Sieben Oscars für Datenkraken

BigBrotherAwards: Blizzard Entertainment erhält Negativ-Preis

Zu den diesjährigen "Negativ-Siegern" beim BigBrotherAward zählt unter anderem der Computerspielehersteller Blizzard Entertainment. Daneben wurde zudem ganz allgemein die Cloud gerügt. Neben Tadeln gab es zudem erstmals lobende Erwähnungen, unter anderem für Thilo Weichert, den Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein. Er erhielt den Preis für seinen Einsatz gegen Facebook.

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Diesjährige "Sieger" beim Negativpreis BigBrotherAwards sind unter anderem die Cloud, Blizzard Entertainment und der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). (Bild: Matthias Hornung)
Diesjährige "Sieger" beim Negativpreis BigBrotherAwards sind unter anderem die Cloud, Blizzard Entertainment und der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). (Bild: Matthias Hornung)
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Der BigBrotherAward wird in Deutschland seit dem Jahr 2000 jährlich an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen. Zur Jury gehören unter anderem Vertreter des Vereins FoeBuD e.V. (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und der Chaos Computer Club (CCC).

Fast jede Datenspur bei World of Warcraft protokolliert

In diesem Jahr bekam unter anderem Blizzard Entertainment den Negativpreises für Datenschutz. Der Spielehersteller protokolliere fast jede einzelne Datenspur der Spieler von World of Warcraft, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren. Sogar die Art und Weise, wie jemand eine bestimmte Aufgabe gelöst hat, werde protokolliert.

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"Psychologen können daraus ablesen, wer eine militärische Laufbahn einschlagen könnte, wer in der Bankbonität herabgestuft werden sollte, wer über Führungsqualitäten verfügt, wer potenziell spielsüchtig oder wahrscheinlich arbeitslos ist", sagt Laudator Frans Valenta vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF).

Lob für Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert

Daneben wurden auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) kritisiert. Negativ ausgezeichnet wurde zudem ganz allgemein die Cloud. Fast alle Cloud-Anbieter seien US-amerikanische Firmen, die laut Gesetz verpflichtet seien, US-Behörden Zugriff auf alle Daten in der Cloud zu geben, heißt es zu Begründung. Dies erfolge auch dann, wenn sich die Rechnerparks auf europäischem Boden befinden.

Zum ersten Mal gab es neben den Tadeln auch lobende Erwähnungen - und zwar für den Hessischen Rundfunk für seine Weigerung der Abgabe der ELENA-Daten und den Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, für seinen Einsatz gegen Facebook.

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