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HTC One V im Test
Neues Einsteiger-Smartphone von HTC

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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V kommt vor S und X - nicht im Alphabet, sondern in der One-Serie von HTC. Mit dem HTC One V will der Hersteller Smartphone-Einsteiger für sich gewinnen. Als Argumente gegen die Konkurrenz führt HTC das hochwertige Unibody-Gehäuse und Android 4.0 ins Feld.

"Gebt mir ein X, gebt mir ein S, gebt mir ein V. Was ergibt das? - HTC One!" - drei Geräte ein Name. Statt auf eine Masse von Modellen setzt HTC bei der neuen One-Serie auf wenige, dafür charakteristische Geräte mit klaren Zielgruppen. Mit dem One V buhlt der Hersteller um Einsteiger. Das Modell glänzt im Test mit einer hochwertigen Verarbeitung und läuft bereits mit Android 4.0. Dafür müssen Smartphone-Neulinge aber auch finanziell bis an die Schmerzensgrenze gehen.

Verarbeitung und Design

HTC-Fans werden beim Anblick des One V unweigerlich an das Modell HTC Legend erinnert. Wie das Android-Handy aus dem Jahre 2010 bietet das One V einen Knick unterhalb des Displays, lediglich die optische Maus ist verschwunden. Der Knick hat vor allem in Sachen Ergonomie Vorteile. Er dient beispielsweise als Griffpunkt und als Ablage für den Bediendaumen.

Trotz größeren Displays ist das One V nur minimal größer als Apples iPhone und damit geeignet für den Transport in Hemd- und Hosentasche. Allerdings trug das Gerät im Test hierbei durch den Knick leicht auf. Das Gewicht fällt mit 115 Gramm deutlich geringer aus als bei früheren HTC-Modellen. Dennoch fühlt sich das Modell wertig an, was an dem für die Preisklasse herausragenden Unibody-Gehäuse aus Aluminium liegt. Allerdings setzt sich das Gerät von seiner Haptik nicht so deutlich von älteren HTC-Handys ab wie das One S oder das One X. Es ist mehr eine Evolution denn eine Revolution von der ohnehin schon hochwertigen HTC-Verarbeitung.

HTC One V

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Das Design des HTC One V erinnert an das des HTC Legend. (Bild: netzwelt)

Hardware

Im Inneren des HTC One werkelt ein 1-Gigahertz-Prozessor, der Arbeitsspeicher ist 512 Megabyte groß. Android 4.0 läuft mit dieser Ausstattung flüssig, Standard-Apps starten ohne Verzögerung. Bei aufwendigeren Spielen wie Real Racing 2 muss der Nutzer aber Ladezeiten in Kauf nehmen. Beim Spielen von Asphalt 5 traten sogar vereinzelt Ruckler auf. Der Titel "Let's Golf 3" ist mit dem One V nicht kompatibel, dabei läuft er auf dem mittlerweile fast zwei Jahre alten HTC Desire HD problemlos.

Beim Surfen macht das HTC One V dagegen wieder eine gute Figur. In den Browserbenchmarks erzielt das Modell 38.278 Punkte (Browsermark) beziehungsweise eine Zeit von 3.265 Millisekunden (Sunspider) und liefert damit eine mit dem Apple iPhone 4 vergleichbare Performance.

Das Display ist mit einer Diagonalen von 3,7 Zoll groß genug, um ohne ständiges Zoomen Webseiten zu betrachten. Dank einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln ist die Darstellung zudem gestochen scharf. Selbst in der maximalen Zoomstufe ist kaum ein Treppchen-Effekt bei der Darstellung von Schrift zu erkennen.

Der interne Speicher des HTC One V misst vier Gigabyte. Dem Nutzer steht davon aber gerade einmal ein knapper Gigabyte zur Verfügung. Erweiterbar ist der Speicher per microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte. Auf der Rückseite verbaut HTC eine 5-Megapixel-Kamera, die auch Videos in HD aufnehmen kann. Eine Frontkamera fehlt allerdings. Dafür bietet das Modell die Beats Audio-Technik, die HTC bislang nur in hochpreisigen Modellen integrierte.

Sprachqualität und Akku

Die Sprachqualität ist gut. Im Test traten keine Störgeräusche auf und die Gesprächspartner klingen natürlich. Lediglich der externe Lautsprecher ist für das Telefonieren in lauten Umgebungen etwas zu leise.

Der Akku ist beim HTC One V fest verbaut. Er bietet eine Kapazität von 1.500 Milliamperestunden. Zur maximalen Gesprächszeit macht HTC keine Angaben. Im Test zeigte sich das One V aber genügsam. Je nach Nutzungsintensität und Einstellungen dürften ein bis zwei Tage Laufzeit drin sein.

Fotos, Videos und Musik

Die integrierte Digitalkamera hat HTC verbessert, so fällt die Blende größer aus als bei den Vorjahrsmodellen. Dadurch soll die Qualität der Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen gesteigert werden. Zudem hat HTC seine Kamera-App komplett neu gestaltet. Der Nutzer muss nun nicht vorher wählen, ob er ein Video oder ein Foto machen will. Ihm stehen stets beide Auslöser zur Verfügung. Nimmt er ein Video auf oder gibt er eins wieder, kann er einzelne Szenen auch per Fingertipp auf den Auslöser als Einzelbild exportieren.

Zudem hat HTC eine Serienbild-Funktion integriert. Hält der Nutzer den Auslöser gedrückt, schießt die Kamera in der Sekunde bis zu fünf Bilder. Am Ende kann das One V automatisch die beste Aufnahme ermitteln und die anderen Bilder löschen. Eine praktische Funktion insbesondere beim Fotografieren beweglicher Objekte. Im Test löst oftmals ein etwas zu langer Fingertipp eine ungewollte Serie von Fotos aus - nach etwas Eingewöhnungszeit hat man den Dreh aber raus. Ebenfalls nett: HTC bietet ähnlich wie Instagram die Möglichkeit, Filter bei der Aufnahme zuzuschalten, die den Bildern eine künstlerische Note verleihen. Die Filter müssen aber anders als bei Instagram vor Aufnahme gewählt werden.

Testbilder HTC One V

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Auch bei schlechten Lichtverhältnissen liefert das HTC One V noch brauchbare Bilder. (Bild: netzwelt)

Die mit dem HTC One V gemachten Bilder wiesen im Test natürliche Farben und eine ausreichende Detailtiefe auf. In der Preisklasse gehört die Kamera sicherlich zu den besten. Die Qualität der Videos ist ebenfalls gut, fällt im Vergleich mit der Foto-Funktion aber etwas ab. Im Test hatte die Video-Kamera bei hellem Licht Probleme. Auch auf schnell wechselnde Lichtverhältnisse reagierte sie nur langsam.

Die Beats Audio-Technik sorgt beim HTC One V für einen guten Klang. Allerdings fehlt der Wow-Effekt, den die Technik noch beim Sensation XE beziehungsweise beim Sensation XL bot. Dies kann auch an den fehlenden Beats-Kopfhörern liegen. HTC verzichtet bei der One-Serie darauf, entsprechende Ohrstöpsel beizulegen.

Software

HTC liefert alle Modelle der One-Serie mit der neuesten Android-Version 4.0 aus. Der Hersteller hat diese mit seiner Nutzeroberfläche Sense überzogen, die mittlerweile auch in der Version 4 vorliegt. HTC ist es dabei gelungen, die Neuerungen von Google an der Bedienoberfläche von Android in seine Sense-Oberfläche zu integrieren, ohne dass der Nutzer sich groß umgewöhnen muss.

Auf die Möglichkeit, das Handy per Gesichtserkennung zu entsperren, müssen Nutzer mangels Frontkamera aber verzichten. Auch eine Screenshot-Funktion hat HTC noch nicht integriert. Sense 4.0 selbst wirkt nicht mehr so verspielt wie in früheren Versionen, sondern nüchtern und aufgeräumt.

Fazit

Das HTC One V ist ein gutes Einsteiger-Handy, das sich vor allem durch die hochwertige Verarbeitung, das kompakte Format und die aktuelle Android-Version 4.0 von der Konkurrenz absetzt. Allerdings müssen Smartphone-Neulinge dafür tief in die Tasche greifen. Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) lautet 299 Euro, damit liegt das HTC One V am oberen Ende des Einsteiger-Segments. Die Preise von HTC-Handys sind relativ konstant, aktuell wird das Gerät online maximal 25 Euro günstiger angeboten.

Für den UVP-Preis erhalten Nutzer mittlerweile bereits ältere HTC-Modelle wie das Desire HD oder das Desire S, die mehr Arbeitsspeicher, ein größeres Display oder eine höher auflösende Kamera bieten. Mit dem Sony Xperia U kündigt sich zudem ein günstiges Dual-Core-Handy an. Fraglich daher, ob das One V wie seinerzeit das Einsteigermodell HTC Wildfire ein Verkaufsschlager wird.

Alternativen zum HTC One V sind das Sony Ericsson Xperia ray und, wenn es nicht Android sein muss, das Nokia Lumia 710.

Kommentare zu diesem Artikel

V kommt vor S und X - nicht im Alphabet, sondern in der One-Serie von HTC. Mit dem HTC One V will der Hersteller Smartphone-Einsteiger für sich gewinnen. Als Argumente gegen die Konkurrenz führt HTC das hochwertige Unibody-Gehäuse und Android 4.0 ins Feld.

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  • Christian T. schrieb Uhr
    AW: HTC One V im Test: Mit Knick und Android 4.0

    @Roxana oft kann man die die Taste um kürzlich verwendete Apps aufzurufen einfach lang gedrückt halten und man kommt dadurch ins Menü! (also die Taste ganz rechts)
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: HTC One V im Test: Mit Knick und Android 4.0

    @Roxana: Danke für den Hinweis. Ja, wieder einmal ein Problem der Android-Fragmentierung.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Roxana schrieb Uhr
    AW: HTC One V im Test: Mit Knick und Android 4.0

    Mein One v macht den Screenshot bei gleichzeitig gedrückter An/aus- und der Seitentasche! Was mich nervt, dass viele Apps noch keinen.eingebauten Menüknopf haben und neue Androidphones haben keinen physischen.

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HTC One V im Test
HTC One V im Test
Das HTC One V ist das Einsteiger-Modell der HTC One-Serie. Von der Konkurrenz im Segment setzt es sich mit einem hochwertigem Gehäuse, Android 4.0 und leider auch einem höheren Preis ab.
http://www.netzwelt.de/news/91804-htc-one-v-test.html
2012-04-13 16:47:39
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/werbeplakate-zensus-2011-offenbar-gibt-aktuellen-volkszaehlung-probleme-software-erfassung-daten-bild-statistisches-bundesamt7092.jpg
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