Vorwürfe von Justizbehörden und Amazon seien falsch
E-Book-Anklage: Apple feuert zurück
Zwei Tage nach der Anklage wegen angeblicher Preisabsprachen mit Buchverlagen hat Apple reagiert. Ein Sprecher wies die Vorwürfe der US-amerikanischen Justizbehörde und von Amazon als "einfach nicht wahr" zurück, wie die US-amerikanische Technikseite AllThingsD berichtet.
Am Mittwoch, 11. April, hatten US-Behörden Apple und fünf der größten US-amerikanischen Verlage wegen angeblicher Preisabsprachen angeklagt. Damit sollen sie sich gegen den Online-Versandhändler Amazon verbündet haben.
Apple: "iBookstore bricht Amazons Monopolstellung"
Der Apple-Sprecher Tom Neumayr kommentierte die Vorwürfe nun: "Die Veröffentlichung des iBookstore im Jahr 2010 begünstigt Innovation und Wettbewerb und bricht Amazons monopolistische Stellung im Verlagswesen. Seither haben Kunden von E-Books profitiert, die interaktiver und ansprechender sind. Genauso wie wir Entwicklern erlaubt haben, die Preise im App-Store festzulegen, können Verlage im iBookstore die Preise bestimmen."
Die Technikseite AllThingsD weist darauf hin, dass diese Preispolitik auf Bücher und Apps zutreffe, nicht aber auf die Musikindustrie. In diesem Bereich zahle Apple den großen Labels einen Fixpreis und bestimme anschließend den Verkaufspreis selbst.


Über 69 Prozent aller Online-Musikkäufe in den USA laufen über den iTunes Store von Apple. Nun untersuchen die amerikanischen Kartellbehörden, ob Apple seine Marktmacht im Musikgeschäft eventuell gesetzeswidrig ausnutzt, um Konkurrenten wie dem Online-Kaufhaus Amazon zu schaden.
Der Computerhersteller Apple feiert derzeit gleich mehrere Erfolge: Nachdem das neue iPhone 4 schon ab dem ersten Tag bis Juli ausverkauft war, berichtet der Hersteller nun, dass auch der Verkauf des iPad weiter anzieht. In 80 Tagen wurde das iPad über drei Millionen mal verkauft.
Das Online-Kaufhaus Amazon feiert die digitale Revolution: Durch den Preisnachlass des Kindle verkaufte das Unternehmen gleich dreimal so viele E-Book Reader als bisher. Außerdem sollen die E-Book-Verkäufe der E-Books laut Amazon erstmals deutlich über den Verkäufen normaler Bücher liegen.
Nachdem Apple vor kurzem mit einem Update die iPad- und iPhone-App iBooks auf Audio- und Videoinhalte vorbereitete, bietet das Unternehmen nun erstmals im amerikanischen iBookstore elektronische Bücher mit Multimedia-Inhalten an. Im deutschen Shop werden derzeit allerdings noch keine Multimedia-Bücher angeboten.
Die amerikanische Justizbehörde untersucht derzeit die Verträge zwischen den E-Book-Händlern Apple und Amazon und den Verlagen. Grund ist der Verdacht, dass beide Konzerne Absprachen mit den Verlagen geführt hat, um immer die günstigsten Preise bieten zu können.
Amazon.com kann erstmals höhere Verkaufszahlen von E-Books als von gedruckten Büchern vorweisen. Auf 100 gebundene Bücher und Taschenbücher kommen 105 digitale Titel. Seit vier Jahren werden bei Amazon.com E-Books verkauft.
Apple und mehrere US-amerikanische Verlage müssen sich vor Gericht wegen Preisabsprachen verantworten. Sie sollen höhere Preise für E-Books vereinbart haben.




