminister Strauß oder später den Generalinspekteur Trettner. Die haben damals das Publikum regelrecht getäuscht", sagt er. Heute sei das schwieriger, auch dank Wikileaks.

Helmut Schmidt bei Facebook

Auf der Facebook-Seite von Helmut Schmidt haben mehr als 40.000 Nutzer den Gefällt-mir-Button geklickt. Dabei hat Schmidt selbst sich die Seite noch nicht einmal zeigen lassen, wie er sagt. Auch ein Handy besitze er nicht und wenn er eins hätte, würde er es nicht nutzen.

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Autorin
Lisa Hemmerich
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