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Systemkamera Nikon 1 V1 im Test
Bewegte Schnappschüsse und Full-HD-Videos

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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"Gut Ding will Weile haben" scheint Nikon sich bei seiner ersten Systemkamera gedacht zu haben. Im Test überzeugt die Kamera mit typischer Foto-Technik und einigen interessanten neuen Funktionen.

Nikon hat sich mit seiner ersten Systemkamera Zeit gelassen. Die Nikon 1 V1 erschien erst über zwei Jahre nach den ersten Modellen von Panasonic, Olympus, Samsung und Sony. Um so höher sind die Erwartungen an das Gerät aus dem Hause des Spiegelreflex-Platzhirschen, der unter anderem ein neues Bajonett und ein neues Sensorformat entwickelt hat.

Bildsensor im neuen Format

Nikon hat für seine erste Systemkamera 1 V1 einen neuen CMOS-Bildsensor entwickelt. Mit seinen Kantenlängen von 13,2 x 8,8 Millimetern fällt der Chip im CX-Format kleiner aus als die Sensoren in Micro-Four-Thirds-Kameras, bleibt aber noch deutlich größer als die Bildsensoren von Kompaktkameras.

Zum Test trat die Nikon 1 V1 mit einem für ihr neues Bajonett passenden Objektiv mit einer Brennweite von 10 bis 30 Millimetern an. Durch die Brennweitenverlängerung um den Faktor 2,7 entspricht die praktische Brennweite 27 bis 81 Millimeter.

Die Bilder der V1 verfügen über eine Maximalauflösung von 10,1 Megapixeln und überzeugen im Test mit einer hohen Detailgenauigkeit und natürlich wirkenden Farben. Die Kontraste fallen angenehm und die Konturen deutlich aus. Die Tiefenschärfe beschränkt sich auf einen vergleichsweise kleinen Bereich.

Nikon 1 V1 Testbilder

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ISO 100

Da die Kamera standardmäßig ohne Blitzlicht ausgeliefert wird - optional ist es natürlich erhältlich - spielt auch das Bildrauschen bei zunehmender Lichtempfindlichkeit eine wichtige Rolle für die Nikon 1 V1.

Auch an diesem Punkt überzeugt die Systemkamera. Erst bei ISO 800 lässt sich ein leichtes Bildrauschen erkennen, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Bei ISO 1.600 eignen sich die Bilder immer noch für den privaten Gebrauch, bei ISO 3.200 tritt allerdings ein starker Farbstich auf.

Die Videos der V1 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln bieten ebenfalls eine ausreichende Detailgenauigkeit und natürlich wirkende Farben. Allerdings fallen die Konturen nicht so klar aus wie bei den Fotos, der automatische Weißabgleich reagiert nicht erkennbar auf veränderte Lichtverhältnisse und der optische Bildstabilisator scheint beim Filmdreh eine Pause zu machen.

Zudem liefen die Filme bei der Wiedergabe nur sehr ruckelig und mit Störsignalen ab. Dies könnte natürlich auch am Rechner liegen, aber Full-HD-Videos von anderen Kameras laufen auf ihm flüssig.

Zwei Auslöser, ein Vier-Wege-Drehrad und zwei Sonderfunktionen

Die Bedienung der Nikon 1 V1 kann allein mit der rechten Hand erfolgen, will der Fotograf jedoch die Brennweite verändern, muss er die linke zur Hilfe nehmen. Alle Tasten bieten angenehm klare Druckpunkte.

Auf der Oberseite befinden sich neben dem Einschaltknopf noch zwei Auslöser, jeweils einer für Fotos und Videos. Oben auf der Rückseite befindet sich eine mit "F" beschriftete Funktionstaste, die je nach Aufnahmemodus zur Auswahl unterschiedlicher Variablen dient. Die Wipp-Taste daneben dient zum Verstellen der Belichtungszeit, aber auch zum Vergrößern und Verkleinern der Bildansicht.

Darunter kann der Nutzer mit einem Drehrad zwischen Video- und Foto-Aufnahme sowie den Sonderfunktionen "Smart Photo Selector", der mehrere Bilder zur Auswahl des Besten anfertigt, und bewegter Schnappschuss auswählen. Bei Letzterem handelt es sich um ein mit Musik hinterlegtes und mit einer kurzen Zeitlupenaufnahme kombiniertes Foto.

Nikon 1 V1 im Test

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Bei der 1 V1 handelt es sich um die erste Systemkamera von Nikon. (Bild: netzwelt)

Im Foto-Aufnahmemodus steht neben der manuellen Belichtungssteuerung sowie Programm-, Zeit- und Blenden-Automatiken auch eine Motivautomatik zur Auswahl. Direkt lassen sich die Szenenprogramme aber nicht anwählen.

Um das Vier-Wege-Drehrad, mit dem der Nutzer den Selbstauslöser, die Fokusart und die Belichtungsart schnell verstellen kann, gruppieren sich vier Tasten. Diese dienen zum Aufrufen des Menüs und der Bildwiedergabe sowie zum Löschen von Bildern und zum Ändern der auf dem Display erscheinenden Informationen. Das Vier-Wege-Drehrad ist bei der Nikon 1 V1 der einzige Weg, den manuellen Fokus zu nutzen. Der Autofokus arbeitet da deutlich schneller und zur vollen Zufriedenheit des Testers.

Der 3,5 Zoll große Bildschirm dient als Sucher und zur Bildkontrolle. Mit einer Auflösung von 920.000 Pixeln bietet er genau wie der elektronische Sucher mit 1.440.000 Pixeln eine hohe Detailgenauigkeit und große Betrachtungswinkel.

HDMI-Ausgang und angenehmes Kunststoff-Gehäuse

Die Nikon 1 V1 steckt in einem Gehäuse aus Kunststoff, das ordentlich verarbeitet erscheint. Eine kleine Erhebung auf der Vorderseite und eine große Daumenablage auf der Rückseite sorgen dafür, dass der Fotograf die Kamera bequem und sicher halten kann.

Nikon stattet die 1 V1 mit einem Audio-Eingang, einem HDMI- sowie einem kombinierten AV- und USB-Anschluss aus. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku und als Speicherkarte kommen SD-, SDHC- und SDXC-Modelle zum Einsatz. Auf dem Zubehör-Anschluss kann der Fotograf wahlweise ein Blitzlicht oder einen GPS-Empfänger anbringen.

Fazit: Gut, aber noch nicht perfekt

Nikon liefert mit seinem Erstling eine gelungene Systemkamera, die trotz der langen Vorlaufzeit noch Potential für Verbesserungen hat - vor allem bei der Bedienung ließe sich die eine oder andere manuelle Einstellung noch einfacher verändern. Doch insgesamt fällt die Bedienung der V1 unkompliziert aus und die Bildqualität kann ebenfalls überzeugen. Besonders gut gefallen die Bildqualität von Monitor und elektronischem Sucher.

Für das getestete Kit aus dem Gehäuse der Nikon 1 V1 und einem 10-bis-30-Millimeter-Objektiv empfiehlt der Hersteller einen Verkaufspreis von 869 Euro. Bei Online-Händlern erhalten Käufer das Set bereits für rund 660 Euro. Kits mit einer 10-Millimeter-Festbrennweite und/oder einem 30-bis-110-Telezoom kosten bis zu 1.000 Euro.

Nikons größter Konkurrent Canon hat noch keine eigene Systemkamera auf dem Markt, aber die übrige Konkurrenz schläft nicht, wie zum Beispiel die Sony NEX-C3, die Panasonic Lumix GF3 oder die Samsung NX11 zeigen.

Kommentare zu diesem Artikel

"Gut Ding will Weile haben" scheint Nikon sich bei seiner ersten Systemkamera gedacht zu haben. Im Test überzeugt die Kamera mit typischer Foto-Technik und einigen interessanten neuen Funktionen.

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  • Hon schrieb Uhr
    AW: Nikon 1 V1 im Test: Systemkamera mit elektronischem Sucher

    Das Display ist 3 Zoll groß, nicht 3,5 Zoll.

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Systemkamera Nikon 1 V1 im Test
Systemkamera Nikon 1 V1 im Test
Nikon hat für seine erste Systemkamera sogar einen Bildsensor mit neuen Abmessungen entwickelt, dessen Leistung durchaus überzeugt.
http://www.netzwelt.de/news/91761-systemkamera-nikon-1-v1-test.html
2012-04-11 17:05:10
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/ueber-neue-kamera-symbol-direkt-twitter-fotos-geteilt--bild-screenshot7085.png
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