Familienzusammenführung nach 25 Jahren

Filmreif: Verschollener Junge findet seine Mutter mit Google Earth

Dank Google Earth hat ein vor 25 Jahren verschollener indischer Junge seine Mutter wiedergefunden. Der inzwischen über 30-jährige Saroo Brierley hatte als Kind seine Familie verloren und war von einem australischen Paar adoptiert worden, wie der britische Sender BBC berichtet. Den Namen seiner Heimatstadt kannte er nicht. Es waren allein seine Erinnerungen an Orte, die ihm halfen, seine Mutter wiederzufinden.

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Mit Hilfe von Google Earth fand Saroo Brierley nach 25 Jahren seine Familie wieder. (Bild: Screenshot maps.google.de)
Mithilfe von Google Earth fand Saroo Brierley nach 25 Jahren seine Familie wieder. (Bild: Screenshot maps.google.de)

Saroo Brierley war gerade einmal fünf Jahre alt, als er verloren ging. Er war mit seinem älteren Bruder unterwegs, der als Reinigungskraft in indischen Zügen arbeitete. "Es war spät nachts. Wir stiegen aus dem Zug und ich war so müde, dass ich mich an einem Bahnhof hinsetzte und einschlief", sagt Brierley gegenüber BBC. Dieses Nickerchen sollte sein Leben verändern. Als er aufwachte, war sein Bruder verschwunden und vor ihm stand ein Zug, in dem er ihn vermutete. Also stieg er ein.

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Von tasmanischer Familie adopiert

Er fand seinen Bruder nicht, sondern schlief wieder ein und wachte 14 Stunden später in Kalkutta auf, Indiens drittgrößter Stadt. Der kleine Junge hatte Angst und wusste nicht, wo er war. Er schlug sich als Bettler durch. Schließlich landete er in einem Waisenhaus und wurde von einer Familie aus Tasmanien in Australien adoptiert.

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"Ich akzeptierte, dass ich verlorengegangen war und dass ich nicht mehr heimfinden konnte", sagt Brierley. Doch der Wunsch, seine Familie wiederzufinden, wurde immer größer. Das Problem war, dass er den Namen seiner Heimatstadt nicht kannte. Alles was er hatte, waren Erinnerungen. Also begann er, mit Google Earth zu suchen. Dabei grenzte er seine Suche auf den Bereich ein, den man mit einer 14-stündigen Zugfahrt von Kalkutta erreichen konnte.

Zunächst erkannte er seine Mutter nicht wieder

Schließlich machte er den Ort Khandwa aus. Er erkannte unter anderem den Wasserfall, in dem er als Kind gespielt hatte. Wenig später flog er nach Indien und besuchte sein altes Wohnhaus. "Als ich vor der Tür stand, sah ich, dass sie verschlossen war", erzählt Brierley. Das Haus sah alt und schäbig aus, als ob es seit langer Zeit leerstehe. Doch er gab nicht auf und suchte mit einem Kinderfoto nach Menschen, die sich an ihn erinnerten - und hatte Glück. Jemand brachte ihn schließlich zu seiner Mutter.

Zuerst erkannte er sie nicht. "Das letzte Mal, dass ich sie sah, war sie 34 Jahre alt und eine schöne Frau", sagt er. Aber gewisse Gesichtszüge erinnerten noch an früher. Beide waren zunächst sprachlos. Doch ein Wahrsager hatte der Mutter zuvor Mut gemacht, dass sie ihren Sohn wiedersehen werde. Seinen Bruder sah er indes nicht wieder - er war kurz nach seinem Verschwinden tot auf den Schienen gefunden worden. Der BBC zufolge interessieren sich bereits Verlage und Filmproduzenten für Saroos Geschichte.  

Neue Medien helfen immer wieder in Notsituationen. Zum Beispiel rettete ein iPhone einen verlorenen Wanderer oder Twitter einen gekidnappten Afrikaner

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