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PRADAphone by LG 3.0 im Test
Designer-Handy auf Android-Basis

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Wollten Sie schon immer mal was von PRADA tragen? Mit dem PRADAphone by LG 3.0 landet ein bezahlbares Edel-Smartphone in Ihrer Hand. Das Modell ist zwar kein Luxus-Handy à la Vertu Constellation. Dafür bietet es aber neben seiner schicken Optik auch leistungsfähige Hardware.

Sie haben die billige Plastik-Optik ihres Smartphones satt und sehnen sich nach etwas mehr Luxus? Bevor Sie nun versuchen, mit einer Schutzhülle aus Krokodilleder Ihrem alten Handy wenigstens einen Hauch Exklusivität zu verleihen, werfen Sie lieber einen Blick auf das PRADAphone by LG 3.0. Das Design-Smartphone bietet nicht nur die PRADA-typische Saffiano-Optik, sondern auch leistungsstarke Hardware - und das zu einem auch für Normalsterbliche erschwinglichen Preis.

Verarbeitung und Design

Das PRADAphone by LG 3.0 ist ein echter Hingucker. Der hohe Designanspruch des Herstellers wird bereits bei der Verpackung deutlich. Statt einer länglichen weißen oder schwarzen Pappschachtel steckt das nunmehr dritte PRADA-Handy in einer ausgepolsterten Pappschatulle. Das Smartphone selbst wirkt mit seinem minimalistischen Design sehr schick und hochwertig.

Der Eindruck relativiert sich aber etwas, wenn man das PRADAphone by LG 3.0 in die Hand nimmt. Die Rückseite bietet zwar ein Saffiano-Muster, statt aus Leder besteht sie aber aus Plastik, das sich wenig hochwertig anfühlt. Ein weiteres Manko sind die Sensortasten. Sie verschwinden beim Erlöschen der Beleuchtung komplett im Gehäuse.

Hardware

Ausstattungstechnisch weist das PRADAphone by LG 3.0 keine Mängel auf. Ein absolutes Flaggschiff-Produkt ist das Handy aber nicht, schließlich kommt kein Quad-Core-Prozessor, sondern eine Dual-Core-CPU mit einer Taktrate von einem Gigahertz zum Einsatz. Anders als beim weltweit ersten Dual-Core-Handy LG Optimus Speed setzt der Hersteller LG hier nicht auf den Tegra 2-Chip von Nvidia, sondern auf den OMAP 4430 von Texas Instruments. Dieser liefert sowohl beim Surfen als auch beim Spielen eine ordentliche Leistung.

Im Test waren die Wartezeiten beim Laden von Apps, Webseiten und Spielen gering. Auch aufwendigere Titel wie Real Racing 2 liefen ruckelfrei. Highlight des Geräts ist das Display. Es misst in der Diagonalen 4,3 Zoll und ist mit LGs NOVA-Technik ausgestattet. Diese sorgt für eine hohe Leuchtkraft und kam erstmals 2011 beim LG Optimus Black zum Einsatz.

PRADAPhone by LG 3.0

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Bereits die Verpackung des PRADAphone by LG 3.0 ist ein echtes "Schmuckstück". (Bild: netzwelt)

Gegenüber dem Optimus Black hat LG die Leuchtdichte aber noch einmal erhöht: Betrug sie beim Optimus Black 700 Nit, bietet das NOVA-Display des PRADAphone nun eine Leuchtdichte von 800 Nit. Zum Vergleich: Laptop-Displays bieten eine Leuchtkraft zwischen 200 und 300 Nit. Statt einer Taschenlampen-App kann der Nutzer beim PRADAphone also einfach auch eine leere Seite im Browser öffnen. Die hohe Leuchtkraft ist vor allem beim Einsatz des Smartphones im Freien hilfreich und sorgt für eine gute Ablesbarkeit des Displays. Allerdings kann auch die NOVA-Technik ähnlich wie Samsungs Super-AMOLED-Displays weiße Flächen nicht richtig wiedergeben. Sie erscheinen leicht gelblich. Die Auflösung ist mit 800 x 480 Pixeln eher gering. Schrift wirkt auf dem Display daher stets etwas unruhig.

Sprachqualität und Akku

Die Sprachqualität des PRADAphone by LG 3.0 überzeugt im Test. Die Gesprächspartner klingen klar und natürlich, Störgeräusche traten kaum auf. Auch im Freisprechmodus leistet sich das Smartphone keine Aussetzer und profitiert zudem vom starken externen Lautsprecher.

PRADAphone by LG 3.0 Testbilder

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Aschenbecher auf dem Balkon der netzwelt-Redaktion. (Bild: netzwelt)

Der Akku lässt sich bei Bedarf problemlos wechseln. Er bietet eine Kapazität von 1.540 Milliamperestunden. Die maximale Gesprächszeit gibt LG mit rund fünf Stunden an. Einen Tag hält das Smartphone damit problemlos ohne Stromzufuhr durch. Am Abend sollten Nutzer das PRADAphone by LG aber auf jeden Fall vor dem Schlafengehen an die Steckdose hängen.

Fotos, Videos und Musik

Die Kamera auf der Rückseite bietet eine Auflösung von acht Megapixeln, Videos nimmt sie in Full HD auf. Die Frontkamera löst dagegen mit einem Megapixel auf und nimmt Videos in HD-Qualität auf. Ungewöhnlich ist die Position des physikalischen Auslösers: Er befindet sich an der Oberseite des Geräts nahe beim Power-Button. Hier ist er völlig deplatziert, da Nutzer aufgrund der Abmessungen des Handys bei Fotos im Hochformat ihre Finger strecken müssen, um den Button zu erreichen; nicht selten verdeckt dabei ein weiterer Finger die Linse. Beim Fotografieren im Querformat muss der Nutzer dagegen das Handy anders als gewohnt nur mit zwei Fingern halten, um den Auslöser drücken zu können.

Ein weiteres Manko: Über den Knopf lässt sich bei gesperrtem Smartphone nicht die Kamera aktivieren. Der Button ist zudem wenig feinfühlig, daher werden viele Nutzer dem virtuellen Auslöser auf dem Touchscreen den Vorzug geben. Die Kamera macht brauchbare Bilder und Videos. Fotos weisen aber eine geringe Detailtiefe auf, Videos eine leichte Unschärfe.

Der Klang über den externen Lautsprecher ist gut. Übersteuern?! - Fehlanzeige! Allerdings klingt die Musik leicht blechern. Über Kopfhörer stellt sich ein sattes Klangbild ein, das den meisten Nutzern genügen dürfte. Abgerundet wird das gute Klangbild durch den intuitiv zu bedienenden Musikplayer, der mit Equalizer und Schlummerfunktion keine Wünsche offen lässt. Ihren MP3-Player können Sie also getrost einmotten.

Software

Als Betriebssystem setzt LG auf Android 2.3.7. Ein Update auf Android 4.0 ist bereits angekündigt. LG-Fans werden die Ankündigung aber wohl eher skeptisch aufnehmen. Zu präsent ist noch die Erinnerung an das Updatechaos beim Optimus Speed. Immer wieder verschob der Hersteller die Veröffentlichung der neuen Firmware. Obwohl bereits bei der Veröffentlichung angekündigt, erschien sie erst mehr als ein halbes Jahr später.

Die Nutzeroberfläche ist im Schwarz-Weiß-Design gehalten.

Das Android-System hat LG mit einer speziell für das PRADAphone entworfenen Nutzeroberfläche ausgestattet. Sie ist im Schwarz-Weiß-Stil gehalten und verleiht dem Smartphone einen stylishen Retro-Look. Statt bunter Wetter-Animationen erscheinen beim PRADAphone by LG 3.0 beispielsweise nur schemenhaft gezeichnete Wolken als Widget auf der Startseite. Jedermanns Sache dürfte die Oberfläche aber nicht sein. Schade ist auch, dass der Schwarz-Weiß-Stil durch die farbigen Icons von Drittanbietern durchbrochen wird. Legen Sie aber eine App aus dem Market auf den Startbildschirm, können Sie das Icon anpassen und dabei aus einem Pool an Schwarz-Weiß-Symbolen wählen.

Fazit

Das PRADAphone by LG 3.0 ist vergleichbar mit der Versace-Kollektion für H&M. Das Smartphone bringt der breiten Masse einen Hauch von Luxus. Mit dem edlen Look kann die Verarbeitung aber nicht mithalten. Ein Edel-Handy à la Vertu Constellation ist das PRADAphone by LG also nicht. Dafür bietet es aber technisch mehr als viele Luxus-Handys, auch wenn es nur in der oberen Mittelklasse spielt. Gegenüber anderen Smartphones setzt es sich durch sein helles Display und den guten Klang ab. Wer sich also von der breiten Smartphone-Masse abheben will und nach einem exklusiven Modell strebt, auf dem nicht Nokia, Samsung, HTC und Co. steht, sollte einen Blick auf das PRADAphone by LG 3.0 werfen.

Das PRADAphone by LG 3.0 ist aktuell für rund 380 Euro online erhältlich. Alternative Design-Handys sind das Sony Xperia S und das Nokia Lumia 800. Wer ein echtes Luxus-Smartphone haben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Einen Überblick über Mobiltelefone für die oberen Zehntausend finden Sie hier.

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PRADAphone by LG 3.0 im Test
PRADAphone by LG 3.0 im Test
PRADA bringt in Kooperation mit LG ein bezahlbares Luxus-Smartphone auf den Markt. Technisch gibt es sich dabei keine Blöße.
http://www.netzwelt.de/news/91857-pradaphone-by-lg-3-0-test.html
2012-04-17 17:07:10
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PRADAphone by LG 3.0 im Test